Politik

Frankreich erklärt Stahlkonzern ArcelorMittal den Krieg

Lesezeit: 1 min
27.11.2012 01:52
Der französische Industrieminister Arnaud Montebourg hat dem Stahlkonzern ArcelorMittal vorgeworfen, er wolle Frankreich erpressen. Man wolle Mittal nicht mehr in Frankreich. Wenn ein geplanter Verkauf nicht nach den Vorstellungen von Paris abläuft, will Montebourg ein Werk des Konzerns kurzerhand verstaatlichen.
Frankreich erklärt Stahlkonzern ArcelorMittal den Krieg

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der indische Stahl-Magnat Lakshmi Mittal ist "extrem schockiert": Die französische Regierung hat den Konzernchef scharf attackiert und Mittal vorgeworfen, er sei ein Lügner und Erpresser. Es geht bei dem Streit um die geplante Schließung eines Teils des Stahlwerks in Florange. Mittal hatte den Franzosen angeboten, sie könnten einen Teil des Werks verkaufen. Solte der Verkauf nicht gelingen, werde er das Werk schließen. Der französische Industrieminister Arnaud Montebourg startete darauf eine ungewöhnlich harte Attacke gegen Mittal: Der Konzern halte sich nicht an die Vereinbarungen, man wolle Mittal nicht mehr in Frankreich haben. Montebourg interpretierte die Ankündigung von Mittal als "Erpressung" und konterte seinerseits mit einem Ultimatum: Es sei unmöglich, nur einen Teil des Werks zu verkaufen. Sollte Mittal nicht einwilligen, dass Paris das gesamte Werk verkaufen könne, werde man die Anlage verstaatlichen.

Die FT berichtet von einem einem namentlich nicht genannten Industrie-Boss, der sagte, die Heftigkeit der Aussagen des französischen Ministers bereiten der gesamten Wirtschaft große Sorgen. Man zweifle daran, ob Frankreich unter diesen Umständen noch ein geeigneter Industrie-Standort sei. Die Regierung Hollande hat in den vergangenen Monaten mehrfach schwere Geschütze gegen französische Industrielle aufgefahren. Offenkundig ist man in Paris sehr nervös, was die wirtschaftlichen Aussichten für die kommenden Monate anlangt. Breitseiten gegen die Industrie werden von Beobachtern jedoch als wenig geeignet gehalten, um zu verhindern, dass sich die französischen Strukturprobleme zu einer veritablen ´Rezession auswachsen.

Konzernchef Mittal wird am Dienstag in Paris erwartet, wo es zu einem Krisentreffen mit Francois Hollande kommen wird.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Wunderwaffen gibt es nicht
23.02.2024

Im Ukraine-Krieg treffen russische auf westliche Waffensysteme. Inwieweit lässt sich deren Effektivität vergleichen, sind ausgebrannte...

DWN
Finanzen
Finanzen Bund geht wieder leer aus: Erneut kein Bundesbank-Gewinn
23.02.2024

In der Bundesbank-Bilanz steht zum vierten Mal in Folge unter dem Strich eine Null, dabei könnte der Bundesfinanzminister einen Geldsegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Solarhersteller unter Druck: Meyer Burger plant Werksschließung in Sachsen
23.02.2024

Die Solarindustrie hierzulande steht unter Druck: Annähernd 90 Prozent der nach Deutschland importierten Photovoltaikanlagen stammen laut...

DWN
Finanzen
Finanzen Allzeithochs bei DAX, MSCI World und Co.: Jetzt besser nicht investieren?
23.02.2024

Zahlreiche Aktienindizes sind kürzlich auf Rekordhochs gestiegen, der deutsche DAX beispielsweise kletterte im gestrigen Donnerstagshandel...

DWN
Immobilien
Immobilien BGH zur Frage der Zerrüttung: Mietverhältnis bei Streit nicht automatisch kündbar
23.02.2024

Wenn das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter zerrüttet ist und der Vermieter deshalb den Mietvertrag kündigen will, geht das nur,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wirtschaftsleistung in Deutschland: BIP schrumpft Ende 2023
23.02.2024

In Deutschland herrscht weiterhin Konjunkturflaute. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland, also die Wirtschaftsleistung, schrumpfte im...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft IWF: Russlands Wirtschaft trotzt Sanktionen, doch Überhitzung droht
22.02.2024

Gerade erst hat die Europäische Union neue Finanzsanktionen gegen Russland beschlossen. Doch Russlands Wirtschaft scheint den Maßnahmen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uber, Bolt & Co.: Jedes fünfte Auto in Berlin fährt wohl ohne Konzession
23.02.2024

Plattformen wie Uber, Bolt und Freenow haben Taxis in den Großstädten den Rang abgelaufen. Nun kommt heraus, dass offenbar viele der...