Technologie

Google meldet Patent für Rundum-Bildschirm im Auto an

Lesezeit: 1 min
05.12.2015 22:30
Google hat ein Patent angemeldet das zeigt, wie fahrerlose Autos künftig mit den Fußgängern kommunizieren. Motorhaube und Türen des Fahrzeugs werden zu Bildschirmen, die der Umgebung Warnsignale anzeigen. Auch Außen-Lausprecher für die Verständigung im Verkehr sind geplant.
Google meldet Patent für Rundum-Bildschirm im Auto an
Auf der Motorhaube signalisiert ein „safe to cross“ Zeichen, wenn Fußgänger gefahrlos vor dem wartenden Auto passieren können. (Foto: United States Patent and Trademark Office)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der IT-Konzern Google hat ein weiteres Patent für das Auto der Zukunft erhalten. Mittels Displays auf Motorhaube und Seitentüren soll das Fahrzeug mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren. So sollen Schilder und kleine Piktogramme den Fußgängern anzeigen, wenn sie gefahrlos vor einem Auto die Straße überqueren können. Auch physische Signalgeräte, Lichtanlagen oder Lautsprecher werden in der Patentbeschreibung erwähnt. Damit könnten etwa auch Roboterarme gemeint sein, die mit Handsignalen Fußgänger vor einer Straßenüberquerung warnen, so ein Bericht des Technologie-Magazins TheVerge.

Die Bildschirme sollen ein Problem lösen, das Google bei der Entwicklung seiner autonomen Fahrzeuge neu entdeckt hat: Wo kein Fahrer ist, fehlt ein signalgebender Kommunikator im Verkehr. So einfache Dinge wie Handzeichen oder ein Zunicken des Fahrers an einer Kreuzung fehlen bei den Roboter-Autos, so dass Fußgänger oder Hintermänner nicht erkennen können, was das Fahrzeug für eine Intention hat, ob es beispielsweise wartet, den Weg oder einen Parkplatz sucht und daher langsam fährt oder anhält.

Die fehlende Kommunikation führte bisher auch zu übervorsichtiger Fahrweise – und zu weiteren Problemen: So gab es für die Google Testwagen in Kalifornien nicht nur Strafzettel für zu langsames Fahren, auch die Mehrzahl der bisher registrierten Unfälle mit den Fahrzeugen seien durch menschliche Reaktionen auf zu langsames Fahren mitausgelöst worden. Zu schnelles Bremsen führte zu Auffahrunfällen, an mehrspurigen Kreuzungen war die Software zudem unfähig, sich die Vorfahrt zwischen drängelnden Mitfahrern zu erkämpfen und blieb komplett stecken. Daher werde nun auf einen etwas menschlicheren und aggressiveren Fahrstil umprogrammiert. Um die Sicherheit weiter zu gewährleisten, ist eine car-to-car und Fahrzeug-zu-Fußgänger-Kommunikation umso wichtiger.

Ein ähnliches Konzept hat auch der Autobauer Nissan jüngst vorgelegt: Bei dem IDS Concept-Car mit Autopilot werden die Absichten des Fahrzeugs in der Windschutzscheibe eingeblendet (siehe Video unter dem Artikel).

Die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer ist derzeit auch das Motiv für weitere Innovationen: Sollte die vorsichtige Software doch einmal versagen und die Warnungen des Fahrzeugs nichts nützen, hat Google vor kurzem Außenairbags patentiert, so dass die Fußgänger im Falle eines Aufpralls auf das Auto geschützt werden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..
Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
DWN
Finanzen
Finanzen Die USA brechen die Regeln des internationalen Finanzsystems

Wegen kurzfristiger Vorteile verspielt Amerika seinen guten Ruf.

DWN
Technologie
Technologie Energiewende führt zu Strommangel-Wirtschaft, De-Industrialisierung und Verarmung

So, wie die Energiewende derzeit geplant ist, gefährdet sie den Wirtschaftsstandort Deutschland und unseren Sozialstaat. DWN-Autor Henrik...

DWN
Politik
Politik Einflussreicher US-Stratege sagt, der Westen trage Mitschuld am Krieg: Hat er Recht?

Stellt der Ukraine-Krieg nur die logische Folge eines erneut aufkeimenden russischen Imperialismus dar? Nein, so der berühmte US-Stratege...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Technologie
Technologie „Die Debatte um die Atomkraft wird nahezu faktenfrei geführt“

Fluch oder Segen? Der Analyst für Energie- und Atom-Politik, Mycle Schneider, empfiehlt einen nüchternen Blick auf die Kernenergie. Und...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Mit Vorsatz in den nächsten Crash

Die Fed befindet sich in einem Teufelskreis: Lässt sie die Zinsen unangetastet, steigt die Inflation. Erhöht sie die Zinsen, brechen die...

DWN
Technologie
Technologie Wenn Russland den Hahn zudreht: "Dann gnade uns Gott"

Kernenergie, sagt der Diplomingenieur für Kernenergetik, Manfred Haferburg, ist sicher. Die deutsche Energiewende hingegen sieht er...