Wirtschaft

WEF-Jahrestreffen in Davos: Furcht vor geoökonomischer Konfrontation

Welche Folgen hat es, wenn Staaten gezielt mit wirtschaftlichen Mitteln Macht ausüben? Im Bericht über globale Risiken der Stiftung World Economic Forum (WEF) steht das Thema in diesem Jahr mit Abstand an erster Stelle.
14.01.2026 15:12
Lesezeit: 2 min

WEF: Furcht vor geoökonomischer Konfrontation wächst

Die Gefahr einer geoökonomischen Konfrontation ist nach Einschätzung von Entscheidungsträgern weltweit deutlich gestiegen. Im Bericht über globale Risiken der Stiftung World Economic Forum (WEF) steht das Thema in diesem Jahr mit Abstand an erster Stelle.

18 Prozent von gut 1.300 Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Wissenschaft, Regierung, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft sehen eine solche Konfrontation als größte Gefahr für eine globale Krise in diesem Jahr, wie aus dem Bericht hervorgeht. Er erscheint wenige Tage vor dem traditionellen WEF-Jahrestreffen in Davos (19.-23.1), bei dem US-Präsident Donald Trump seine Teilnahme zugesagt hat.

Was geoökonomische Konfrontation bedeutet

Gemeint ist mit «geoökonomischer Konfrontation» nach der WEF-Definition der «Einsatz wirtschaftlicher Hebel durch globale oder regionale Mächte zur Neugestaltung der wirtschaftlichen Interaktionen zwischen Nationen».

Das WEF nennt die US-Politik von Präsident Donald Trump zwar nicht beim Namen. Aber die Fortsetzung der Definition klingt nach einer Beschreibung der amerikanischen Politik: «Einschränkung von Waren, Wissen, Dienstleistungen oder Technologien mit dem Ziel, Selbstversorgung aufzubauen, geopolitische Rivalen einzuschränken und/oder Einflussbereiche zu konsolidieren. Dazu gehören unter anderem: Währungsmaßnahmen, Investitionskontrollen, Sanktionen, staatliche Beihilfen und Subventionen sowie Handelskontrollen.»

Extremwetter langfristig größtes Risiko

Am zweithäufigsten nannten die im August und September 2025 Befragten staatliche Konflikte als Risiko, das eine globale Krise auslösen könnte, gefolgt von Extremwetter. Vor einem Jahr war die Reihenfolge anders: staatliche Konflikte vor Extremwetter und geoökonomischer Konfrontation.

Auch mit Blick auf die kommenden zwei Jahre bleibt demnach das Thema das mit dem größten Krisenpotenzial: geoökonomische Konfrontation rückte im Vergleich zur Umfrage ein Jahr zuvor vom neunten auf den ersten Platz. Risiken wie eine Wirtschaftsflaute, Inflation, das Platzen von Vermögensblasen und die Beeinträchtigung kritischer Infrastruktur werden deutlich höher eingeschätzt. Auf zehn Jahre gesehen gelten Extremwetter und der Verlust der Artenvielfalt als größte Risiken.

Davos ohne Schwab

In einer Welt, in der Mächte versuchten, ihre Einflusssphären zu sichern, sei der Geist des Dialogs unverzichtbar, meint WEF-Chef Børge Brende. Dazu diene auch das WEF-Treffen in Davos. Dort treffen sich seit Jahrzehnten einmal im Jahr rund 3.000 Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu aktuellen Themen. Es ist das erste Forum nach dem unfreiwilligen Rücktritt von WEF-Gründer Klaus Schwab.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Immobilienmakler für Kitzbühel – Hotel und Gewerbeimmobilien verkaufen mit Experten

Der Verkauf von Hotels und Gewerbeimmobilien in Kitzbühel stellt besondere Anforderungen an Eigentümer und Makler. Ein erfahrener...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Panorama
Panorama KI-Manifest von Mark Zuckerberg zeigt, wie Meta die Zukunft der Menschen verändern will
19.08.2026

Mark Zuckerberg verspricht persönliche Superintelligenz, mehr individuelle Macht und sogar zusätzliche Arbeitsplätze. Doch sein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Sprengung Nord-Stream: Ukrainer in Kroatien festgenommen
19.08.2026

Vier Jahre nach den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines führen Ermittlungen zu den Sprengungen erneut zu einer Festnahme. Es ist...

DWN
Politik
Politik Mietrecht: Justizministerin will Einbau von Klimaanlagen erleichtern
19.08.2026

Wie kann die Rechtspolitik einen Beitrag zum Hitzeschutz leisten? Bundesjustizministerin Hubig hat eine Idee.

DWN
Technologie
Technologie Konkurrenz für SpaceX: China gelingt Raketenlandung auf Beinen
19.08.2026

Erstmals ist in China eine Raketenstufe nach einem Orbitalstart senkrecht auf eigenen Beinen gelandet. Sie gehörte zur privat entwickelten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Apple nimmt nach EU-Strafe Änderungen im App-Store vor
19.08.2026

500 Millionen Euro Strafe brummte die EU-Kommission Apple 2025 auf. Brüssel will den US-Konzern zu mehr Offenheit beim Vertrieb seiner...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mehr ausländische Berufe in Deutschland anerkannt - Zahl aus Syrien steigt
19.08.2026

Pflegekräfte, Ärzte, Ingenieure – ausländische Fachkräfte werden gebraucht, um den Bedarf in Deutschland zu decken. Die Zahl die...

DWN
Politik
Politik Wahlen in der Ukraine: Ex-Verteidigungsminister wirbt um Urnengang
19.08.2026

Jahrelang galt der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Fedorow als loyal zu Präsident Selenskyj. Nach seiner überraschenden Entlassung...

DWN
Finanzen
Finanzen Eli Lilly, Novo Nordisk & Co.: Superpillen werden die Wirtschaft verändern - doch wer verdient daran?
19.08.2026

Medikamente zur Gewichtsregulierung gelten als einer der größten Wachstumsmärkte der kommenden Jahrzehnte. GLP-1-Präparate könnten...