Politik

Ökonom: Neuwahlen werden Niederlande das Triple A kosten

Lesezeit: 1 min
23.04.2012 00:36
Nach dem Scheitern der Spar-Verhandlungen mit Geert Wilders wird der niederländische Premier Mark Rutte am Montag voraussichtlich Neuwahlen ankündigen. Das könnte dem Land das Triple-A kosten - und der Eurozone noch mehr Ärger bescheren.
Ökonom: Neuwahlen werden Niederlande das Triple A kosten

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Nach elf Stunden brach Geert Wilders, der Chef der Partei für die Freiheit, die Gespräche über weitere Einsparungen ab. Seine Partei verweigere sich den EU-Forderungen. „Das Geld wird aus den Geldbörsen der Rentner genommen", sagte Geert Wilders. Am Montag wird der niederländische Premierminister Mark Rutte sein Kabinett für Krisengespräche einberufen. Neuwahlen scheinen wahrscheinlich. „Ab sofort ist die Rutte-Regierung eine echte Minderheitsregierung“, sagt Rene Tissen, Wirtschaftsprofessor an der Universität Universität. Ruttes Regierung ist von der Unterstützung Wilders Partei abhängig, weil ihr sonst die Mehrheit fehlt, um Gesetze durchzusetzen. Doch neue Wahlen sind ein Risiko für die Niederlande.

Neuwahlen „wären sowohl für das holländische AAA-Rating als auch für die reale Wirtschaft eine Katastrophe ", sagte Arnold Heertje, ein emeritierter Professor für Ökonomie, dem Nachrichtendienst Bloomberg. Arbeitslosigkeit, geringeres Wirtschaftswachstum und ein Verlust der Investitionen würden folgen. Die Niederlande sind neben Deutschland, Finnland und Luxemburg das einzige europäische Land mit der Bestnote im Rating.

Rund 16 Milliarden Euro muss die niederländische Regierung einsparen. Derzeit liegt das Defizit für 2013 bei 4,7 Prozent des BIP. Die EU-Defizitgrenze beträgt 3 Prozent. Die Niederlande waren neben Deutschland einer der härtesten Verfechter einer unbedingten Einhaltung der Defizitgrenze. Bei Neuwahlen wäre nicht abzusehen, ob die neue Regierung tatsächlich in ähnlicher Weise sparen wollen würde. Doch die Verschuldung des Staates ist neben der finanziellen Situation der niederländischen Banken ein wichtiger Faktor in der Bewertung durch die Ratingagenturen (und die Banken sind bereits angeschlagen - hier).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Gelddrucken der EZB bringt dem Bund Milliarden-Einnahmen

Die lockere Geldpolitik der EZB hat die Zinsen für Bundesanleihen deutlich in den negativen Bereich gedrückt. Im ersten Quartal verdiente...

DWN
Politik
Politik Lagebericht der OSZE-Sonderüberwachungsmission in der Ukraine

Aus dem aktuellen Lagebericht der OSZE-Sonderüberwachungsmission in der Ukraine gehen mehrere Verstöße gegen den Waffenstillstand in der...

DWN
Deutschland
Deutschland Inflation im Anmarsch: Bauindustrie kündigt steigende Preise an

Das Bauen in Deutschland wird voraussichtlich deutlich teurer. Die lang erwartete Inflation kommt nun mit aller Macht.

DWN
Finanzen
Finanzen So profitieren Sie von Bitcoin, ohne die Kryptowährung kaufen zu müssen

Bitcoin hat seit Beginn des Jahres eine beispiellose Ralley hingelegt. Doch die Kryptowährung ist extrem schwankungsanfällig und manchem...

DWN
Politik
Politik Baerbock verknüpft Klima-Politik mit dem US-Feldzug gegen China

Die grüne Annalena Baerbock fordert eine „Klimapartnerschaft“ mit den USA. Diese soll auf einem sonderbaren geopolitischen Fundament...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Familienunternehmer fällen vernichtendes Urteil über Merkel-Regierung

Die Unzufriedenheit der Familienunternehmer mit der Bundesregierung ist auf einen historischen Rekord angestiegen. Denn die Politik der...

DWN
Politik
Politik Impfstoff-Diplomatie: EU liefert hunderttausende Impfdosen auf den Balkan

In ihrem Bestreben, den geopolitischen Hinterhof nicht anderen Mächten zu überlassen, hat die EU ihr Engagement auf dem Balkan verstärkt.

DWN
Finanzen
Finanzen Kann ein Trennbanken-System die Einlagen der Sparer schützen?

Die EU wollte nach der Finanzkrise 2008 ein Trennbanken-System einführen, um Ausfallrisiken für Kunden und Steuerzahler zu mindern. Doch...