Politik

Griechenland: Regierung will alle Top-Finanzbeamten entlassen

Lesezeit: 1 min
21.10.2012 22:26
Schon vor dem EU-Gipfel war das Sparpaket für Griechenland beschlossen. Lediglich abschließende Gespräche zu Arbeitszeiten und Kündigungsschutz sind notwendig. Teil des Sparpakets ist auch ein härterer Kurs gegen die Steuersünder. Die griechische Regierung will alle leitenden Finanzbeamte entlassen. Der Finanzminister soll die neuen Führungskräfte in den Steuerbehörden bestimmen.
Griechenland: Regierung will alle Top-Finanzbeamten entlassen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In den vergangenen Wochen war es zu starken Auseinandersetzungen zwischen Griechenland und den internationalen Gläubigern gekommen (hier). Doch schneller als gedacht, soll das Sparpaket nun schon beschlossen sein, so die griechische Zeitung To Vima. So soll es beim EU-Gipfel bereits den Staats- und Regierungschefs vorgelegen haben, immerhin hatten diese ohne Ankündigung plötzlich Griechenlands Reformwillen gelobt. Selbst der griechische Premier, Antonis Samaras, zeigte sich am Freitag äußerst zuversichtlich bezüglich der Auszahlung der nächsten Tranche (mehr hier).

So sieht das Sparpaket nun vor, den größten Teil der 13,5 Milliarden Euro im öffentlichen Sektor und bei den Rentnern einzusparen. So soll es etwa die Beamtengehälter, die nicht nach dem einheitlichen Angestelltentarif bezahlt werden, Kürzungen geben. Zulagen für Beamte sollen gestrichen und die Gehälter der Beamten, die in öffentlichen Betrieben arbeiten, angeglichen werden. Hier soll dann nicht mehr als ein Gehalt von 1.900 Euro brutto monatlich gezahlt werden. Zudem wird das Renteneintrittsalter bei 67 Jahren liegen und die Gesamtrente um bis zu zwölf Prozent reduziert – bei einigen sogar um fast ein Viertel.

Bezüglich der Steuerhinterziehungen will die griechische Regierung nun auch härter vorgehen. Angesichts der massiven Probleme, bei dem Eintreiben hinterzogener Steuergelder (hier), ist dies tatsächlich eines der großen Probleme in Griechenland. So soll griechischen Medien zufolge das Finanzministerium dem Parlament eine Gesetzesnovelle vorgelegt haben, die beispielsweise vorsieht, sämtliche Finanzbeamter, Zollbeanmte und Steuerfahnder vom Abteilungsleiter aufwärts abzusetzen. Im Anschluss daran ist vorgesehen, die neuen Führungskräfte vom Finanzminister berufen zu lassen. Alle drei Monate müssten diese dann ihre Arbeit überprüfen lassen. Werden die angepeilten Einnahmen nicht erreicht, droht ihnen eine Entlassung. Zudem werden sie für ein Jahr angestellt und können lediglich zwei Mal ihre Amtszeit verlängern lassen.

Klärungsbedarf bezüglich des Sparpakets gebe es noch beim Kündigungsschutz und den längeren Arbeitszeiten. Die Gespräche hierzu sollen To Vima zufolge bereits Ende dieser Woche abgeschlossen sein. Allerdings müssen die Troika und die griechische Regierung bei ihren Arbeitsmarktreformen aufpassen. Zwei dieser gerieten zuletzt in die Kritik, weil der Europäische Ausschuss für soziale Fragen sie als rechtswidrig bezeichnet hatte (hier).

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Gegen Machotum und Feminismus: Wir brauchen eine "Landkarte des Zarten" für die Erotik des 21. Jahrhunderts

DWN-Kolumnist Ronald Barazon befasst sich heute mit einem zeitlosen und gleichzeitig höchst aktuellen gesellschaftspolitischen Thema.

DWN
Politik
Politik Minutiös recherchiert: Investigativ-Journalistin enthüllt amerikanische Waffenlieferungen an Terroristen in Syrien

Die DWN haben eine Investigativ-Journalistin getroffen, die Dokumente präsentiert, die belegen, wie die USA Terroristen in Syrien mit...

DWN
Weltwirtschaft
DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Portfolio

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Politik
Politik Europas Klimapolitik: Ideologisch motiviert, von Denkfehlern durchsetzt

Top-Ökonom Hans-Werner Sinn zeigt auf, warum die europäische Klimapolitik fehlgeleitet ist.

DWN
Technologie
Technologie Wasserstoff-Hype: Ein paar wenige Unternehmen profitieren - der Steuerzahler zahlt die Zeche

Vom Wasserstoff-Hype werden nur wenige profitieren. Lesen Sie heute den zweiten Teil der großen dreiteiligen Wasserstoff-Analyse von...

DWN
Deutschland
Deutschland Studie erregt Aufsehen: Liefert das DIW das Konzept für eine De-Industrialisierung Deutschlands?

Das "Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung" (DIW) sorgt mit einer neuen Studie zur Energiewende für Aufsehen. Würden die...

DWN
Politik
Politik Strippenzieher des „Great Reset“ planen eine Verschmelzung von Sozialismus und Kapitalismus

Die Mitglieder des Weltwirtschaftsforums planen im Rahmen ihrer „Great Reset“-Initiative eine Verschmelzung von Kapitalismus und...