Politik

Großbritannien schickt erste Soldaten in die Ukraine

Lesezeit: 1 min
24.02.2015 19:00
Großbritannien leistet der Vorgabe aus Washington, den Kampf gegen Russland zu verschärfen, unmittelbar Folge und schickt die ersten Soldaten in die Ukraine. Diese sollen zunächst nicht kämpfen, sondern die ukrainische Armee "beraten und ausbilden". Offiziell hält London an dem Primat der Diplomatie fest.
Großbritannien schickt erste Soldaten in die Ukraine

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Nach dem Besuch von Außenminister John Kerry, bei der Kerry schärfere Sanktionen gegen Russland gefordert hatte, reagiert London schnell: Großbritannien wird in den nächsten Wochen Soldaten in die Ukraine schicken, um Regierungstruppen mit Beratung und Ausbildung zu unterstützen. Das gab Premierminister David Cameron am Dienstag in London bekannt. «Eine bestimmte Anzahl britischer Kräfte wird involviert sein, sie werden nicht in der Kampfzone sein, aber ich denke, das ist es, womit wir helfen sollten», sagte Cameron. Ob das wirklich stimmt, ist unklar: Der Guardian berichtet, dass die Soldaten auch die ukrainische Infanterie sowie in der Aufklärung tätig sein werden. Offenbar haben die Soldaten die Aufgabe, die schwache militärische Führung zu unterstützen. Die Grenze zu einem Kampfeinsatz erscheint in dieser Hinsicht fließend zu sein.

Waffenlieferungen in der Zukunft schloss er nicht grundsätzlich aus, fügte jedoch hinzu: «Wir glauben im Grunde nicht, dass es eine militärische Lösung hierfür gibt. Es muss eine diplomatische Lösung geben», sagte Cameron.

Der britische Regierungschef forderte seine Partner in der Europäischen Union auf, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. «Ich glaube, wir müssen alle unseren diplomatischen und anderen Fähigkeiten nutzen, um diejenigen zu überzeugen, die skeptischer sind gegenüber Sanktionen und dass nur eine starke Position im Kreml wahrgenommen wird», sagte Cameron. Das in Minsk ausgehandelte Waffenstillstandsabkommen wirke nicht. Es wäre «wundersam», wenn die Vereinbarungen in vollem Umfang eingehalten würden, sagte Cameron.

Der Entsendung waren am Montag aus London erste Drohungen gegen Putin vorausgegangen.

Das Abkommen von Minsk wurde von dem Rechten Sektor, der an der Seite der ukrainischen Armee kämpft, abgelehnt: Die Rechtsextremen halten das Abkommen für verfassungswidrig.

Die ukrainische Armee lehnt den Abzug der schweren Waffen ab, Deutschland zeigte Verständnis für diese Position.

In Washington hat sich US-Präsident Obama bisher eher bedeckt gehalten und will keine militärische Intervention der Nato in der Ukraine. Doch die Hardliner um John McCain und John Kerry machen weiter Druck und haben nun mit David Cameron jemanden gefunden, der zumindest symbolische Maßnahmen ergreift, um das Thema am Köcheln zu halten.

Ob der britische Einsatz zu einer Provokation Russlands reicht, ist ungewiss: Präsident Putin hat sich unaufgeregt geäußert und gesagt, dass er einen Krieg zwischen der Ukraine und Russland für unwahrscheinlich hält. Er setzt auf die Vernunft der Beteiligten am Minsker Abkommen (Video am Anfang des Artikels).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Gründungsmitglieder der Grünen waren Mitglieder der NSDAP

Der Bundeszentrale für politische Bildung zufolge muss das Weltbild der Grünen nicht zwangsläufig mit links-alternativen Einstellungen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Unterschätzter Rohstoff: Der globale Kampf ums deutsche Holz

Die globale Nachfrage nach dem Baustoff Holz heizt in Deutschland den Export an. Droht ein Ausverkauf des Waldes?

DWN
Politik
Politik USA genehmigen Pfizer-BioNTech-Vakzin für Kinder ab 12 Jahren

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den von Pfizer und BioNTech entwickelten Impfstoff für 12- bis 15-jährige Kinder genehmigt. Bislang...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Verband: CO2-Sondersteuer vertreibt Ernährungsindustrie aus Deutschland

Aufgrund unausgereifter Regelungen rund um die neue Sondersteuer auf das Naturgas CO2 droht die Abwanderung von Teilen der...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Politik
Politik Paul-Ehrlich-Institut: Fast 50.000 aus Deutschland gemeldete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen stehen im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen

Das Paul-Ehrlich-Institut führt in einem Sicherheitsbericht aus, dass vom 27.12.2020 bis zum 30.04.2021 „über 49.961 aus Deutschland...

DWN
Finanzen
Finanzen Dow Jones steigt auf Rekordhoch, Rohstoffwerte gefragt

Der Dow-Jones-Index erreicht ein neues Allzeithoch, getrieben vor allem durch die Aktien von Bergbau-, Energie- und Stahl-Unternehmen.