Zypern: Enteignung bringt Rentner um ihre Ersparnisse

 

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30.03.2013 00:17
Vom Zypern-Haircut sind ganz normale Leute betroffen. John Demetriou hat sein Leben lang gearbeitet und gespart. Er hat sich nichts Materielles gekauft, sondern sein Geld auf der Bank liegen lassen - damit er den Kindern und Enkeln helfen kann. Ein schwerer Fehler, wie sich jetzt zeigt.
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Vom Zypern-Bailout sind nicht russische Oligarchen betroffen, sondern ganz normale Leute. Die Geschäftskonten vieler mittelständischer Unternehmen wurden geplündert, was diese in den Ruin getrieben hat (mehr hier). Und auch ganz normale Menschen wie der 65-jährige John Demetriou haben fast ihre gesamten Ersparnisse verloren, von denen sie im Alter leben wollten.

Im Jahr 1970 hatte Demetriou Zypern wegen der Unruhen im Land verlassen. Bis 2007 arbeitete er in Australien. Dann kehrte er mit einer Million Dollar in seine Heimat zurück, um dort mit dem Ersparten seinen Lebensabend zu verbringen.

Zudem wollte er die Ausbildung seiner Enkelkinder unterstützen. Und auch für medizinische Behandlungen und für ein erträgliches Alter war das Geld vorgesehen, für Reisen zurück nach Australien. Demetriou spielte sogar mit dem Gedanken, sich ein Haus zu kaufen. „Unglücklicherweise konnte ich mich dazu noch nicht durchringen“, sagt er dem Sydney Morning Herald.

Sein gesamtes Vermögen lag bei der Laiki Bank, die nach dem Bailout-Plan zerschlagen werden soll. Von seiner Million Dollar gehen 100.000 Euro zur Bank of Cyprus. Doch der Großteil des Geldes ist verloren. „Freitagabend ging ich als reicher Mann ins Bett. Ich wachte als armer Mann auf“, sagt Demetriou.

„Es ist kein Schwarzgeld. Es ist mein Geld.“

Demetrious Sohn George sagt, dass die ganze Familie auf Märkten hart gearbeitet hat. „Ehrliche Arbeit in ehrlichen Jobs.“ Nun würden mit ihrem Geld die Schulden anderer Leute und die Schulden der Regierung abbezahlt. „Um ehrlich zu sein, es ist widerlich“, zitiert ihn der Sydney Morning Herald.

Wenn die Lage schlimmer wird, will George Demetriou nach Australien zurückgehen. Doch sein Vater könne wegen seines schwachen Herzens nicht nach Australien zurück. Zudem habe er kein Haus. Die 100.000 Euro würden bald aufgebraucht sein.

„Es ist kein russisches Geld. Es ist kein Schwarzgeld. Es ist mein Geld“, sagt John Demetriou.


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