Politik

Billig-Fliegen in den Urlaub mit Air Berlin könnte bald vorbei sein

Lesezeit: 1 min
20.07.2016 17:16
Das Billig-Fliegen in den Urlaub mit der Air Berlin könnte schon bald der Vergangenheit angehören: Mehrheitseigentümer Etihad will sich auf die Langstrecke konzentrieren. Die Lufthansa zeigt Interesse an Maschinen und Crews, um ihre Tochter Eurowings zu stärken.
Billig-Fliegen in den Urlaub mit Air Berlin könnte bald vorbei sein

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Lufthansa verhandelt Branchen-Insidern zufolge mit Air Berlin über den Kauf eines Teils der Geschäfte der hochdefizitären Airline. Das sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Konkrete gehe es um die Übernahme von etwa 40 der 150 Maschinen aus der Air-Berlin-Flotte samt Crews. Die Flugzeuge seien auf Strecken abseits der beiden Air-Berlin-Drehkreuze Berlin und Düsseldorf unterwegs. Viele Details der Übernahme seien noch nicht ausgearbeitet. "Es ist kein Deal, der schon fertig auf dem Tisch liegt", sagte eine der Personen. Sprecher der Lufthansa sowie von Air Berlin und Etihad wollten sich nicht dazu äußern.

Der Deal hätte Vorteile für beide Seiten. Die Lufthansa erwägt den Insidern zufolge den Kauf der Jets inklusive der Mannschaften, um die eigene Billigtochter Eurowings mit derzeit 90 Flugzeugen schnell zu vergrößern. "Es wäre ein großer Schub für Eurowings", sagte eine der Personen. Die fraglichen Strecken gingen zu touristischen Zielen - ein Geschäftsgebiet, auf dem sich die Lufthansa verstärken will.

Und für Air Berlin könnte der Verkauf den Startschuss für eine lang verschobene strategische Neuausrichtung darstellen. "Der Verkauf wäre Teil einer größeren Lösung", sagte ein Unternehmenskenner. Großaktionär Etihad ist nämlich nicht an den Strecken in Urlaubsgebiete interessiert, sondern vor allem an den Langstreckenflügen - unter anderem zum eigenen Drehkreuz Abu Dhabi. Gegen die Übernahme spreche jedoch, dass der deutsche Marktführer Lufthansa seine Position weiter vergrößern würde, sagten zwei Kenner. Es bestehe die Gefahr, dass Kartellwächter Einspruch erheben.

Air Berlin flog in den vergangenen acht Jahren nur einmal einen Konzernüberschuss ein. Auch unter dem dem amtierenden Chef Stefan Pichler gelang keine Wende. Der Lufthansa-Rivale weitete 2015 den Nettoverlust trotz rapide gefallener Ölpreise auf knapp 450 Millionen Euro aus.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Mehr Verbraucherschutz: EU-Strommarktreform soll beschlossen werden
21.05.2024

Der Strommarkt in Europa unterliegt seit dem russischen Angriffskrieg immer wieder Schwankungen. Um Verbraucher besser vor den Auswirkungen...

DWN
Panorama
Panorama Sportwetten im Fußball: Ein lukratives Geschäft – mit Schattenseiten
21.05.2024

Fußballfans aufgepasst: Die EM steht vor der Tür und mit ihr die Hochsaison für Sportwetten. Doch wie funktioniert das lukrative...

DWN
Politik
Politik Baerbock in Kiew - Appell für mehr Unterstützung bei Luftabwehr
21.05.2024

Russland verstärkt mit einer Offensive auf Charkiw den Druck auf die Ukraine. Präsident Wladimir Putin lässt zugleich die Infrastruktur...

DWN
Politik
Politik Um „die Freiheit zu verteidigen“: Musk und Miliei gegen Europas Politiker?
21.05.2024

Es gibt Personen des öffentlichen Lebens, die unweigerlich polarisieren. Der erratische Unternehmer Elon Musk und Argentiniens...

DWN
Finanzen
Finanzen Legale Tricks: Steuern sparen bei Fonds und ETFs - so geht's!
20.05.2024

Steuern fressen einen großen Teil der Börsengewinne auf. DWN zeigt Ihnen 11 legale Wege, wie Sie Steuern bei Fonds und ETFs sparen und...

DWN
Panorama
Panorama In wenigen Klicks: Verbraucher finden optimale Fernwärme-Tarife auf neuer Plattform
20.05.2024

Eine neue Online-Plattform ermöglicht es Verbrauchern, die Preise für Fernwärme zu vergleichen, was eine bedeutende Rolle in der...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft IEA schlägt Alarm: Rohstoffmangel gefährdet Klimaschutzziele
20.05.2024

Die Internationale Energie-Agentur warnt vor einem drohenden Mangel an kritischen Mineralien für die Energiewende. Mehr Investitionen in...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fußball-EM 2024: Bierbranche hofft auf Rückenwind
20.05.2024

Weil die Deutschen immer weniger Bier trinken, schrumpft der hiesige Biermarkt und die Brauereien leiden. Eine Trendwende erhofft sich die...