Politik

Früherer Zurich-Chef Senn begeht Selbstmord

Lesezeit: 1 min
30.05.2016 10:55
Der frühere Chef der Zurich Insurance Group, Martin Senn, ist am Freitag freiwillig aus dem Leben geschieden. Senn war im Dezember nach mehreren Gewinnwarnungen als Zurich-Chef zurückgetreten. Bereits 2013 wählte ein Zurich-Vorstand den Freitod.
Früherer Zurich-Chef Senn begeht Selbstmord

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Zurich Insurance Group wird erneut vom Selbstmord eines Spitzenmanagers erschüttert: Der langjährige frühere Konzernchef Martin Senn hat sich das Leben genommen. „Die Familie von Martin Senn hat uns darüber informiert, dass Martin am letzten Freitag freiwillig aus dem Leben geschieden ist“, teilte Zurich am Montag mit. Aus Respekt vor Senn und Rücksicht auf die Familie will sich Zurich nicht weiter zu der Sache äußern. „Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Martin Senn hat uns fassungslos gemacht und tief erschüttert“, hieß es.

Senn war laut Reuters im Dezember nach mehreren Gewinnwarnungen als Zurich-Chef zurückgetreten. Im vergangenen Jahr brach der Überschuss um mehr als die Hälfte auf 1,8 Milliarden Dollar ein. Zurich verschärfte seinen Sparkurs und streicht 8000 der konzernweit 55.000 Stellen. Der 59-jährige Schweizer Senn hatte Europas fünftgrößten Versicherungskonzern seit 2009 gelenkt. Seit März dieses Jahres steht der frühere Generali-Chef Mario Greco an der Spitze.

Zurich war 2013 vom Selbstmord seines Finanzchefs Pierre Wauthier erschüttert worden. In einem Abschiedsbrief hatte er dem damaligen Zurich-Präsidenten Josef Ackermann vorgeworfen, ein unerträgliches Arbeitsklima geschaffen zu haben. Der frühere Deutsche-Bank-Chef Ackermann nahm drei Tage danach seinen Hut als Präsident, wies zugleich aber eine Schuld an dem Selbstmord zurück. Eine von Zurich durchgeführte Untersuchung kam zum Schluss, dass Wauthier nicht übermäßig unter Druck gesetzt wurde.

Es ist unbekannt, ob sich die Banker, die Selbstmord begangen haben, einer entsprechenden Therapie unterzogen haben. Solche Therapien sind vor allem im Fall von Depressionen mittlerweile sehr erfolgreich und können das Risiko eines Selbstmords deutlich senken (siehe dazu Informationen der Deutschen Depressionshilfe).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 320.600 Techniker fehlen: Deutscher Fachkräftemangel erreicht neuen Höhepunkt

Vor allem in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint) wächst die Nachfrage auf Rekordniveau. Mit der...

DWN
Deutschland
Deutschland Für den Notfall: Bundesregierung baut Reserve an Kohlekraftwerken aus

Gestern Klimakiller, heute Retter in der Not? Im Angesicht der Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas greift die Bundesregierung...

DWN
Politik
Politik Beziehungen der Türkei zu Griechenland und den USA verschlechtern sich rapide

Die türkische Regierung hat einen Militäreinsatz gegen mit den USA verbündete Milizen in Syrien angekündigt. Die Drohung ist ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Politik
Politik Wahlskandal bei Bundestagswahl in Berlin: Falsche Stimmzettel ausgegeben - Neuwahlen drohen

Chaos In Berlin: Politiker stellt Strafanzeige wegen Wahlbetrugs - Wahlwiederholung wahrscheinlich.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Einzelhandel: Keine Erholung in Sicht

Der deutsche Einzelhandel leidet weiter unter der anhaltenden Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine.

DWN
Deutschland
Deutschland IfW-Vize fordert Rente mit 70: "Rentenversicherung läuft in ein Finanzierungsproblem"

Der Vorschlag des Vizepräsidenten des IfW Kiel, Stefan Kooths, wurde kontrovers diskutiert. Nun will er Missverständnisse aus dem Weg...

DWN
Deutschland
Deutschland Schluss mit lustig: Immobilienmarkt unter Druck

Mit Ende des Jahres erwartet die Immobilienbranche einen Rückgang der Immobilen-Preise.