Politik

Raketen und Terror: Krieg in Syrien greift auf Türkei über

Lesezeit: 2 min
28.08.2016 03:10
Der Flughafen der türkischen Stadt Diyarbakir wurde mit Raketen beschossen. In Cizre wurden zahlreiche Polizisten bei einem Selbstmordanschlag getötet. In Syrien setzen Russen und Syrer ihren Kampf gegen die islamistischen und internationalen Söldner fort.
Raketen und Terror: Krieg in Syrien greift auf Türkei über

Am Wochenende wurde in der türkischen Stadt Cizre ein Selbstmord-Anschlag auf ein Polizeigebäude verübt. Ein mit Bomben beladener Lkw detonierte vor dem Gebäude. Bei dem Anschlag sollen nach Informationen der Nachrichtenagentur Anadolu elf Polizei-Beamte ums Leben gekommen sein, berichtet die Oppositionszeitung Cumhuriyet. 78 weitere Polizisten und Zivilisten sollen schwerverletzt worden sein.

Die PKK-nahe Nachrichtenagentur ANF veröffentlichte eine Mitteilung der Dachorganisation der PKK und der syrischen YPG (HPG), die sich zum Anschlag bekannte. Nach Informationen der HPG sollen nicht elf, sondern 118 Beamte getötet und 152 weitere Beamte verletzt worden sein.

Die HPG berichtet, dass es sich um eine „Fedai-Aktion“, also um einen Selbstmordanschlag handelte. Der Anschlag wurde vom kurdischen Extremisten Firat Pirsus verübt. Pirsus habe sich in die „Reihe der Märtyrer gesellt“ und habe eine „besonders große Performance an den Tag gelegt“, so die HPG.

Die türkische Stadt Cizre befindet sich direkt am Euphrat und an der türkisch-syrischen Grenze. Die Entfernung von Cizre in das von der YPG kontrollierte Gebiet in Syrien beträgt etwa 500 Meter.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde der Flughafen von Diyarbakir mit Raketenwerfern beschossen. Es soll Tote und Verletzte geben, berichtet die Zeitung Aksam. Bisher hat sich noch keine Gruppe zu dem Angriff bekannt.

Die islamistische Söldner-Truppe Dschaisch al Fatah haben am Freitag und Samstag schwere Verluste entlang der Khan Touman-Ramousseh-Straße erlitten, berichtet das militärische Analyseportal South Front. Die Straße gilt als wichtigste Versorgungslinie für die Söldner in Aleppo. Die syrische Spezialtruppe „Tiger Forces“ hatte die Feuerkontrolle über die Straße erlangt, nachdem sie wenige Tage zuvor Tal Umm Qara von den Islamisten erobert hatte. Die Befreiung von Tal Umm Qara führte dazu, dass die Söldner in Süd-Aleppo nun eingeschlossen sind. Die Söldner hatten mehrere Angriffe gestartet, um sich zu befreien. Doch die Versuche sollen vergeblich gewesen sein. Bei jedem Vorstoß erlitten die islamistischen Söldner große Verluste.

Währenddessen haben sich US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow am Freitag bei einem Treffen in Genf ausdrücklich für die territoriale Einheit Syriens ausgesprochen. „Wir unterstützen die Einheit Syriens. Wir unterstützen keine unabhängige kurdische Initiative“, zitiert das US-Außenministerium Kerry. Die Aussagen Kerrys kamen kurz nachdem die syrische Stadt Daraya von der syrischen Armee befreit wurde. Die USA, die bisher eine Aufteilung Syriens unterstützt hatten, nähern sich damit dem Kurs von Damaskus und Moskau. Das Bekenntnis von Kerry für die territoriale Einheit Syriens ist nicht nur ein Rückschlag für die Kurden, sondern auch für die islamistischen Söldner, die in bestimmten Teilen Syriens einen islamistischen Gottesstaat gründen und die Scharia einführen wollten.

DWN
Politik
Politik DWN-Interview mit Ex-Militärberater Jörg Barandat: „Wasser und Energie sind untrennbar miteinander verbunden.“
19.05.2024

Wasser sollte nicht getrennt von anderen Faktoren wie Energie und Klima betrachtet werden, sagt Jörg Barandat, langjähriger Berater...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Im Sog der Krise: Chinas Immobilienbranche unter Druck
19.05.2024

Seit einigen Jahren belastet die Immobilienkrise China und beeinträchtigt das wirtschaftliche Wachstum. Die Geduld vieler Gläubiger...

DWN
Politik
Politik Unfall des Präsidenten-Hubschraubers im Iran - Lebt der Regierungschef noch?
19.05.2024

Das Schicksal des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi und Außenministers Hossein Amir-Abdollahian ist unklar, nachdem ihr Hubschrauber...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft EU-Kommission unterstützt Lausitz: Auf dem Weg zum "Netto-Null-Valley"
19.05.2024

Wie kann man ohne die Freisetzung von Treibhausgasen produzieren? Das Kohlerevier in der Lausitz strebt danach, als Modellregion in Europa...

DWN
Politik
Politik 75 Jahre Europarat: Ein Jubiläum in turbulenten Zeiten
19.05.2024

Der einst stolze Europarat feiert sein 75-jähriges Bestehen, doch das Jubiläum findet inmitten von Krisen und Unsicherheit statt,...

DWN
Finanzen
Finanzen P2P-Kredite als alternative Geldanlage: Chancen und Risiken
19.05.2024

P2P-Kredite sind eine aufstrebende Anlageklasse, die Privatpersonen ermöglicht, direkt in den Kreditbedarf anderer Privatpersonen zu...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Vom Erfolg zur Krise: Wie Adidas seine Dominanz im Sportmarkt verlor
19.05.2024

Adidas, einst ein Riese im Sportmarkt, kämpft nach katastrophalen Kooperationen und einem Börsenabsturz gegen den Aufstieg von Nike. Mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Kreditanstalt für Wiederaufbau in der Kritik, nutzt Potenzial unzureichend
19.05.2024

Eine neue Studie der Stiftung Klimaneutralität zieht eine kritische Bilanz zur Rolle der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Demnach...