Politik

Österreich: Krisenländer raus aus dem Euro

Lesezeit: 1 min
21.08.2013 06:17
Ein großer Teil der Österreicher will die Währungsunion verkleinern. Nur Staaten mit einer starken Wirtschaft sollen den Euro haben. Zwei Drittel der Österreicher geben an, dass der Euro gut für die Wirtschaft des Landes sei. Aber 38 Prozent sind der Meinung, die EU-Mitgliedschaft Österreichs habe ihnen einen individuellen Schaden zugefügt.
Österreich: Krisenländer raus aus dem Euro

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Angesichts der anhaltenden Krise sprechen sich dann auch vier von zehn Österreicher für eine Verkleinerung der Eurozone aus: Die Krisenländer sollten aus der Währungsunion ausscheiden. Aber nur 17 Prozent sprechen sich für eine Rückkehr zu den nationalen Währungen aus, wie die Ergebnisse einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ecoquest, die im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich  (WKÖ) durchgeführt wurde. Die Studie befragte 1.000 Personen über ihre „Einstellungen zur EU“. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach vorgestellt.

Zwei Drittel der Befragten sind überzeugt davon, dass die EU-Mitgliedschaft und der Euro der österreichischen Wirtschaft Vorteile bringen. Beim persönlichen Nutzen ist das Ergebnis ernüchternder. 38 Prozent der Befragten sind der Meinung, die Mitgliedschaft der EU habe ihnen persönlich Nachteile gebracht. Und über die Hälfte der Österreicher finden, dass ihnen auch die Euro-Einführung Nachteile gebracht habe.

Die Akzeptanz zum Euro wächst mit dem Bildungsgrad der Befragten. Auch die jüngeren Bürger sind generell positiver auf die EU-Mitgliedschaft zu sprechen. Zwei Drittel der unter 30-Jährigen halten den Beitritt rückblickend für richtig.

Die Friedenssicherung gilt als wichtigstes Ziel der EU. „Die Österreicher bekommen jeden Tag die weltweiten Konflikte über die Medien präsentiert. Daher sind die Menschen froh, dass es in Europa keine Kriege mehr gibt“, sagte WKÖ-Präsident Christoph Leitl.

Nach der Friedenssicherung ist die Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand für die Österreicher wichtig. Jeder europäische Betrieb solle eine Staatsgarantie von 10.000 Euro erhalten, wenn er einem arbeitslosen Jugendlichen einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz gibt, sagte Leitl. „Damit könnten wir das für 2020 gesteckte EU-Ziel einer Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit erreichen.“ Um das Wirtschaftswachstum in Europa anzukurbeln, forderte Leitl „Garantieinstrumente“ in Höhe von 100 Milliarden Euro, um „Wohlstand und Beschäftigung zu sichern“.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Unter Selbstkostenpreis: Ölpreis wird bis Jahresende nicht mehr steigen

Zahlreiche Faktoren drücken zurzeit auf die Rohöl-Preise. Bis zum Jahreswechsel wird sich daran Prognosen zufolge nichts ändern. 2021...

DWN
Deutschland
Deutschland Zerstrittene CDU verschiebt Parteitag: Eskaliert der Streit Merz-Laschet?

Vor dem Superwahljahr 2021 bleiben bei der CDU zentrale Fragen offen. Wer wird Parteichef? Wer wird Kanzlerkandidat? Der interne Kampf...

DWN
Finanzen
Finanzen Unkritischer Umgang der Analysten mit SAP lässt die Börse einbrechen

Das größte deutsche Börsen-Schwergewicht hat am heutigen Montag die Analysten mit einer Gewinnwarnung überrascht. Eigentlich hätten...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Depot

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Politik
Politik Lira pulverisiert: Erdogans Boykott-Aufruf gegen Frankreich geht nach hinten los

Erdogan hat europäischen Politikern am Montag in Ankara Islamfeindlichkeit vorgeworfen. «Ihr seid im wahrsten Sinne des Wortes...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Neuer 5-Jahres-Plan: Wird sich China von Deutschland abkoppeln?

Die Kommunistische Partei entwirft derzeit den neuen Fünf-Jahres-Plan. Demnach soll sich die chinesische Wirtschaft künftig stärker auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Der IWF plant die Einführung eines neuen Geldsystems

Der Internationale Währungsfonds bereitet die Einführung eines neuen Geldsystems vor - und niemand merkt es.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zu viel Nitrat: Deutsche Forscher verbessern mit künstlicher Intelligenz Grundwasser

In Deutschland ist das Grundwasser mitunter sehr stark von Nitrat belastet. Jetzt fördert das Bundesumweltministerium ein besonderes...

DWN
Deutschland
Deutschland Ifo-Index sinkt: Stimmung deutscher Firmen trübt sich ein

"Der Optimismus der Vormonate zur weiteren Geschäftsentwicklung ist wieder verschwunden", so Ifo-Präsident Clemens Fuest.

DWN
Deutschland
Deutschland Wegen CO2-Abgabe: Die Gaspreise werden im kommenden Jahr deutlich steigen

Verbraucher in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Gaspreise einstellen. Grund sind der Start des CO2-Preises sowie...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundestags-Vize Oppermann plötzlich und unerwartet gestorben

Mit Bestürzung haben die SPD und andere Parteien auf den Tod von Bundestags-Vizepräsident Thomas Oppermann reagiert.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der grüne Eifer wird zum Bumerang: Wie die Begeisterung fürs Holz den Wald gefährdet

In seiner äußerst detaillierten und tiefschürfenden Analyse zeigt DWN-Kolumnist Ronald Barazon, warum deutscher und europäischer Wald...

DWN
Politik
Politik Russland will eine geopolitische Katastrophe entlang seiner Grenzen verhindern

Die westlichen und südlichen Grenzen Russlands weisen wegen des Konflikts um Berg-Karabach und der Unruhen in Weißrussland Anzeichen...

DWN
Finanzen
Finanzen Aufstieg und Fall: Corona schafft an der Börse eine Zwei-Klassen-Gesellschaft

Die aktuelle Krise schafft Gewinner und Verlierer, auch an der Börse. Welche Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen und wie man...