Wirtschaft

WEF-Jahrestreffen in Davos: Furcht vor geoökonomischer Konfrontation

Welche Folgen hat es, wenn Staaten gezielt mit wirtschaftlichen Mitteln Macht ausüben? Im Bericht über globale Risiken der Stiftung World Economic Forum (WEF) steht das Thema in diesem Jahr mit Abstand an erster Stelle.
14.01.2026 15:12
Lesezeit: 2 min
WEF-Jahrestreffen in Davos: Furcht vor geoökonomischer Konfrontation
Es ist das erste WEF-Treffen nach dem unfreiwilligen Rücktritt von WEF-Gründer Klaus Schwab. (Foto: dpa) Foto: Michael Buholzer

WEF: Furcht vor geoökonomischer Konfrontation wächst

Die Gefahr einer geoökonomischen Konfrontation ist nach Einschätzung von Entscheidungsträgern weltweit deutlich gestiegen. Im Bericht über globale Risiken der Stiftung World Economic Forum (WEF) steht das Thema in diesem Jahr mit Abstand an erster Stelle.

18 Prozent von gut 1.300 Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Wissenschaft, Regierung, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft sehen eine solche Konfrontation als größte Gefahr für eine globale Krise in diesem Jahr, wie aus dem Bericht hervorgeht. Er erscheint wenige Tage vor dem traditionellen WEF-Jahrestreffen in Davos (19.-23.1), bei dem US-Präsident Donald Trump seine Teilnahme zugesagt hat.

Was geoökonomische Konfrontation bedeutet

Gemeint ist mit «geoökonomischer Konfrontation» nach der WEF-Definition der «Einsatz wirtschaftlicher Hebel durch globale oder regionale Mächte zur Neugestaltung der wirtschaftlichen Interaktionen zwischen Nationen».

Das WEF nennt die US-Politik von Präsident Donald Trump zwar nicht beim Namen. Aber die Fortsetzung der Definition klingt nach einer Beschreibung der amerikanischen Politik: «Einschränkung von Waren, Wissen, Dienstleistungen oder Technologien mit dem Ziel, Selbstversorgung aufzubauen, geopolitische Rivalen einzuschränken und/oder Einflussbereiche zu konsolidieren. Dazu gehören unter anderem: Währungsmaßnahmen, Investitionskontrollen, Sanktionen, staatliche Beihilfen und Subventionen sowie Handelskontrollen.»

Extremwetter langfristig größtes Risiko

Am zweithäufigsten nannten die im August und September 2025 Befragten staatliche Konflikte als Risiko, das eine globale Krise auslösen könnte, gefolgt von Extremwetter. Vor einem Jahr war die Reihenfolge anders: staatliche Konflikte vor Extremwetter und geoökonomischer Konfrontation.

Auch mit Blick auf die kommenden zwei Jahre bleibt demnach das Thema das mit dem größten Krisenpotenzial: geoökonomische Konfrontation rückte im Vergleich zur Umfrage ein Jahr zuvor vom neunten auf den ersten Platz. Risiken wie eine Wirtschaftsflaute, Inflation, das Platzen von Vermögensblasen und die Beeinträchtigung kritischer Infrastruktur werden deutlich höher eingeschätzt. Auf zehn Jahre gesehen gelten Extremwetter und der Verlust der Artenvielfalt als größte Risiken.

Davos ohne Schwab

In einer Welt, in der Mächte versuchten, ihre Einflusssphären zu sichern, sei der Geist des Dialogs unverzichtbar, meint WEF-Chef Børge Brende. Dazu diene auch das WEF-Treffen in Davos. Dort treffen sich seit Jahrzehnten einmal im Jahr rund 3.000 Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu aktuellen Themen. Es ist das erste Forum nach dem unfreiwilligen Rücktritt von WEF-Gründer Klaus Schwab.

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