Finanzen

DAX-Kurs aktuell mächtig unter Druck: Ölpreis sorgt für neue Unsicherheit – DAX rutscht weiter ab

An der Börse aktuell dominieren Unsicherheit und Verluste: Der DAX-Kurs fällt deutlich, während der Ölpreis weiter steigt. Inflation und Konflikte treiben die Märkte um. Stehen Anleger vor einer längeren Phase der Turbulenzen oder ist bald Entspannung in Sicht?
19.03.2026 12:41
Lesezeit: 3 min

Aktienmarkt in Frankfurt: DAX-Kurs mit klaren Verlusten – Ölpreis steigt weiter

Konjunktursorgen haben den deutschen Aktienmarkt erneut fest im Griff, was den DAX-Kurs aktuell deutlich belastet. Die wichtigsten Indizes gerieten im frühen Handel am Donnerstag stark unter Druck. Für zusätzliche Verunsicherung sorgte der weiter kräftige Anstieg der Ölpreise, der die Furcht vor einem deutlichen Anziehen der Inflation mit entsprechend negativen wirtschaftlichen Konsequenzen schürte. An der Börse aktuell zeigt sich damit ein angespanntes Bild für den DAX-Kurs.

Der DAX-Kurs sackte im frühen Börsenhandel um annähernd 2,2 Prozent auf unter 23.000 Punkte ab. Fast alle Werte des Leitindex verzeichneten Verluste, was den DAX-Kurs aktuell weiter schwächte. Am frühen Nachmittag gab der deutsche Leitindex sogar um mehr als 2,5 Prozent nach und rutschte zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 22.900 Punkte. Der kräftige Anstieg der Ölpreise schürt immer stärker die Furcht vor einem deutlichen Anziehen der Inflation. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet nach dem jüngsten Schub knapp 115 Dollar.

"Der Iran-Krieg hat mit dem Angriff auf ein Gasfeld eine neue Eskalationsstufe erreicht", sagte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Jeder Angriff auf kritische Energieinfrastruktur nimmt dem Markt die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zu alten Produktionsniveaus, sollte der Krieg einmal enden." Der MDAX der mittelgroßen Werte büßte 2,7 Prozent auf 28.722 Punkte ein und auch in Asien und europaweit wurden kräftige Verluste verbucht. Das unterstreicht die negative Stimmung an der Börse aktuell.

Ölmarkt-Turbulenzen setzen Anleger zunehmend unter Druck

Der Ölpreis reagiert weiter sensibel auf Nachrichten zum Iran-Krieg. Ein iranischer Offizieller sprach in der Nacht auf der Online-Plattform X von einer neuen Eskalationsstufe. Damit reagiert das Regime auf zunehmende Angriffe auf seine Energieinfrastruktur. Der Iran sieht seinerseits Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar als legitime Ziele.

"Am deutschen Aktienmarkt herrscht ein Cocktail der Unsicherheit, bestehend aus geopolitischen Risiken und wachsenden Zinssorgen", sagte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Die militärische Eskalation im Iran-Konflikt und die daraus resultierenden Turbulenzen am Ölmarkt hielten die Anleger weiterhin in Atem. Steigende Energiepreise nährten die Sorge, dass der geldpolitische Gegenwind nun deutlich anziehen könnte und den DAX-Kurs zusätzlich unter Druck setzt.

DAX-Kurs aktuell: Hoffnung auf Entspannung schwindet

Die Erwartung einer schnellen Entspannung habe sich erneut als zu optimistisch erwiesen, fuhr Emden fort. Jede neue Eskalationsmeldung stelle dieses Szenario infrage. "Was aktuell noch als fragile Hoffnung am Markt vorhanden ist, kann jederzeit in Ernüchterung umschlagen", resümierte der Experte mit Blick auf den DAX-Kurs.

Hierzulande neigt sich die Berichtssaison der Unternehmen dem Ende zu, und die letzten Nachzügler veröffentlichten ihre Geschäftszahlen. So hatte Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia (ISIN: DE000A1ML7J1) im vergangenen Jahr zwar vor allem dank höherer Mieteinnahmen mehr verdient. In dem sehr schwachen Umfeld aber sackten die Aktien mit einem Minus von fast zehn Prozent ans Dax-Ende, was den DAX-Kurs weiter belastete. Analyst Neil Green von der US-Bank JPMorgan konnte dem Geschäftsbericht zwar einiges Positives abgewinnen. Jedoch stünden aktuell gerade auch die Inflationsrisiken und die daher steigenden Anleiherenditen im Fokus, die den Papieren der Branche üblicherweise Probleme bereiten.

Ionos-Aktie trotzt Trend: Aktie steigt trotz schwachem DAX-Kurs

Der Internetdienstleister Ionos (ISIN: DE000A3E00M1) hatte im vergangenen Jahr den Umsatz und Gewinn gesteigert. Der bereits im Dezember vorgelegte Ausblick für das laufende Jahr wurde bestätigt. Anleger feierten dies mit einem Plus von fast zehn Prozent, womit sich die Anteilsscheine an die Spitze des MDax setzten und sich vom schwachen DAX-Kurs abkoppelten.

Für Lanxess (ISIN: DE0005470405) ging es um fast sieben Prozent nach unten. Zahlen und Ausblick des Chemiekonzerns kamen bei den Anlegern unter dem Strich nicht gut an. Die Ziele des Unternehmens für 2026 lägen unter den Erwartungen, schrieb Anil Shenoy von der britischen Investmentbank Barclays. Der freie Barmittelzufluss sei schwach ausgefallen und die Nettoverschuldung etwas höher als von ihm erwartet.

Am Ende des Nebenwerte-Index SDAX knickten die Aktien von Kontron (ISIN: AT0000A0E9W5) um 15 Prozent ein. Einen Grund dafür konnten Beobachter zunächst nicht ausmachen. Der Technologiekonzern legt nächste Woche Donnerstag seine Geschäftszahlen vor.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

avtor1
Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

DWN
Immobilien
Immobilien Preisschock am Bau: Neue KI soll explodierende Materialkosten und Baustopps verhindern
01.11.2026

Kriege, Krisen und explodierende Rohstoffpreise bringen die Baubranche zunehmend unter Druck. Bauprojekte werden teurer, Kalkulationen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Xiaomi-Elektroautos: Warum dieser Milliardär Volkswagen und Tesla gefährlich werden könnte
31.10.2026

Er verkaufte Smartphones, wurde Milliardär und stieg schließlich ins Autogeschäft ein. Mit seinem ersten Elektroauto gelang Xiaomi-Chef...

DWN
Panorama
Panorama Kommunale Schulden wachsen deutlich: Deutschlands Städte unter Druck, die KfW warnt
31.10.2026

Die integrierte Verschuldung der deutschen Kommunen ist 2025 deutlich gestiegen. Ende des Jahres entfielen rechnerisch 4.907 Euro Schulden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 70 Jahre Fernsehwerbung: Das beste Marketing, das Deutschland nie vergessen hat
31.10.2026

Ein Fleck auf der Tischdecke, ein Waschmittel und ein Satz, der hängen blieb: 1956 begann die Fernsehwerbung in Deutschland. Seitdem haben...

DWN
Immobilien
Immobilien Heizungstausch finanzieren: So nutzen Eigentümer Förderung, Kredit und Steuerbonus
31.10.2026

Eine neue Heizung kann langfristig Geld sparen, verlangt zunächst aber eine beträchtliche Investition. Eigentümer müssen deshalb...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögensbarometer 2026: ETF-Boom hält an, Anteil der Privatanleger stagniert
31.10.2026

ETFs werden in Deutschland immer beliebter, doch der Anteil der Menschen mit Wertpapieren stagniert. Das neue Vermögensbarometer des...

DWN
Finanzen
Finanzen KfW-Gründerkredite: 225 Millionen Euro zugesagt – doch Banken werden strenger
31.10.2026

Die staatliche Förderbank KfW hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Gründerkredite zugesagt. Gleichzeitig verschärfen deutsche...

DWN
Immobilien
Immobilien Gebäudetyp E: Weniger Extras sollen den Wohnungsbau günstiger machen
31.10.2026

Weniger Steckdosen, dünnere Decken und niedrigere Baukosten: Der Gebäudetyp E soll den Wohnungsbau in Deutschland erleichtern. Ein neuer...