Millionen Autos übersteigen Schadstoff-Grenzwerte in Europa

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
EU  
Automobil  
 
Lesezeit: 1 min
27.09.2016 01:09
In Europa werden derzeit etwa 29 Millionen Diesel-Autos gefahren, welche die Schadstoff-Grenzwerte bei weitem übersteigen. Bemerkenswert ist, dass viele Autobauer von der Europäischen Investmentbank vor Jahren Kredite in Millionenhöhe bekamen, um sauberere Autos zu entwickeln.
Millionen Autos übersteigen Schadstoff-Grenzwerte in Europa
Dokumentierte Verstöße gegen die EU-Abgasnormen. (Quelle: T&E)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
EU  
Automobil  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

In Europa werden derzeit offenbar rund 29 Millionen Fahrzeuge gefahren, welche die offiziellen Stickoxid-Grenzwerte deutlich übersteigen. Dies geht aus einem Bericht der Umweltschutzgruppe Transport & Environment (T&E) hervor. T&E berichtet, dass diese Schätzungen „konservativ“ ausgelegt worden seien und dass die Anzahl von 29 Millionen Autos etwa 76 Prozent aller Diesel-Fahrzeuge entspreche, die zwischen 2011 und 2015 verkauft wurden.

Im Zuge der Affäre um manipulierte Dieselfahrzeuge des Volkswagen-Konzerns war bekanntgeworden, dass Autos fast aller großen Hersteller die Grenzwerte im normalen Fahrbetrieb übersteigen, berichtet EUobserver. Demzufolge würde die Abgasregelung automatisch ausgeschaltet oder heruntergefahren, weil eine dauerhafte Anwendung den Motoren schaden würde.

Pikant an den von T&E entdeckten Verstößen gegen die Schadstoff-Grenzwerte ist, dass die Europäische Investitionsbank (EIB) zahlreichen Autokonzernen in den Jahren 2009 und 2010 Kredite im Gesamtumfang von etwa 7,5 Milliarden Euro gewährt hatte, mit dem Ziel, dass dieses Geld in die Entwicklung emissionsarmer Fahrzeuge fließen soll.

Zu den Empfängern der Kredite gehörten Fiat, die französische PSA-Gruppe, Renault, VW, Volvo, Jaguar, Nissan und Ford. Zweck der Kredite sei es gewesen „Investitionen, die eine Reduzierung der Emissionen anpeilen, sowie der Energieeffizienz der europäischen Automobilbranche kurzfristig Unterstützung zukommen zu lassen“, schreibt die EIB in einem Bericht.

So wurde im Sommer 2010 ein Kredit im Umfang von 550 Millionen Euro an Ford ausgereicht, für „die Forschung, Entwicklung und Innovation einer neuen Generation effizienter und schadstoffarmer Diesel- und Benzinmotoren.“ T&E zufolge habe Ford seit dem Erhalt des Kredites jedoch rund 1,5 Millionen Autos verkauft, welche die Grenzwerte der EU um mindestens das Dreifache übertreffen. An die französische PSA-Gruppe gingen 400 Millionen Euro, ebenso wie an Volkswagen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der "Great Reset" wird von Blackrock gesteuert: Die Staaten dürfen nur assistieren

Der große Reset befindet sich derzeit in der Planungs-und Vorbereitungsphase - Blackrock spielt dabei die führende Rolle.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rosneft: Wie die russische Ölmacht klammheimlich in Deutschland weiter aufrüstet

Deutschland ist stark vom russischen Gas abhängig - nicht unbedingt eine ganz neue Einsicht. Doch dass die Russen auch schon weite Teile...

DWN
Deutschland
Deutschland Opposition kritisiert Finanzminister Scholz für Staatsfinanzierung auf Pump

Die Corona-Krise hat massive Löcher in den Bundeshaushalt gerissen. Doch ob und wie er sie stopfen will, lässt Bundesfinanzminister Olaf...

DWN
Deutschland
Deutschland Staatsanwaltschaft klagt noch mehr VW-Mitarbeiter in Abgasaffäre an

Ex-Konzernchef Winterkorn und vier weitere Führungskräfte von Volkswagen müssen sich schon auf einen Strafprozess einstellen. Nun hat...

DWN
Politik
Politik EU-Kommission setzt bei neuer Asylreform auf rigorose Abschiebungen

Seit Jahren streiten die EU-Staaten über eine Reform der europäischen Asyl- und Migrationspolitik. Die Risse wurden dabei immer tiefer....

DWN
Deutschland
Deutschland Drosten warnt: „Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen - auch bei uns“

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend für die kommende Zeit gewappnet....

DWN
Politik
Politik Lukaschenko überraschend schnell für sechste Amtszeit vereidigt

Die Bundesregierung sieht in der überraschenden Zeremonie keine Legitimation für Präsident Lukaschenko und dringt auf weitere Sanktionen.

DWN
Deutschland
Deutschland Nach Razzia: Kritik an Fleischbranche wegen gefälschter Papiere

Leiharbeit in der Fleischindustrie steht spätestens seit der Corona-Pandemie im Fokus der Öffentlichkeit. Am Mittwoch hat die...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung beschließt höheren Zusatzbeitrag der Krankenkassen

Nicht nur Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen künftig rund 3 Milliarden Euro mehr zur Gesetzlichen Krankenversicherung zahlen. Auch der...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Krise: Der Mittelstand lobt die Bundesregierung - und rügt sie gleichzeitig

Der Mittelstand ist grundsätzlich zufrieden mit der Corona-Politik der Bundesregierung. Doch es gibt auch Kritik. Es wird unter anderem...

DWN
Politik
Politik FBI-Ermittler wurde gezwungen, Clinton-E-Mails an Laptop von Sexualverbrecher zu vertuschen

Neuen Enthüllungen zufolge wurde ein FBI-Agent dazu gezwungen, Kontakt-E-Mails von Hillary Clinton zu einem Sexualverbrecher zu vertuschen.

DWN
Deutschland
Deutschland Entwicklungsminister: An Lockdown-Folgen sterben mehr Menschen als am Virus

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warnt vor den Kollateralschäden im Kampf gegen Corona.

DWN
Finanzen
Finanzen Börsenboom vergrößert die Kluft zwischen Arm und reich

Bereits im vergangenen Jahr hat der Börsenboom die globalen Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte um 9,7 Prozent nach oben getrieben....

DWN
Politik
Politik Vergifteter Kremlkritiker Nawalny aus Charité entlassen

Künstliches Koma, Beatmung und Sorge um Langzeitschäden: Nach einer schweren Vergiftung lag Alexej Nawalny wochenlang in der Charité....

celtra_fin_Interscroller