Technologie

Eon spaltet Kohle- und Erdgasgeschäft ab

Lesezeit: 1 min
04.01.2016 13:59
Der Energiekonzern Eon hat zum Jahreswechsel das Geschäft mit Kohle, Erdgas und Wasserkraft abgespalten. Die eigens dafür gegründete Tochtergesellschaft Uniper soll noch in diesem Jahr an die Börse kommen. Eons Atomgeschäft bleibt auf politischen Druck hin beim Mutterkonzern angesiedelt.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Energiekonzern Eon hat zum Jahreswechsel seine konventionelle Stromproduktion in eine neue Tochtergesellschaft ausgegliedert. Das Unternehmen mit dem Namen Uniper mit Sitz in Düsseldorf habe zum 1. Januar die Stromerzeugung aus Kohle, Erdgas und Wasser übernommen, teilte Eon am Montag in Essen mit. Beim Mutterkonzern verbleiben die Geschäftsfelder Erneuerbare Energien, Energienetze und Dienstleistungen. Eon bezeichnete die Aufspaltung als „wesentlichen Meilenstein“ bei der Umsetzung der neuen Konzernstrategie.

Der angeschlagene Branchenriese reagiert mit der Neuaufstellung nach eigenen Angaben auf die neuen Bedingungen im Energiemarkt. Dem Dax-Konzern machte zuletzt unter anderem ein Preissturz bei Großhandelspreisen für Strom zu schaffen. Zudem lasten auf Eon milliardenschwere Schulden. 2014 machte der Energieriese einen Rekordverlust von 3,16 Milliarden Euro. Auch 2015 lief es nicht gut; im dritten Quartal schrieb das Unternehmen fast sieben Milliarden Euro Verlust.

Nach der Neuverteilung der Geschäftsfelder soll Uniper im Laufe des Jahres ganz von Eon abgespalten werden. Dazu muss noch die Hauptversammlung im Juni zustimmen. Nach der Abspaltung soll Uniper an die Börse gebracht werden. Eon will dann die Mehrheit der Uniper-Anteile abgeben und mittelfristig sämtliche Aktien verkaufen. Das Atomgeschäft, das Eon zunächst ebenfalls in die Tochtergesellschaft ausgliedern wollte, verbleibt auf Druck der Politik beim Mutterkonzern.

Mit den beiden Unternehmen wolle sich der Konzern „an die Spitze des Wettbewerbs in beiden Energiewelten vorarbeiten“, erklärte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen am Montag. „Die Trennung der bisher gemeinsam geführten Geschäfte macht uns in beiden Gesellschaften agiler und schärft unser Profil bei Kunden und Investoren.“

Chef von Uniper ist Klaus Schäfer, der zuvor Finanzchef bei Eon war. Er erklärte, „kaum ein anderes europäisches Unternehmen“ verfüge über ein vergleichbares Portfolio bei Strom und Gas und kenne „die weltweiten Energieströme und die Erfolgsfaktoren in diesem Geschäft so gut wie wir“.

Inzwischen plant auch der Eon-Konkurrent RWE eine ähnliche Aufspaltung. Im Dezember beschloss der Aufsichtsrat, das zukunftsträchtige Geschäft mit erneuerbaren Energien, Netzen und Energievertrieb in eine börsennotierte neue Tochtergesellschaft auszulagern. Der Mutterkonzern kümmert sich weiter um die konventionelle Stromerzeugung und den Energiehandel. Der Börsengang der neuen Tochter ist für Ende 2016 geplant.


Mehr zum Thema:  

 

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Europäische Union: EU-Kommission legt umfassenden Plan zur Umsetzung der Asylreform vor
12.06.2024

Die EU-Kommission hat einen Umsetzungsplan für die Asylreform vorgelegt. Jetzt sind die Mitgliedstaaten gefragt: Sie müssen ebenfalls...

DWN
Panorama
Panorama Nahost-Konflikt: Hisbollah-Kommandeur im Libanon getötet - 200 Raketen auf Israel
12.06.2024

Der brandgefährliche Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah eskaliert weiter. Nach dem tödlichen Luftangriff Israels auf einen...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Wiederaufbaukonferenz: Schulze will Städtepartnerschaften mit der Ukraine ankurbeln
12.06.2024

Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat für den Wiederaufbau der Ukraine neue Finanzierungswege über den Bundeshaushalt hinaus...

DWN
Politik
Politik Pflicht oder Freiwilligkeit? Pistorius stellt Pläne für Wehrdienst vor
12.06.2024

Der SPD-Verteidigungsminister legt die Karten auf den Tisch und wird noch kämpfen müssen: Sein Vorschlag formuliert die ersten Schritte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Standort Deutschland: Industrie schlägt Milliarden-Sondervermögen vor
12.06.2024

Die deutsche Industrie schlägt milliardenschwere Sondervermögen vor, um den Standort Deutschland nachhaltig zu stärken. Der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ifo-Institut: Anstieg der Kurzarbeit in der Industrie bleibt aus
12.06.2024

Laut dem Ifo-Institut verschärft sich die Anzahl der Unternehmen, die von Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter betroffen sind, nicht weiter....

DWN
Politik
Politik Umweltschutzprojekte waren Fake: Betrug am Autofahrer mit CO2-Kompensation
11.06.2024

Die Erschütterung ist groß: Mit gutem Gewissen haben deutsche Autofahrer bei jedem Tanken mit einem im Benzinpreis enthaltenen Obolus...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Scholz und Selenskyj fordern mehr Luftverteidigung für die Ukraine - Wagenknecht kritisiert
11.06.2024

Auf der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz fordert Kanzler Scholz verstärkte Luftverteidigung und langfristige Hilfen. Private Investitionen...