Politik

Regierung einigt sich auf neue Maßnahmen gegen Terror

Die Regierungsparteien haben sich in der Nacht zu Donnerstag auf neue Maßnahmen zur Terror-Abwehr geeinigt. Welche das sind, gab die Regierung noch nicht bekannt. Einigung soll auch über ein neues Integrationsgesetz erreicht worden sein.
14.04.2016 03:05
Lesezeit: 2 min

Die Partei- und Fraktionsvorsitzenden von CDU, CSU und SPD haben in der Nacht zum Donnerstag im Kanzleramt beraten, wie Reuters berichtet. Nach monatelangem Streit vor allem über die Flüchtlingspolitik, aber auch über Leiharbeit, Erbschaftsteuer und Finanzfragen, wollte die Koalition ihre Handlungsfähigkeit demonstrieren. Das ist nur zum Teil gelungen. Bei der Erbschaftsteuer zum Beispiel gelang kein Durchbruch.

Eine Übersicht:

Beim geplanten Integrationsgesetz wurden mehrere Streitpunkte ausgeräumt. Das ist wohl die wichtigste politische Einigung der Koalition. Die in einem sechs Seiten umfassenden Eckpunktepapier vereinbarten Details sollen am 22. April bei einer Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundesregierung besprochen werden, bevor diese das Gesetz bei ihrer Klausurtagung im Gästehaus Schloss Meseberg in Brandenburg am 24. Mai beschließt. „Wir haben für die Migranten viel erreicht und für die Gesellschaft viel gewonnen“, sagte Gabriel.

Das zweite Beschlusspapier ist überschrieben als Maßnahmenkatalog zum Handlungsbedarf bei der Terrorismusbekämpfung. Deutschland sei „gut aufgestellt, um der terroristischen Herausforderung zu begegnen“, heißt es darin. Handlungsbedarf wird gesehen bei einer „weiteren Ertüchtigung der Sicherheitsbehörden“.

Entgegen Erwartungen in SPD und CSU wurden noch keine Kaufanreize für Elektro-Autos beschlossen, um deren Absatz zu fördern. Darüber soll nun auf einem vom Kanzleramt ausgerichteten Gipfel am 26. April beraten werden.

Leiharbeit und Werkverträge: Nach monatelanger Blockade gelang der Koalition insoweit eine Einigung, als dass Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ihren Gesetzentwurf zur Abstimmung an die anderen Ministerien verschicken darf. Der Streit über Details ist damit nicht beendet: Änderungen vor der Kabinettsbefassung oder bei den späteren Beratungen im Bundestag sind nicht ausgeschlossen. „Natürlich gibt es eine Reihe offener Fragen“, sagte Gabriel. CSU-Chef Horst Seehofer sagte, bei Werkverträgen gebe es „keine nennenswerten Probleme mehr“, bei der Leiharbeit seien „einige Punkte diskussionsbedürftig“. Darüber werde vor der Kabinettsbefassung erneut gesprochen.

Die Koalitionspartner wollen mit Gewerkschaften und Arbeitgebern einen Dialog über eine Rentenreform starten, die zwei Probleme angeht: Geringverdiener nutzen die staatlich geförderte private Altersvorsorge (Riester-Rente) nicht ausreichend, gleichzeitig sinkt das gesetzliche Rentenniveau. Ob vor der Bundestagswahl noch Neuerungen beschlossen werden, ließen Seehofer und Gabriel offen. Seehofer sagte, es bestehe „breiter Konsens, dass es hier Handlungsbedarf gibt“. Die solidarische Lebensleistungsrente zur Aufstockung der Altersbezüge von Kleinverdienern kommt ebenso wie eine Stärkung der Betriebsrenten.

Der Streit um die Erbschaftssteuer wurde erneut nicht gelöst. Im Kern geht es darum, welche Privilegien Firmenerben zugestanden werden, wenn sie Betrieb und Arbeitsplätze erhalten. Die bisherigen Verschonungsregeln laufen nur noch bis Ende Juni, nachdem das Bundesverfassungsgericht die bisherigen Regeln im Dezember 2014 als zu weitgehend gekippt hatte. „Auch bei der Erbschaftsteuer wird weiter gesprochen, da sind wichtige Gemeinsamkeiten identifiziert“, sagte Merkel.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie BradyPrinter i7500: Revolution im Hochpräzisionsdruck

Sie haben genug vom altmodischen Druck großer Etikettenmengen? Keine Kalibrierung, keine Formatierung, kein umständliches Hantieren mit...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ostdeutsche Textilbranche kämpft mit Umsatzeinbußen – trotz erfolgreichen Neustart
03.04.2025

Sachsen und Thüringen zählen noch zu den größten Textilstandorten bundesweit. Doch die ostdeutsche Textilbranche hat erheblich zu...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX aktuell: DAX-Kurs fällt nach Trumps Zollankündigung - wie sollten Anleger reagieren?
03.04.2025

Die erneute Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag die Aktienmärkte stark unter Druck gesetzt. Der DAX-Kurs...

DWN
Politik
Politik Trump Strafzölle: Warum fehlt Russland auf Trumps Zölle-Liste?
03.04.2025

Die von US-Präsident Donald Trump verkündeten Strafzölle treffen eine Liste von 185 Handelspartnern – Russland fehlt darauf, im...

DWN
Panorama
Panorama April 2025: Lohn, Pakete, Elterngeld - die wichtigsten Änderungen
03.04.2025

Beschäftigte im Bau erhalten mehr Lohn, Pakete werden teurer und auch im neuen Bundestag steht einiges an. Der neue Monat bringt zudem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DGB-Studie: Chinesische Investoren auf Rückzug in Europa
03.04.2025

Eine Analyse der SPD-nahen Hans-Böckler-Stiftung vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) analysiert, dass die Firmen-Mitbestimmung nach...

DWN
Panorama
Panorama Marode Infrastruktur: Deutschlands bröckelnde Brücken - Geld allein reicht nicht
03.04.2025

500 Milliarden aus dem Schuldenpaket von Union und SPD sollen in die marode Infrastruktur fließen: Brücken, Schienen und Straßen – oft...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Trump-Zölle könnten Preiskarussell, Zinserhöhungen und Insolvenzen anheizen - die EU bereitet sich vor
02.04.2025

Die Regierungen weltweit bereiten sich auf die massive Einführung von Zöllen durch US-Präsident Donald Trump vor, die, so sein Plan,...

DWN
Finanzen
Finanzen Tesla-Aktie stürzt ab: Miese Tesla-Auslieferungen belasten - was das für Anleger bedeutet
02.04.2025

Die weltweiten Auslieferungen des US-Autobauers Tesla sind im vergangenen Quartal um 13 Prozent auf 336.681 Fahrzeuge zurückgegangen....