Nach Solar-Crash: China fürchtet Pleite-Welle

 

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07.03.2014 12:42
Zum ersten Mal musste in China ein Unternehmen eine Anleihe platzen lassen. In der Vergangenheit kam der Staat den von der Pleite bedrohten Unternehmen stets zur Hilfe. Ökonomen befürchten, dass weitere chinesische Unternehmenspleiten folgen werden.

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Die aus Schanghai stammende Solarfirma „Shanghai Chaori Solar“ kann keine Zinsen auf eine zweijährige Anleihe auszahlen. Die Unternehmensspitze sagte am Freitag, dass nur ein „winziger Teil“ der umgerechnet veranschlagten 14,6 Millionen Dollar an die Investoren ausgeschüttet wird, bevor die Frist am Nachmittag ablief und der chinesischer Anleihenmarkt schloss.

„Wir waren nicht in der Lage, die vollständigen Zinszahlungen zu liefern. Wir sind jetzt offiziell im Verzug“, so Liu Tielong, Vorstandssekretär von Chaori zur FT.

Brisant ist, dass dies das erste Mal ist, dass einem strauchelnden Unternehmen nicht der Staat zur Hilfe gekommen ist. Auch Chaori wurde vor einem Jahr noch von Staatsseite geholfen, als erstmals ein Zahlungsausfall drohte.

Es ist zu befürchten, dass nun weitere Unternehmen folgen. „Der Fall zeigt, dass die Regierung jetzt schwache Unternehmen dem Markt überlässt“, sagte Christopher Lee, zuständig für Unternehmensbewertungen in China bei der Ratingagentur Standard & Poor`s. Nun drohten gerade bei Firmen in den Branchen, die von Überkapazitäten geprägt seien, weitere Pleiten.

„Es gab keine Panik auf dem chinesischen Markt, denn jeder hat einen Zahlungsausfall von Chaori erwartet“, so Ivan Chung, Moody`s-Mitarbeiter aus Hongkong zur FT.

Da der Versicherer der Chaori-Anleihe ein staatliches Unternehmen ist, wird das Fallenlassen von Chaori als bewusstes Zeichen aus Peking interpretiert.

In der Vergangenheit waren die Regierung in Peking oder örtliche Behörden finanzschwachen Unternehmen noch beigesprungen. Nach Einschätzung von Experten ist nun aber die Zeit vorbei, dass auch riskantere Anleihen mit einer impliziten Staatsgarantie geschützt sind.

Drei Unternehmen mit schwachen Rating-Noten verschoben am Freitag die Ausgabe von Anleihen und begründeten dies mit schlechteren Marktbedingungen. Die hohe Verschuldung in China und besonders der Schattenbanken-Sektor – also Schulden außerhalb von Banken – gelten als massives Risiko für die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft. Der gesamte Schuldenstand ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen, vor allem bei Unternehmen. Nach S&P-Berechnungen liegt er inzwischen bei 213 Prozent der Wirtschaftsleistung, 2007 waren es noch 140 Prozent.



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