Unternehmen

Frankreichs Telekomfirmen planen Milliardenfusion

Lesezeit: 1 min
05.01.2016 15:58
Der französische Telekom-Marktführer Orange will sich mit dem Konkurrenten Bouygues Telecom zusammenschließen. Eine Fusion wäre rund zehn Milliarden Euro wert. Der dabei entstehende Konzern würde mehr als die Hälfte des Festnetz- und Handygeschäfts in Frankreich kontrollieren.
Frankreichs Telekomfirmen planen Milliardenfusion

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In Frankreich gibt es den nächsten Anlauf zur Bildung eines neuen Telekomriesen. Marktführer Orange und sein Rivale Bouygues Telecom haben ihre Fusionsgespräche wiederbelebt, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten. Einem Bericht zufolge könnte es um ein Volumen von zehn Milliarden Euro gehen. Es gebe weder einen Zeitrahmen noch die Verpflichtung, die Verhandlungen zu einem bestimmten Ergebnis zu führen, erklärten die Firmen weiter. Sollten sich beide Unternehmen zusammentun, entstünde ein Konzern, der mehr als die Hälfte des Festnetz- und Handygeschäfts in Frankreich betreibt.

Zugleich würde sich die Zahl der französischen Telekomfirmen auf drei reduzieren. Beide Unternehmen machten zunächst keine Angaben zum möglichen Kaufpreis. Der Wochenzeitung Le Journal du Dimanche zufolge könnte Orange zehn Milliarden Euro in bar und Aktien für Bouygues auf den Tisch legen.

Nach Einschätzung von Insidern dürfte es in den Gesprächen vor allem um Arbeitsplätze, Investitionen in die Infrastruktur und insbesondere das Glasfasernetz sowie den möglicherweise aus kartellrechtlichen Gründen nötigen Verkauf von Firmenteilen gehen. „Die Idee ist, dass Bouygues ein Anteilseigner bei Orange wird und in etwa das gleiche Gewicht erhält wie der Staat. Der Großteil der Transaktion wird in Aktien abgewickelt“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Die Regierung in Paris hatte zuletzt Offenheit für eine Konsolidierung signalisiert. Der französische Staat hält 25 Prozent der Aktien am ehemaligen Monopolisten Orange.

An der Börse sorgte die Nachricht für gute Stimmung. Das Orange-Papier legte 0,7 Prozent zu, der Bouygues-Anteilsschein gewann mehr als ein Prozent. Die Titel des Konkurrenten Iliad gewannen fast drei, Numericable-Papiere legten fast zehn Prozent zu. In Amsterdam gewannen die Papiere des Numericable-Großaktionärs Altice mehr als sechs Prozent. Die Wettbewerber von Orange und Bouygues könnten bei einer Fusion vom Verkauf von Geschäftsanteilen profitieren.

In Frankreich herrscht seit dem Markteintritt des Billiganbieters Iliad 2012 ein Preiskampf, der den Firmen zusetzt und Partnerschaften interessant macht. So gab es im Sommer Verhandlungen zwischen Altice und Bouygues. Damals hatte jedoch die französische Regierung Bedenken wegen eines möglichen Stellenabbaus und der Größe des entstehenden Konzerns angemeldet. Im Dezember erklärte Wirtschaftsminister Emmanuel Macron allerdings, dass er im Prinzip kein Gegner weiterer Zusammenschlüsse in der Branche sei.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Gegen den Lockdown: Texas hebt Maskenpflicht auf und öffnet alle Restaurants

Der US-Bundesstaat Texas wird zum Missfallen der in Washington D.C. sitzenden Biden-Regierung am 10. März alle Geschäfte und alle...

DWN
Deutschland
Deutschland Brandbrief an Merkel: Deutschland spielt mit dem Verlust seiner mittelständischen Basis

Vertreter des Mittelstands warnen in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel vor einer mutwilligen Zerstörung der wirtschaftlichen...

DWN
Politik
Politik 2021: Jahr der Wahlen - oder der Wählertäuschungen?

2021 ist das Jahr der großen Wahlen. Doch eigentlich ist es egal, für wen sich die Wähler entscheiden, schreibt DWN-Gastautor Henrik...

DWN
Politik
Politik DWN-Recht: Dürfen nun Beamte, die der AfD angehören, gefeuert werden?

In den Reihen der als „Verdachtsfall“ eingestuften AfD befinden sich auch deutsche Beamte. Welche beruflichen und rechtlichen...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Anmarsch - ein gutes Omen für Gold

Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun...

DWN
Politik
Politik Medienberichte: Intensivstationen sind voll mit Leuten, die kein Deutsch verstehen

Die Bild-Zeitung berichtet von einem Gespräch zwischen RKI-Chef Lothar Wieler und mehreren Chefärzten. Demzufolge sei die Mehrheit der...

DWN
Finanzen
Finanzen Aufsicht schließt Bremer Greensill Bank, stellt Strafanzeige

Die Bremer Greensill-Bank ist in schwere Turbulenzen geraten. Die Finanzaufsicht hat das Geldhaus geschlossen.

DWN
Politik
Politik Inlandsgeheimdienst legt Grundlagen für Überwachung der AfD

Rund ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl hat das Bundesamt für Verfassungsschutz die gesamte AfD als Verdachtsfall eingestuft. Dadurch...