Technologie

Silikow Vallew: Russland und China starten Konkurrenz für US-Hightech

Lesezeit: 2 min
22.04.2015 23:47
Russland und China gründen einen über 200 Millionen Dollar schweren Joint-Venture-Fonds. Zusammen wolle man künftig Hightech-Innovationen entwickeln, finanzieren und vermarkten. Der Fonds wird Teil des Skolkov Innovations Center – eine Technologie-Stadt nach nach dem Vorbild von Silicon Valley, die derzeit bei Moskau aus dem Boden gestampft wird.
Silikow Vallew: Russland und China starten Konkurrenz für US-Hightech

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Russland und China haben eine Vereinbarung zur Gründung eines 200 Millionen Dollar schweren Joint-Venture-Fonds unterzeichnet. Ein Startup-Inkubator für russische Unternehmen und ein neues chinesischen Robotik-Zentrum wurden ebenfalls beschlossen. Das Mega-Projekt wird Teil des Skolkov Innovations Center – eine Technologie-Stadt nach nach dem Vorbild von Silicon Valley, die derzeit bei Moskau aus dem Boden gestampft wird.

Die Vereinbarung wurde von der russischen Skolkovo Stiftung und der chinesischen Cybernaut Investment Group am Dienstag in Beijing bei einem russisch-chinesischen Wirtschaftsforum unterzeichnet. Alle drei Projekte werden voraussichtlich im dritten Quartal 2015 gestartet.

Der Fond selbst soll sich auf Unternehmen aus dem IT-Bereich und Robotik sowie auf Raumfahrttechnologien und Telekommunikation konzentrieren, so die Skolkowo-Stiftung in einer offiziellen Mitteilung.

Das 1.500 Quadratmeter große Gründerzentrum im Skolkovo Innovation Center bei Moskau soll die Entwicklung von mindestens 15 dort ansässigen Unternehmen fördern, die Forschung im Bereich IT und Robotik, Raumfahrt, Telekommunikation, Energie-Effizienz und neue Materialien betreiben.

Das Cybernaut Robotik Zentrum wird mit Hilfe des Skolkovo Robotics Zentrum in China errichtet und soll ein gemeinsames Förder-Programm für die in Skolkovo ansässigen Unternehmen errichten, um ihnen den Einstieg in den chinesischen Markt zu erleichtern.“

Durch diese Förderung erhalten die russischen Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbs-Vorteil auf dem auch bei deutschen Firmen begehrten aber streng Zugangs-regulierten chinesischen Markt.

Der russische Vizepermier sieht in der Unterzeichnung des Abkommens einen „wichtigen Schritt in der Entwicklung der russisch-chinesischen Zusammenarbeit im Bereich der Innovation.“ Moskau und Peking verstärken ihre Zusammenarbeit bereits im Energie-, Transport und Finanzsektor. Erst im Oktober hatten beide Länder zudem ein Memorandum zum gemeinsamen Bau von High-Tech-Parks unterzeichnet. Peking erwägt auch die Bildung eines wirtschaftliche Korridors zwischen China der Mongolei und Russland, um eine „neue Plattform“ für die wirtschaftliche Entwicklung zwischen den Ländern zu schaffen.

Als einer der größten Investmentfonds in China konzentriert sich die Cybernaut Investment Group nach eigenen Angaben auf Dienstleistungsbereiche, die den Anforderungen des größten schnell wachsenden chinesischen Marktes entsprechen. Das Unternehmen investiert in der frühen Wachstumsphase in Unternehmen mit starkenr Konsolidierungsplattform und legt Wert auf globales Wachstum.

Die Skolkovo Stiftung wurde 2010 von der russischen Regierung mit dem Ziel der Wandlung Russlands von einer ressourcenintensiven zu einer innovationsbasierten Wirtschaft gegründet. Dazu beaufsichtigt die Stiftung die Erschaffung des Skolkovo Innovation Center, das aus mehr als 1.000 High-Tech-Start-ups sowie dem Skolkovo Technopark, der Skolkovo Institute of Technology und dem Graduiertenkolleg Skoltech besteht. Skoltech wurde 2011 als Gemeinschaftsunternehmen mit dem Massachusetts Institute of Technology gegründet, um die Forschung in Russland zu fördern.

Fünfzig internationale Unternehmen wie Boeing, EADS, IBM oder Siemens sollen bereits Partnerschaftsabkommen mit der Stiftung geschlossen haben. Der kumulierte Umsatz der Skolkovo Startups bis Dezember 2014 belief sich nach eigenen Angaben auf eine Milliarde US-Dollar,  brachte mehr als 220 Millionen US-Dollar an Investitionsgeldern schuf 13.500  Arbeitsplätze und über 1.300 Patentanmeldungen. Bis zum Jahr 2020 werden mehr als 2 Millionen Quadratmeter Wohn-und Büroflächen in Skolkovo gebaut, wo 35.000 Menschen täglich im Innovationszentrum arbeiten.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Russische und chinesische Bomber führen gemeinsame Übungsflüge durch / Frage stellt sich immer mehr: Wer ist Freund, wer Feind?

Die Kooperation zwischen China und Russland nimmt Konturen an. Aber wer stellt sich Ihnen entgegen? Und sind Peking und Moskau wirklich...

DWN
Politik
Politik Völkerrechtler: Die USA gehören wegen ihrer Sanktionspolitik vor den Internationalen Gerichtshof

Lesen Sie das Interview von DWN-Autor Ralf Paulsen mit dem ehemaligen Sekretär der UN-Menschenrechtskommission und weltweit anerkannten...

DWN
Politik
Politik "Die russischen Soldaten stehlen alles - selbst Hundehütten"

Die DWN haben ein drittes Telefon-Interview mit dem ukrainischen Musiker Roman Antonyuk geführt, der mit seiner Familie in Lwiw (Lemberg)...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kein "Mist" aus Russland: Bauern schlagen Alarm

Seit die Düngemittel-Importe aus Russland von der EU gestoppt wurden, herrscht Dünge-Mangel auf den europäischen Feldern.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globalisierung am Ende: Lieferketten werden dauerhaft unterbrochen bleiben

Der Abbruch vieler Lieferketten deutet auf das Ende der Globalisierung. Für die Weltwirtschaft wird es kein Zurück zum Zustand vor Corona...

DWN
Politik
Politik Griechenland beschwert sich bei UN wegen türkischer Kampfbomber

Im Konflikt mit der Türkei hat Griechenland nun die UN eingeschaltet. Denn türkische Kampfbomber überfliegen regelmäßig bewohnte...

DWN
Finanzen
Finanzen Rückkehr zur Normalität: Russland lockert die Geldpolitik

Die russische Notenbank hat ihren Leitzins erneut deutlich gesenkt. Dies markiert den Rückgang zur geldpolitischen Normalität - trotz...