Oettinger: EU-Staaten müssen 12.000 Milliarden Euro Schulden abbauen

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
03.03.2013 23:16
Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger sieht Europa in der Schuldenfalle. Besonders die Situation in Frankreich sieht Oettinger kritisch. Das Land könnte „sehr gefährlich“ für die Eurozone werden.
Oettinger: EU-Staaten müssen 12.000 Milliarden Euro Schulden abbauen

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell:

Atomausstieg kann Steuerzahler 15 Milliarden Euro kosten

Während EU-Parlamentspräsident Martin Schulz die derzeitige Sparpolitik in der EU kritisiert, spricht sich der EU-Kommissar für Energie, Günther Oettinger, genau für diesen Kurs aus. Schließlich hätte die EU keine andere Wahl. Die „Europäische Union hat mit ihren Mitgliedsstaaten jetzt fast 12.000 Milliarden Schulden“, sagte Oettinger in einem Interview mit dem DLF. Teile man diesen Betrag durch sechs Jahre, da die ausgegebenen Staatsanleihen durchschnittlich eine solche Laufzeit haben, dann „werden pro Tag - pro Arbeitstag - etwa zehn bis zwölf Milliarden neu vergeben“, so Oettinger. Im Hinblick auf den Bond-Markt sei der Sparkurs enorm ohne Alternative: „Jeden Tag müssen wir so gut sein, dass die Welt uns zehn bis zwölf Milliarden gibt.“ Nur ein Schuldenabbau könne das Vertrauen für die Altschulden und deren Umschuldung erhalten.

Man könne, so Oettinger, zwar über eine gewisse Verlängerung der Bremslinie reden – wie etwa durch das Geben von mehr Zeit zum Erreichen des Defizitziels für angeschlagene Länder – aber die „Märkte sind unbarmherzig“. Letztlich müsse der Bremsweg dahin führen, dass „dass wir aus der Schuldenfalle herauskommen, und zwar jeder Mitgliedsstaat, auch Deutschland“, ergänzte er.

Doch der Widerstand gegen den Sparkurs in Europa wächst, zumal auch Frankreich mittlerweile mit einer Rezession zu kämpfen hat (mehr hier). Angesichts der massiven Probleme, mit denen derzeit Frankreich konfrontiert ist, hält Günther Oettinger das Land deshalb auch für „sehr gefährlich“ für die Eurozone insgesamt. Frankreich könne nicht auch noch ein Bailout-Land werden, die Rettungsschirme seien „in keinem Fall für Frankreich, Deutschland“ und Italien gestrickt (der ESM verfügt gar nicht über derartige Mittel – hier). Eigentlich müsste „Hollande genau das machen, was Deutschland unter Gerhard Schröder, auch ein Sozialdemokrat, gemacht hat”, erklärt der EU-Kommissar.

Über den Ausgang der Wahlen in Italien ist Oettinger zwar in Sorge, „aber ich male nicht schwarz“. Schließlich habe Europa immer die Kraft gehabt, gemeinsam die Probleme zu bewältigen. „Und ich traue auch Italien zu, jetzt nach der Wahl zu begreifen, welche Pflichten Italien einging“. Seiner Meinung nach werde sich Berlusconi nun weit eher als europragmatisch einstellen als noch vor der Wahl, so Oettinger. Ganz abgesehen davon sei der Staatspräsident ein „kluger, erfahrener Kopf“, dem er zutraut, alles zu tun, „dass eine pragmatische Regierungsbildung möglich wird“. Schafft Napolitano das jedoch nicht, droht dem Land ein monatelanger Stillstand (hier).



DWN
Marktbericht
DWN
Finanzen
Finanzen Corona-Insolvenzwelle, Teil 5: Die erste deutsche Universität steuert auf die Pleite zu

Die durch die Corona-Pandemie ausgelösten Finanzprobleme machen auch vor dem deutschen Bildungssektor nicht Halt. Nun kämpft die erste...

DWN
Politik
Politik Funkstille zwischen China und den USA: Das Risiko einer militärischen Eskalation im Pazifik ist so hoch wie nie zuvor

Im Südchinesischen Meer verschärfen sich die bestehenden Spannungen. Das Risiko ernster Zwischenfälle ist Experten zufolge so hoch wie...

DWN
Deutschland
Deutschland US-Höchstgericht urteilt im Besitz-Streit um den Welfenschatz der Preußen-Stiftung

Der höchste Gerichtshof der USA soll klären, ob die Stiftung Preußischer Kulturbesitz rechtmäßiger Eigentümer des Welfenschatzes ist....

DWN
Politik
Politik Krawall im Südsee-Paradies: Niederlande aktivieren Soldaten zur Eindämmung schwerer Unruhen auf Curacao

Auf der zu den Niederlanden gehörenden Karibikinsel Curacao sind Unruhen ausgebrochen. Den Haag aktiviert seine dort stationierten...

DWN
Deutschland
Deutschland Konjunktur-Prognose des ifo-Instituts zu optimistisch? Fehlt auch nur ein Baustein, bricht das Kartenhaus zusammen

DWN-Gastautor Michael Bernegger und DWN-Chefredakteur Hauke Rudolph liefern eine Einschätzung der ifo-Prognose, der zufolge die deutsche...

DWN
Politik
Politik Neue Festnahme im Epstein-Skandal: Für Prinz Andrew wird die Lage zunehmend brenzlig

Die Festnahme der ehemaligen Freundin des Sexualverbrechers Jeffrey Epstein könnte für Prinz Andrew gefährlich werden. Die Dame kennt...

DWN
Politik
Politik Einbruch-Serie erschüttert Europaparlament: Dutzende Büros aufgebrochen, Akten und Computer gestohlen

Wie erst jetzt bekannt wurde, wurden im Europaparlament in Brüssel in den vergangenen Wochen dutzende Abgeordneten-Büros aufgebrochen und...

DWN
Politik
Politik Frankreichs Regierung tritt komplett zurück

Nach dem Debakel bei der Kommunalwahl muss sich Frankreichs Regierung komplett neu aufstellen.

DWN
Finanzen
Finanzen Bayer im Schuldenstrudel: Nach Monsanto-Desaster sind Neu-Schulden in Milliardenhöhe nötig

Die teure Übernahme des unbeliebtesten Unternehmens der Welt geht für Bayer kräftig nach hinten los. Auch nach den neuesten...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB warnt: Das Gespenst der Deflation ist zurück

Die Europäische Zentralbank warnt vor deflationären Tendenzen in Europa. Viele Branchen dürften in Wahrheit aber weit von sinkenden...

DWN
Politik
Politik Britisches Höchstgericht: Venezuelas Goldschatz in London steht selbsternanntem Präsidenten Guaido zur Verfügung

Im Streit um die in London lagernden Goldvorräte Venezuelas hat der britische High Court ein Urteil gefällt. Demnach kann der...

DWN
Panorama
Panorama Kreml reagiert auf erhöhte Radioaktivität im Gebiet der Ostsee

Russland hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach das Land für die zuletzt erhöhte Radioaktivität in der Ostsee verantwortlich gewesen sein...

DWN
Politik
Politik Kopfgeld für tote US-Soldaten: Der neueste PR-Feldzug des Tiefen Staates gegen Trump

Interessierte Kreise versuchen mit immer neuen Behauptungen, den amerikanischen Präsidenten Donald Trump in Verruf zu bringen....

DWN
Technologie
Technologie Wasserstoff: Die Lösung aller Antriebs-Probleme beim Auto?

Der Experte Timm Koch plädiert im großen DWN-Interview für das Auto mit Brennstoffzellen-Antrieb, der auf Wasserstoff basiert.

celtra_fin_Interscroller