Wirtschaft

Lidl und UEFA vertiefen Zusammenarbeit: Gesunde Ernährung stärkt Amateurfußball

Lidl und die UEFA erweitern ihre Zusammenarbeit im europäischen Fußball und setzen dabei verstärkt auf Themen wie Ernährung und Amateurfußball. Welche Folgen hat diese Kooperation für den Nachwuchsbereich und die gesellschaftliche Rolle des Fußballs?
19.03.2026 05:47
Aktualisiert: 19.03.2026 06:07
Lesezeit: 3 min
Lidl und UEFA vertiefen Zusammenarbeit: Gesunde Ernährung stärkt Amateurfußball
Lidl und die UEFA erweitern ihre Zusammenarbeit, um Ernährung und Amateurfußball stärker im europäischen Nachwuchsbereich zu verankern (Foto: iStock.com, imtmphoto) Foto: imtmphoto

Strategische Partnerschaft zwischen Lidl und UEFA nimmt Gestalt an

Lidl und die UEFA haben eine umfassende strategische Partnerschaft vereinbart. Ziel ist es, gesündere Lebensweisen und ein stärkeres Bewusstsein für Ernährung zu fördern und diese Ansätze gezielt vom Profifußball in den Amateurbereich zu übertragen.

Der Einzelhändler wird im Rahmen der Initiative „Take Care Nutrition“ offizieller Partner der UEFA im Bereich Ernährung sowie im Amateurfußball. Darüber hinaus fungiert Lidl als globaler Partner für Wettbewerbe von Frauen- und Männernationalmannschaften unter dem Dach der UEFA.

Die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl gehört, baut damit ihre Position im europäischen Fußball weiter aus. Mit der langfristig angelegten Kooperation entsteht erstmals eine Partnerschaft dieser Größenordnung innerhalb der UEFA, die über klassisches Sponsoring hinausgeht und stärker auf gesellschaftliche Wirkung abzielt.

Im Mittelpunkt steht dabei die Verbindung von Sport, Bildung und Ernährungsbewusstsein. Beide Partner wollen ihre Zusammenarbeit so ausrichten, dass langfristige Impulse insbesondere im Breitensport gesetzt werden.

Ausbau von Amateurfußball und Bildungsprogrammen

Ein zentraler Bestandteil der Kooperation ist die gezielte Förderung des Amateurfußballs. Lidl bringt dabei seine Erfahrungen im Bereich Ernährung systematisch in die Bildungsprogramme der UEFA ein, um nachhaltige Effekte im europäischen Breitensport zu erzielen.

Im Rahmen des Programms „Football in Schools“ wird die Integration von Bewegung, Sport und Ernährungsbildung in den Schulalltag gestärkt. Ziel ist es, Kinder frühzeitig für einen aktiven Lebensstil zu sensibilisieren und entsprechende Strukturen im Bildungsbereich zu festigen.

Parallel entwickeln UEFA und Lidl eine europaweite digitale Plattform, die nationale Fußballverbände bei der Organisation und Umsetzung von Angeboten in Schulen und Vereinen unterstützen soll. Diese Plattform soll Inhalte aus den Bereichen Training, Bildung und Ernährung in einem einheitlichen System bündeln.

Geplant sind unter anderem digitale Lernangebote für Lehrkräfte und Trainer, die altersgerecht aufbereitet sind und praktische Ansätze für den Alltag vermitteln. Damit soll die Verbindung zwischen sportlicher Aktivität und Gesundheitsbewusstsein gestärkt werden.

Förderung von Talenten und gesellschaftliche Reichweite

Darüber hinaus soll das Lidl Youth Camp aus dem Jahr 2025 weiterentwickelt werden. Ziel ist es, junge Talente strukturierter zu fördern und ihnen zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. Auch im Bereich des Amateurfußballs wird die Zusammenarbeit ausgeweitet. Als Partner der UEFA Grassroots Awards unterstützt Lidl die Sichtbarkeit von Projekten und Initiativen im Breitensport, die jährlich ausgezeichnet werden.

Mit der UEFA Grassroots Week, die im September stattfinden soll, wollen beide Partner zudem die gesellschaftliche Rolle des Fußballs stärker in den Fokus rücken. Dabei geht es insbesondere darum, lokale Vereine und deren Bedeutung für Gemeinschaft und Integration hervorzuheben.

Jens Thiemer, Geschäftsführer Kunden bei Lidl International, betont, dass die Kooperation darauf ausgerichtet sei, Wissen über Ernährung gezielt in den Amateurbereich zu tragen. Entscheidend sei, dass entsprechende Inhalte dort ankommen, wo sie praktische Wirkung entfalten können, etwa bei Trainern, Eltern und Kindern.

Langfristige Kooperation bis 2030

Lidl ist seit 2024 Partner der UEFA und wird diese Rolle auch in den kommenden Jahren fortführen. Die Vereinbarung umfasst eine Vielzahl bedeutender Wettbewerbe im europäischen Fußball bis zum Jahr 2030. Dazu zählen unter anderem die UEFA EURO 2028 im Vereinigten Königreich und Irland sowie die UEFA Women’s EURO 2029 in Deutschland.

Ergänzt wird das Engagement durch weitere Wettbewerbe im Frauen- und Männerbereich, darunter Qualifikationsturniere, Nations-League-Wettbewerbe und Nachwuchsturniere. Auch im Futsal sowie im U21-Bereich ist eine Beteiligung vorgesehen. Damit wird die Partnerschaft über verschiedene Ebenen des europäischen Fußballs hinweg umgesetzt und entsprechend breit angelegt.

Gemeinsame Werte und strategische Ausrichtung

Die Kooperation basiert auf gemeinsamen Grundsätzen wie Integrität, Chancengleichheit und gesellschaftlicher Verantwortung. Diese Werte sollen sowohl im Profifußball als auch im Amateurbereich stärker verankert werden.

UEFA-Marketingdirektor Guy-Laurent Epstein hebt hervor, dass die Schwarz-Gruppe als erster strategischer Unternehmenspartner eine neue Form der Zusammenarbeit repräsentiere. Ziel sei es, den europäischen Fußball langfristig stabil und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.

Im Zentrum steht dabei nicht nur der sportliche Wettbewerb, sondern auch die gesellschaftliche Funktion des Fußballs. Insbesondere die Verbindung von Bewegung und Ernährungsbewusstsein soll über den Profibereich hinaus gestärkt werden.

Ressourceneffizienz als zusätzlicher Baustein

Neben Lidl ist auch das Unternehmen PreZero Teil der Partnerschaft. Es bringt insbesondere Kompetenzen im Bereich Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung in größere Sportveranstaltungen ein. Damit wird die Kooperation um eine ökologische Dimension erweitert.

Ziel ist es, Nachhaltigkeitsaspekte stärker in die Organisation und Durchführung von Sportevents zu integrieren. Insgesamt entsteht eine breit angelegte Zusammenarbeit, die wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Aspekte miteinander verbindet und langfristig ausgerichtet ist.

Implikationen für Deutschland und den europäischen Markt

Für Deutschland erhält die Partnerschaft zusätzliche Bedeutung durch die Ausrichtung der UEFA Women’s EURO 2029. Programme wie Football in Schools könnten hier direkt in bestehende Bildungsstrukturen wirken und neue Impulse setzen.

Gleichzeitig zeigt die Kooperation, wie Unternehmen ihre Markenstrategie mit gesellschaftlichen Themen verknüpfen können. Für den deutschen Markt ergibt sich daraus ein Ansatz, bei dem wirtschaftliche Interessen mit Fragen der Gesundheitsförderung und Nachwuchsentwicklung im Sport verbunden werden.

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