Politik

Merkel nutzt VW-Abgas-Skandal als Argument für TTIP

Der Abgas-Skandal von Volkswagen habe gezeigt, dass die US-Vorschriften gar nicht so schlecht seien, so Kanzlerin Merkel. Daher müssten Gegner keine Senkung von Qualitätsstandards befürchten. Es wäre daher ein Riesenfehler gegen TTIP zu blocken.
02.11.2015 15:16
Lesezeit: 1 min

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA geworben und dabei auf den VW-Abgasskandal verwiesen. „Wir haben am Beispiel von VW ungern gemerkt, dass die Abgasvorschriften in den Vereinigten Staaten von Amerika auch nicht so schlecht sind“, sagte Merkel am Montag auf dem Zeitschriftenkongress Publishers‘ Summit in Berlin. Merkel sagte zudem, Gegner eines solchen Abkommens müssten keine Drosselung bestehender Standards für Umwelt- und Verbraucherschutz fürchten. „Nichts, was wir heute in Europa haben, wird abgesenkt.“

Vielmehr sei es eine große Chance, dass man in beiden Wirtschaftsräumen auf bestimmten Gebieten Standards definieren könne, an denen andere „nicht mehr so leicht vorbeikommen werden“. Das würde die Wettbewerbslage verbessern. „Wir würden einen Riesenfehler machen als Europäer, wenn wir hier blocken und nicht bereit sind.“ TTIP-Gegner, darunter Gewerkschaften sowie Umwelt- und Menschenrechtsgruppen, befürchten eine Absenkung europäischer Schutzstandards und mehr Möglichkeiten für Großkonzerne, ihre Interessen durchzusetzen.

Doch auch in den eigenen Reihen muss Merkel mit Widerstand rechnen: Bundestagspräsident Norbert Lammert hat mit einer Ablehnung im Bundestag gedroht.

Lesen Sie hier weitere Artikel zum Freihandelsabkommen TTIP.

Lesen Sie hier weitere Artikel zum Ausmaß des VW-Skandals.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Technologie
Technologie Arbeitsmarkt: Top-Berufe, die es vor 20 Jahren noch nicht gab
31.03.2025

Eine Studie von LinkedIn zeigt, wie Künstliche Intelligenz (KI) neue Jobs und Fähigkeiten schafft, Karrieren und Arbeitswelt verändert:...

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank-Aktie: Kurs knickt nach Orcel-Aussage deutlich ein
31.03.2025

Die Commerzbank-Aktie muss nach einer starken Rallye einen Rückschlag hinnehmen. Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte zuvor einen möglichen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU vor Herausforderungen: Handelskriege könnten die Wirtschaft belasten – der Ausweg heißt Binnenmarkt
31.03.2025

Die protektionistischen Maßnahmen der USA und mögliche Handelskonflikte belasten die EU-Wirtschaft. Experten wie Mario Draghi fordern...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Betonblock: Lego verklagt Hersteller von Anti-Terror-Betonklötzen
31.03.2025

Lego verklagt das niederländische Unternehmen Betonblock. Die Anti-Terror-Blöcke des Herstellers erinnerten zu sehr an die...

DWN
Technologie
Technologie Neue EU-Vorschriften: Plug-in-Hybriden drohen deutlich höhere CO2-Emissionen
31.03.2025

Mit der Einführung neuer, verschärfter Emissionsmessungen für Plug-in-Hybride (PHEVs) wird die Umweltbilanz dieser Fahrzeuge erheblich...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen wegen Veruntreuung zu Fußfesseln verurteilt - FN-Chef Bardella: "Hinrichtung der französischen Demokratie"
31.03.2025

Marine Le Pen wurde in Paris wegen der mutmaßlichen Scheinbeschäftigung von Mitarbeitern im Europaparlament schuldig gesprochen - das...

DWN
Technologie
Technologie Balkonkraftwerk mit Speicher: Für wen sich die Investition wirklich lohnt
31.03.2025

Balkonkraftwerk mit Speicher: eigenen Strom gewinnen, speichern und so Geld sparen. Doch so einfach ist es leider nicht, zumindest nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Der Handelskrieg gefährdet die US-Ausnahmestellung
31.03.2025

Da Investitionen nach neuen Möglichkeiten abseits der zuletzt florierenden US-Finanzmärkte suchen, wird an der Wall Street diskutiert, ob...