Finanzen

Rezession der Weltwirtschaft: Chinas Außenhandel gerät ins Stocken

Lesezeit: 1 min
15.07.2016 12:45
Chinas Außenhandel schwächt sich merklich ab. Im Juni gingen Exporte und Importe überraschend deutlich zurück. Der Negativ-Trend kann nur bedingt mit dem Umbau des Wirtschaftsmodells hin zum Binnenkonsum erklärt werden, er wurzelt vielmehr in der sich abzeichnenden Krise der Weltwirtschaft.
Rezession der Weltwirtschaft: Chinas Außenhandel gerät ins Stocken

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die chinesischen Exporte sind im Juni wegen der schwachen weltweiten Nachfrage überraschend stark gefallen. Sie schrumpften um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, gab die Zollbehörde am Mittwoch in Peking bekannt. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich ein Minus von 4,1 Prozent erwartet. Die Importe fielen im Juni sogar um 8,4 Prozent. Hier hatten Experten ein Minus von fünf Prozent prognostiziert.

„Chinas Handelsituation bleibt in diesem Jahr düster und komplex“, sagte Behördensprecher Huang Songping. „Der Abwärtsdruck ist immer noch recht hoch.“ Die Weltwirtschaft sei vielen Unsicherheiten ausgesetzt. „Dazu gehören der Brexit, die Erwartungen einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank, die schwankenden Finanzmärkte, die geopolitische Situation und die Terrorgefahr“, sagte Huang. „Das alles wird weltweit das Vertrauen von Verbrauchern und Investoren beeinträchtigen und den internationalen Handel dämpfen.“

Die Handelsdaten sind ein Signal dafür, dass Chinas Volkswirtschaft im zweiten Quartal weiter an Schwung verloren haben könnte. Experten rechnen für April bis Juni mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 6,6 Prozent. Zu Jahresbeginn waren es 6,7 Prozent. Die offiziellen Daten werden an diesem Freitag veröffentlicht.

Der Abschwung in China ist als Symptom einer sich anbahnenden Krise der Weltwirtschaft zu deuten. Den chinesischen Exporten und Importen kommt dabei eine entscheidende Funktion zur Lagebestimmung des Welthandels zu, weil China der weltgrößte Produzent ist. Der internationale Seehandel hat sich in den vergangenen Monaten bereits merklich abgekühlt. Zahlreiche Organisationen haben inzwischen auf die reelle Gefahr einer Rezession hingewiesen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Ärzte-Zeitung ruft zur Bewertung Lauterbachs auf: Resultat ist Schulnote 6

Die Leser der Ärzte-Zeitung haben eine eindeutige Meinung von Gesundheitsminister Lauterbach.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Putin: Europa begeht mit Energiepolitik «wirtschaftlichen Selbstmord»

Putin sagte, dass die hohen Energiepreise schon jetzt die Konkurrenzfähigkeit der Industrie in der EU schmälerten. Russland wende sich...

DWN
Politik
Politik US-Justizministerium: Allianz-Fondsmanager haben Anleger betrogen

Nach Ansicht des US-Justizministeriums haben Hedgefonds-Manager einer Allianz-Tochter die Entwicklung der Fonds über Jahre hinweg...

DWN
Finanzen
Finanzen Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

DWN
Finanzen
Finanzen IWF erhöht Anteil von Dollar und Yuan bei Sonderziehungsrechten

Während Dollar und Yuan an Gewicht zulegen, verlieren die drei anderen im Korb der Sonderziehungsrechte vertretenen Währungen an...

DWN
Deutschland
Deutschland Windräder: Söder warnt Habeck vor Wortbruch bei Abstandsregeln

Der bayerische Ministerpräsident warnt den Wirtschaftsminister, die vereinbarten Abstandsregeln für Windräder zu kippen.

DWN
Deutschland
Deutschland Dax-Konzerne melden Rekordquartal, doch die Aussichten sind mies

Viele deutsche Börsenschwergewichte präsentierten zu Jahresbeginn Bestmarken bei Umsatz und Gewinn. Doch die Aussichten haben sich...

DWN
Deutschland
Deutschland Impfpflicht weiter auf dem Tisch: Drei Bundesländer geben nicht auf

Die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Bayern dringen auf einen Neuanlauf im Bundestag für eine Impfpflicht ab 60 Jahren.