Politik

Berlusconi: „In drei Jahren ist der Euro tot“

Silvio Berlusconi hat den EU-Gipfel genutzt, um weiter im Gespräch zu bleiben. Diesmal wandte er sich an die EZB. Wenn sie nicht damit beginne, endlich Geld zu drucken, werde man in drei Jahren die nationalen Währungen wieder einführen, sagte Berlusconi.
14.12.2012 14:24
Lesezeit: 1 min

Aktuell

Britische Aufseher: Banken sind zu wichtig, um kontrolliert zu werden

Es war ein ungewöhnliches Bild am Donnerstag in Brüssel. Neben Mario Monti trat auch der frühere italienische Premier und derzeitige Kandidat der PDL für die Wahlen im kommenden Jahr, Berlusconi, auf. Silvio Berlusconi nutzte den Gipfel als willkommene Plattform, nachdem er mit sich widersprechenden Aussagen zu Monti schon ein paar Tage zuvor ins Gespräch gebracht hatte (hier). Mario Montis angekündigter Rücktritt ist ein willkommenes Fressen für Berlusconi. Nach anfänglich scharfer Kritik zeigt sich Berlusconi nun als Unterstützer Montis. „Alle von uns haben ihn gebeten zu bleiben“ sagte er der FT.

Angela Merkel soll Mario Monti am Donnerstag dazu angehalten haben, zu kandidieren (hier). Und auch der finnische Finanzminister Kyrki Katainen gab Monti beim gestrigen Gipfel Rückendeckung. Es sei kein Geheimnis, dass Montis Kollegen ihn hier sehr stark unterstützen bzw. das, was er getan hat. „Wenn es ihnen gelingt eine Allianz der Moderaten hinter Monti zusammen zu kriegen, wäre das sehr gut“, so Katainen.

Doch Silvio Berlusconi wollte nicht nur über Mario Monti sprechen. Als wäre er bereits gewählter Premier machte er in Richtung Geldpolitik eine ganz klare Ansage. Wenn die EZB nicht damit beginne, Geld zu drucken, „wird die Rückkehr zu nationalen Währungen bereits innerhalb der nächsten drei Jahre notwendig sein“, sagte er Reportern in Brüssel. Gemeinhin spricht man neben den Krediten der EZB für die europäischen Banken auch vom Gelddrucken, wenn die EZB wieder Staatsanleihen am Sekundärmarkt kauft. Interessanter Weise hatte Berlusconi aber selbst erst vor ein paar Tagen ganz selbstbewusst davon gesprochen, dass Zinskosten sowieso niemanden interessieren würden (hier).

Weitere Themen

»Rettungsroutine« zum Wort des Jahres 2012 gewählt

Krise: Die Deutschen kaufen erstmals weniger Autos

Kurios: In Indien boomt Hitler als Lifestyle-Marke

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN Telegramm

Verzichten Sie nicht auf unseren kostenlosen Newsletter. Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie jeden Morgen die aktuellesten Nachrichten aus Wirtschaft und Politik.
E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und erkläre mich einverstanden.
Ich habe die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Ihre Informationen sind sicher. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten verpflichten sich, Ihre Informationen sorgfältig aufzubewahren und ausschließlich zum Zweck der Übermittlung des Schreibens an den Herausgeber zu verwenden. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht. Der Link zum Abbestellen befindet sich am Ende jedes Newsletters.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fossiles Heizen: Explodieren die Preise 2027?
30.08.2025

Seit Jahren herrscht ein Kampf in Europa: Wie kann man die klimaschädlichsten Aspekte des Gebäudesektors in Angriff nehmen und...

DWN
Finanzen
Finanzen Wird die Grundsteuer erhöht? Zu viele Ausgaben, zu wenig Einnahmen - deutsche Kommunen vorm finanziellen Kollaps
30.08.2025

Fast neun von zehn Städten und Gemeinden in Deutschland droht in absehbarer Zeit die Pleite, wie der Stadt Moers in NRW. Die Kommunen...

DWN
Technologie
Technologie Atomkraftwerke in Deutschland: Rückbau "läuft auf Hochtouren"
30.08.2025

Seit dem endgültigen Atomausstieg läuft in Deutschland der Rückbau von Kernkraftwerken. Doch wie weit ist dieser Prozess tatsächlich?...

DWN
Finanzen
Finanzen Erneuerbare Energien-ETF: Vergleich – wie Anleger am besten vom globalen Energieumbruch profitieren können
30.08.2025

Der weltweite Energieumbruch verändert Märkte, Technologien und Kapitalströme – und die globale Energiewende ist längst Realität....

DWN
Technologie
Technologie Europas Energie aus dem All: Die Sonne könnte 80 Prozent liefern
30.08.2025

Forscher sehen eine radikale Lösung für Europas Energiekrise: Solarkraftwerke im All sollen bis 2050 vier Fünftel des Bedarfs decken –...

DWN
Technologie
Technologie Retro-Revival: Warum die Kassette ein Comeback erlebt
30.08.2025

Retro ist wieder in – und die Musikkassette steht dabei im Mittelpunkt. Einst totgeglaubt, erlebt sie heute ein überraschendes Comeback....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zu viele Tools, zu wenig Schutz: Wie Unternehmen ihre Cyberabwehr selbst sabotieren
30.08.2025

Je mehr Sicherheitslösungen, desto sicherer? Das Gegenteil ist der Fall: Tool-Wildwuchs, inkompatible Systeme und überforderte Teams...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland rüstet auf: Digitale Waagen gegen Brummi-Sünder
30.08.2025

Überladene Lkw ruinieren Straßen und bedrohen die Sicherheit. Deutschland setzt jetzt auf digitale Hightech-Waagen – und erklärt den...