Deutschland

Verluste im Bahngeschäft: Siemens streicht hunderte Jobs

Lesezeit: 1 min
10.09.2013 10:15
Im Bahngeschäft des Siemens-Konzerns sollen mehrere hundert Manager, Ingenieure und Kundenbetreuer entlassen werden. Verspätungen bei Großprojekten wie dem neuen ICE hatten zu roten Zahlen geführt.
Verluste im Bahngeschäft: Siemens streicht hunderte Jobs

Das Bahngeschäft des Siemens-Konzerns schreibt rote Zahlen. Dies zwingt Siemens zu Kostensenkungen in Deutschland.

Allein am Standort Erlangen sollen 340 der 3.000 Mitarbeiter entlassen werden, berichtet Die Welt. Dort sind vor allem das Projektmanagement, Ingenieurdienstleistungen und Kundenunterstützung angesiedelt. Auch im deutschen Hauptproduktionswerk in Krefeld ist ein Stellenabbau in geringerem Umfang geplant.

Der für die Bahnsparte geplante Stellenabbau stammt noch aus dem Kostensenkungsprogramm des Ex-Siemens-Chefs Peter Löscher. Dieser wollte eine Umsatzrendite von 12 Prozent erreichen. Im Juli musste er jedoch zugeben, dass dieses Ziel verfehlt wird, was zu seinem Rücktritt zum 31. Juli beitrug (hier).

Der neue Vorstandschef Joe Kaeser hat für Ende des Jahres eine Präzisierung der Unternehmensziele angekündigt. Man wolle dabei ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen, so ein Siemens-Sprecher. Doch die Arbeitnehmer fürchten, dass auch erfahrene Beschäftigte ausscheiden müssen, wodurch künftig neue Probleme bei der Abwicklung von Großaufträgen entstehen könnten.

Eine Hauptursache für den Verlust in der Bahnsparte sind Verzögerungen bei Schlüsselprojekten. So sollten die neuen ICE-3 bereits im Herbst 2011 ausgeliefert werden. Doch erst im August nach langen technischen Verzögerungen meldete Siemens, dass das Zulassungsverfahren begonnen habe. Die Kosten für Verzögerungen bei ICE und Eurostar belaufen sich in den ersten drei Quartalen auf 260 Millionen Euro.

Im Juni hatte Siemens aus Großbritannien eine der größten Zugbestellungen der Unternehmensgeschichte erhalten. Für umgerechnet 1,8 Milliarden Euro liefert Krefeld 1.140 Regionalzugwagen für die Thameslink-Strecke durch London. Die ersten Züge sollen 2016 den Betrieb aufnehmen. Einschließlich Wartung liegt der Auftragswert bei 3 Milliarden Euro.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Technologie
Technologie Photovoltaik auf dem Dach: “Diese Anlagen weisen keine attraktiven Renditen auf”
15.04.2024

Die Solarbranche verspricht hohe Renditen mit Photovoltaik. Doch laut kritischen Finanzexperten lohnen sich die Anlagen für viele...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Samsung verdrängt Apple wieder vom Smartphone-Thron
15.04.2024

Apple wurde 2023 mit seinem iPhone erstmals zur Nummer Eins im Smartphone-Markt in einem gesamten Jahr. Doch zuletzt verkaufte der...

DWN
Technologie
Technologie Atomdebatte in Deutschland: Ein Jahr nach dem Ausstieg dominiert die Unruhe
15.04.2024

Ein Jahr ist es her, seit Deutschland seine letzten Atomreaktoren stillgelegt hat, und dennoch lassen die Diskussionen um die Entscheidung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zwang zur Vorsorge: Wird die Rente für Selbstständige zur Pflicht? 
15.04.2024

Eine grundlegende Reform der Rentenversicherung steht bevor – mit potenziell weitreichenden Konsequenzen für Selbstständige. Besonders...

DWN
Politik
Politik Großangriff des Iran: Wie sieht Israels Antwort aus?
14.04.2024

Die Spannungen im Nahen Osten erreichen einen gefährlichen Höhepunkt, nachdem der Iran israelische Ziele attackiert hat. Wie schlägt...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Auch Deutschland betroffen: Wie China westliche Technologien verbannen und autark werden will
14.04.2024

Offenbar will sich China von westlichen Technologien schrittweise unabhängig machen. Warum das auch die deutsche Wirtschaft bedrohen...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis erreicht Rekordhöhe: Spannungen und Zentralbankkäufe treiben die Märkte
14.04.2024

Gold klettert auf einen neuen Spitzenwert, unterstützt durch geopolitische Spannungen und aggressive Zentralbankkäufe. Silber erreicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Vorabpauschale einfach erklärt: Was Anleger wissen müssen
14.04.2024

Die Vorabpauschale ist ein wichtiger Bestandteil der Besteuerung von Investmentfonds in Deutschland, der seit der Einführung des...