Politik

Sturz vom Balkon: Bestohlene verüben Selbstjustiz an Flüchtling

Lesezeit: 1 min
11.01.2016 21:11
In Bad Salzschlirf in Hessen ist es zu einem Fall von Selbstjustiz gekommen. Eine Gruppe von sechs Männern suchte einen Flüchtling in seiner Unterkunft auf, weil er ihnen ein Mobiltelefon gestohlen hatte. Es kam zum Streit, der Flüchtling stürzte von einem Balkon und musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Sturz vom Balkon: Bestohlene verüben Selbstjustiz an Flüchtling

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Staatsanwaltschaft Fulda und des Polizeipäsidiums Osthessen teilen mit:

Mit schweren Verletzungen wurde am vergangenen Freitagabend (08.01.) ein 19 Jahre alter Flüchtling ins Krankenhaus eingeliefert. Der junge Mann aus Somalia, der in einer Unterkunft in Bad Salzschlirf wohnt, war zuvor aus noch ungeklärter Ursache vom Balkon seines Zimmers im ersten Stock der Unterkunft auf eine darunter liegende Terrasse gestürzt.

Per Notruf waren Beamte der Fuldaer Polizeistation sowie der Kriminalpolizei zur Unterkunft nach Bad Salzschlirf gerufen worden. Dort konnten sie ermitteln, dass es am frühen Abend zu Streitigkeiten zwischen dem Geschädigten und einer Gruppe von mindestens sechs jungen Männern aus Fulda, Lauterbach, Schlitz und Wartenberg gekommen war. Drei dieser Männer sind Familienangehörige einer Person, die tags zuvor von Bewohnern der Unterkunft bestohlen worden war. Weil sie vermuteten, beim Geschädigten das gestohlene Handy sowie entwendeten Schmuck wiederzufinden, stellten die sechs Besucher den Somalier zur Rede. Er händigte ihnen nach kurzer Diskussion das gestohlene Handy wieder aus.

Weil er den Rest der Diebesbeute jedoch nicht zurückgab, folgten drei der Männer dem Geschädigten in die Unterkunft bis vor dessen Zimmer im ersten Stock. Nach ihren Angaben hätten sie dort an die Tür geklopft, jedoch das Zimmer nicht betreten. Kurz darauf sei ihnen der Geschädigte im Treppenhaus mit blutigem Gesicht entgegen gekommen. Der Geschädigte hingegen gab bei einer Befragung im Krankenhaus an, vom Balkon geschubst worden zu sein.   Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Nötigung, der Bedrohung und der Körperverletzung gegen die Besucher der Unterkunft. Insbesondere versuchen die Beamten die Frage zu klären, ob der Mann tatsächlich vom Balkon geschubst wurde, oder ob er ohne fremdes Verschulden vom Balkon gestürzt war.

Die Fuldaer Staatsanwaltschaft hat bei den sechs Tatverdächtigen eine Blutentnahme sowie deren erkennungsdienstliche Behandlung angeordnet. Alle wurden im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Gegen den Geschädigten leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Diebstahls ein.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Entlädt China die geldpolitische „Bazooka“?

Die harte Null Covid Politik hat in China erhebliche wirtschaftliche Kollateralschäden verursacht. Die chinesische Zentralbank dürfte nun...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft EU-Kommission: Schulden-Regeln sollen weiter ausgesetzt bleiben

Die Stabilitätsregeln in der EU sollen nach Meinung der Kommission auf unbestimmte Zeit ausgesetzt bleiben.

DWN
Politik
Politik NZZ-Chef: "Die Zeit der liberalen Kreuzzüge ist vorbei."

Am Sonntag wurde dem Chefredakteur der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), Eric Gujer, in der Frankfurter Paulskirche der Ludwig-Börne-Preis...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Scholz sucht im Senegal nach Gas - vom „Klimaschutz“ ist plötzlich keine Rede mehr

Die Bundesregierung sucht plötzlich händeringend nach Gas. Noch vor wenigen Monaten hatte Berlin die Afrikaner zur Abkehr von fossilen...

DWN
Politik
Politik Gegen China: USA forcieren „drastische“ Aufrüstung Japans

Washington forciert die - bislang untersagte - Aufrüstung Japans. Eine neue Wirtschaftsinitiative soll zudem zur Eindämmung Chinas...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Ukraine: Getreide-Exporte im Mai weiter im Tiefflug

Seit Anfang Mai exportiert die Ukraine nur mehr rund ein Drittel des Getreides im Vergleich zum Mai 2021.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Eine echte Bedrohung: Cyberkrieg gegen deutsche Mittelständler

Die deutschen Mittelständler sind vermehrt Ziel von Cyberattacken ohne sich dagegen erfolgreich wehren zu können.