Weltwirtschaft

Indien: Industrieländer müssen Verantwortung für Klimawandel übernehmen

Lesezeit: 1 min
30.11.2015 12:16
Indiens Premier Modi nimmt zu Beginn des Klimagipfels die Industriestaaten in die Pflicht: Diese müssten mehr Verantwortung übernehmen. So soll etwa die restliche Kohle, die noch verbrannt werden dürfe, den Schwellenländern überlassen werden. Neue Technologien seien für die weniger entwickelten Staaten oft keine Alternative.
Indien: Industrieländer müssen Verantwortung für Klimawandel übernehmen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In Paris hat die Klimakonferenz begonnen. Über 120 Staaten versuchen, dieses Mal einen echten Durchbruch hinsichtlich neuer Klimaziele zu erreichen. Doch die Diskrepanzen zwischen den Industrieländern, den Schwellenländern und den Entwicklungsländern sind groß. Das machte auch der indische Premier Narendra Modi noch einmal in der FT deutlich.

Modi verwies darauf, dass die fortgeschrittenen Länder, die „ihren Wohlstand mit fossilen Brennstoffen erreicht haben“, auch weiterhin die größte Last in Sachen Klimaschutz tragen müssten. „Alles andere wäre moralisch verwerflich“, so Modi. Im Vorfeld hatten vor allem viele wohlhabende Länder ausdrücklich darauf verwiesen, dass es keinen Klimavertrag geben werde, wenn nicht die Schwellenländer mehr Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel übernehmen würden. Für Indiens Premier gilt diese Prämisse jedoch nicht.

Die Gerechtigkeit verlangt, dass es mit dem bisschen Kohlenstoff, den wir noch sicher verbrennen können, den Entwicklungsländern erlaubt ist, zu wachsen“, so der indische Premier. Schließlich dürfte der Lebensstil von einigen wenigen nicht die Chancen für ein Aufsteigen auf der Entwicklungsleiter von viele anderen verbauen. „Das Prinzip der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten sollte die Grundlage unseres gemeinsamen Unternehmens sein.“

Die Argumentation, dass die Länder für ihre weitere Entwicklung ja auf neue Technologien umsatteln könnten und Kohle gar nicht mehr bräuchten, lässt Modi nicht gelten. Denn „nur weil neue Technologie existiert, bedeutet das nicht, dass diese erschwinglich und zugänglich ist“.

Modis Worte sollte von den Industriestaaten in jedem Fall Beachtung geschenkt werden. Immerhin ist Indien nach China, den USA und der EU der viertgrößte Kohle-Emittent. Das macht das Land zu einem Dreh- und Angelpunkt für eine erfolgreiche Klimapolitik.

 


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Die Edelmetallmärkte

Wegen der unkontrollierten Staats- und Unternehmensfinanzierung durch die Zentralbanken im Schatten der Corona-Krise sind derzeitig...

DWN
Politik
Politik Hybride Bedrohungen: Drohnen-Flüge und psychologische Kriegsführung
26.04.2024

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat eindringlich vor hybriden Bedrohungen in Deutschland gewarnt. Gegen den Einsatz von...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Gallup-Studie: Globale Führungsbewertung 2024 - wie Deutschland unter Großmächten abschneidet
26.04.2024

Die Gallup-Studie 2024 zeigt die Stabilität und Herausforderungen in der globalen Führungsbewertung für Länder wie USA, Deutschland,...

DWN
Politik
Politik Habeck kontert Kritiker: „Energiekrise gemeistert und Strompreise gesenkt“
26.04.2024

Nach Kritik an Atomausstieg: Habeck und Lemke bestätigen, die Energieversorgung sei gesichert und nukleare Sicherheit gewährleistet.

DWN
Immobilien
Immobilien Commerzbank-Studie: Immobilienpreise könnten weiter fallen
26.04.2024

Deutsche Wohnimmobilien verlieren weiter an Wert. Die Commerzbank sieht ein Abwärtspotenzial von 5 bis 10 Prozent, abhängig von...

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz: Wie sich Deutschland im internationalen Rennen positioniert
26.04.2024

Die Deutsche Industrie macht Tempo bei der KI-Entwicklung. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Analyse des Deutschen Patent- und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Tarifrunde der Chemieindustrie: Gewerkschaft fordert mehr Lohn
26.04.2024

Im Tarifstreit in Ostdeutschlands Chemieindustrie fordert die Gewerkschaft IG BCE eine Lohnerhöhung von 7 Prozent. Arbeitgeber warnen vor...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Automesse China 2024: Deutsche Autohersteller im Preiskrieg mit BYD, Xiaomi und Co.
25.04.2024

Bei der Automesse in China steht der eskalierende Preiskrieg bei Elektroautos im Vordergrund. Mit hohen Rabatten kämpfen die Hersteller...

DWN
Technologie
Technologie 3D Spark: Ein Hamburger Start-up revolutioniert die Bahnbranche
25.04.2024

Die Schienenfahrzeugindustrie befindet sich in einem grundlegenden Wandel, in dessen Verlauf manuelle Fertigungsprozesse zunehmend...