Finanzen

Gold als Krisenschutz: Nachfrage zieht deutlich an

Lesezeit: 1 min
23.02.2016 14:52
Die Nachfrage nach Gold ist in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen. Angetrieben werden die Verkaufszahlen von der Sorge vieler Anleger vor bevorstehenden Verwerfungen an den Finanzmärkten.
Gold als Krisenschutz: Nachfrage zieht deutlich an

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die hohe Nachfrage nach börsennotierten Edelmetall-Fonds (so genannten ETFs) hat dem Goldpreis am Dienstag Auftrieb gegeben, wie Reuters meldet. Die Notierung des Edelmetalls stieg um 0,6 Prozent auf 1215,70 Dollar je Feinunze. Die Bestände des weltgrößten Gold-Fonds, SPDR Gold, stiegen am Montag um 19,33 Tonnen auf insgesamt 752,29 Tonnen. Damit wurde sogar der Anstieg vom Freitag übertroffen, welcher so stark wie seit 2011 nicht mehr ausgefallen war.

SPDR Gold kauft für jeden investierten Dollar die entsprechende Menge physischen Goldes. Seit Anfang Januar floss bereits mehr Geld in diesen ETF als im gesamten Jahr 2015. Dennoch sei der Goldpreis anfällig für Rückschläge, warnte HSBC-Analyst James Steel. Bei einer anhaltenden Erholung der Aktienmärkte würden Investoren aus seiner Sicht wieder Geld aus dem Goldmarkt abziehen.

Der Chef der Minen-Explorationsfirma Auryn Resources, Ivan Bebek, geht hingegen davon aus, dass die jüngst gestiegene Nachfrage den Auftakt zu einer weit größeren Rally im Goldmarkt anzeigen könnte: „Die Marktteilnehmer positionieren sich für das, was uns noch bevorsteht. Sie kehren zum Goldhandel, ins Goldgeschäft, zurück und horten Gold. Sie tun das, weil sie einen sehr großen Markt auf uns zukommen sehen.“

Tatsächlich kam es in London kürzlich zu Engpässen bei der Auslieferung von Münzen und Barren, weil Kunden in langen Schlangen vor den Geschäften von Händlern warteten. Bebek glaubt, dass sich diese Bilder in Zukunft wiederholen könnten, weil der Markt für physisches Gold sehr klein sei und einer stärkeren Nachfrage nicht standhalten könne. „Wenn man die Marktkapitalisierung aller Goldunternehmen der Welt betrachtet, dann entspricht diese derjenigen eines großen Technologiekonzerns an der NASDAQ-Börse. So klein ist der weltweite Markt für Goldinvestitionen. Wenn man sich vor diesem Hintergrund den Umfang der Gelder vergegenwärtigt, die in den Goldmarkt strömen könnten, dann zeigt sich, wie klein die Tür für Zutritte und Austritte aus dem Markt ist“, sagte Bebek.

Mehrere Faktoren begünstigen derzeit einen Anstieg der Nachfrage nach Gold. Hierzu zählt die ungewisse weltwirtschaftliche Entwicklung ebenso wie die Aussicht auf eine weitere Verschärfung der expansiven Geldpolitik durch die Zentralbanken. Erwartet wird beispielsweise, dass die EZB den negativen Einlagenzinssatz im März noch weiter absenken könnte. Auch die zuletzt gehäuft aufgetretenen Vorstöße für eine Abschaffung oder Beschränkung von Bargeld werden von vielen Marktteilnehmern als Vorboten einer finanziellen Repression durch Staaten und Zentralbanken gedeutet.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Gegen den Lockdown: Texas hebt Maskenpflicht auf und öffnet alle Restaurants

Der US-Bundesstaat Texas wird zum Missfallen der in Washington D.C. sitzenden Biden-Regierung am 10. März alle Geschäfte und alle...

DWN
Deutschland
Deutschland Brandbrief an Merkel: Deutschland spielt mit dem Verlust seiner mittelständischen Basis

Vertreter des Mittelstands warnen in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel vor einer mutwilligen Zerstörung der wirtschaftlichen...

DWN
Politik
Politik 2021: Jahr der Wahlen - oder der Wählertäuschungen?

2021 ist das Jahr der großen Wahlen. Doch eigentlich ist es egal, für wen sich die Wähler entscheiden, schreibt DWN-Gastautor Henrik...

DWN
Politik
Politik DWN-Recht: Dürfen nun Beamte, die der AfD angehören, gefeuert werden?

In den Reihen der als „Verdachtsfall“ eingestuften AfD befinden sich auch deutsche Beamte. Welche beruflichen und rechtlichen...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Anmarsch - ein gutes Omen für Gold

Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun...

DWN
Politik
Politik Medienberichte: Intensivstationen sind voll mit Leuten, die kein Deutsch verstehen

Die Bild-Zeitung berichtet von einem Gespräch zwischen RKI-Chef Lothar Wieler und mehreren Chefärzten. Demzufolge sei die Mehrheit der...

DWN
Finanzen
Finanzen Aufsicht schließt Bremer Greensill Bank, stellt Strafanzeige

Die Bremer Greensill-Bank ist in schwere Turbulenzen geraten. Die Finanzaufsicht hat das Geldhaus geschlossen.

DWN
Politik
Politik Inlandsgeheimdienst legt Grundlagen für Überwachung der AfD

Rund ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl hat das Bundesamt für Verfassungsschutz die gesamte AfD als Verdachtsfall eingestuft. Dadurch...