Monsanto will Schweizer Konkurrent Syngenta übernehmen

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
24.06.2014 14:52
Der US-Konzern Monsanto hat Gespräche mit der Schweizer Syngenta über eine Übernahme geführt. Die Aktien des Pflanzenschutzmittel-Herstellers stiegen daraufhin um sieben Prozent. Monsanto könnte mit einem Schweizer Firmensitz Steuern sparen.
Monsanto will Schweizer Konkurrent Syngenta übernehmen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der US-Konkurrent Monsanto hat einem Bericht der Agentur Bloomberg zufolge eine Übernahme von Syngenta ausgelotet und darüber erste Gespräche geführt. Diese seien Ende Mai aber beendet worden, hieß es unter Berufung auf Insider. Es habe Zweifel am strategischen Sinn und wettbewerbsrechtliche Bedenken gegeben. Durch eine Verlegung des Unternehmenssitzes in die Schweiz habe Monsanto vor allem Steuern sparen wollen, dann aber Widerstand in den USA befürchtet, berichtete Bloomberg. Der Deal hätte Syngenta mit 40 Milliarden Dollar bewertet. Der Schweizer Konzern wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die Übernahmephantasien haben die Aktien des Schweizer Konzerns Syngenta am Dienstag beflügelt. Die Titel des weltgrößten Herstellers von Pflanzenschutzmitteln stiegen in der Spitze um sieben Prozent auf 350 Franken. Auch die Aktienkurse der deutschen Konkurrenten, BASF und Bayer profitierten an der Börse von der Nachricht.

Experten erwarten schon länger Fusionen und Übernahmen in der Agrarchemiebranche. "Wir glauben, dass es in den nächsten Jahren zu einer Konsolidierung kommen wird", schrieben die Analysten der Deutschen Bank in einem Kommentar. Einerseits wollten große Konzerne wie Monsanto, Bayer oder BASF ihre Geschäfte mit Saatgut oder Pestiziden ausbauen, andererseits hielten chinesische Firmen nach Zukäufen Ausschau, um mit dem Know How die heimische Produktivität anzukurbeln.

Syngenta und Monsanto würden nach der Ansicht einiger Experten gut zusammenpassen - Syngenta ist der weltgrößte Hersteller von klassischen Pestiziden gegen Insektenbefall, Unkräuter und Pilze. Monsanto ist auf dem Gebiet weniger stark aktiv. Allerdings ist der US-Konzern führend bei Saatgut und vor allem für seine gentechnisch veränderten Maissorten bekannt. Bei einer Fusion würde ein neuer Riese in der Agrarchemiebranche mit einem kombinierten Umsatz von fast 30 Milliarden Dollar entstehen. Zusammen könnten die Unternehmen Ausgaben für Forschung und Entwicklung und andere Fixkosten erheblich senken, argumentieren die Experten der Bank of America/Merrill Lynch: "Wir sehen in der Theorie eine klare Logik, die dem Käufer finanzielle Vorteile verschaffen würde."

Manche Branchenkenner sehen aber auch erhebliche Probleme bei einem Zusammenschluss. So kooperiert Monsanto schon seit einigen Jahren mit BASF in der Entwicklung neuer Genpflanzen. "BASF würde definitiv nicht gerne diese Aktivitäten als Teil eines neu formierten Agrarchemie- und Saatgut-Giganten sehen", kommentierten die Experten von MainFirst. BASF könnte ein eigenes Gebot für Monsanto erwägen, würde den Konzern aus St. Louis in Missouri aber vermutlich als zu teuer ansehen. In Europa hatte Monsanto im Geschäft mit Gensaatgut und -pflanzen wegen der ablehnenden Haltung in der Bevölkerung zuletzt mehrere Rückschläge erlitten. Monsanto zog daraus im vergangenen Juli die Konsequenz und kündigte an, alle noch ausstehenden Zulassungsanträge für den Anbau von Genpflanzen in Europa zurückzuziehen. Sein Geschäft mit klassischem Saatgut in Europa will Monsanto dagegen kräftig ausbauen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Die Schulden-Blase platzt: Nun drohen weltweite Insolvenz-Kaskaden und neue Finanzkrisen

Geldgeber misstrauen zunehmend der Bonität vieler überschuldeter Unternehmen, was sich in steigenden Renditen am US-Anleihemarkt...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax wegen Pandemie-Angst am Freitagmorgen im freien Fall

Die Furcht vor einer weltweiten Rezession als Folge des Coronavirus löst einen erneuten Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt aus. Der Dax...

DWN
Politik
Politik Iran: Corona-Virus infiziert Staatsspitze, erster Politiker tot

Im Iran ist der ehemalige iranische Botschafter im Vatikan an den Folgen des Corona-Virus gestorben. Zudem haben sich die Chefberaterin des...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Einbruch am Weltmarkt: Deutsche Autobauer stehen vor riesigen Verlusten

Der Pkw-Weltmarkt verzeichnet einen riesigen Einbruch. Besonders der chinesische Markt ist betroffen – für die deutschen Autobauer und...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russen unterlaufen Trumps Öl-Sanktionen gegen Venezuela

Die erst vergangene Woche erlassenen US-Sanktionen gegen Rosneft sollten den Export von Rohöl aus Venezuela unterbinden. Nun zeigt sich,...

DWN
Politik
Politik Syrien: Erdogan-Armee erobert Assads wichtigste Nachschublinie

Die Syrische Nationale Armee, die von der Türkei unterstützt wird, hat die strategisch wichtige Stadt Saraqib erobert. Damit ist es ihr...

DWN
Politik
Politik Linke stellt Strafanzeige gegen Merkel wegen US-Tötung von Soleimani

Die Linke hat Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen der Tötung des iranischen Generals Soleimani durch die USA angezeigt.

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzkrise im Libanon gerät außer Kontrolle: IWF entsendet Notfall-Team nach Beirut

Der Libanon steht nach einer wochenlangen wirtschaftlichen und politischen Krise vor dem Kollaps. Der IWF will eingreifen, die an der...

DWN
Politik
Politik Südamerika: Hunger und Elend erreicht man auch ohne Krieg

Mehrere der großen Staaten Südamerikas machen vor, wie man in kurzer Zeit Wohlstand beziehungsweise Hunger und Elend erreicht. Wo es...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Virus-Krise erfasst immer mehr Unternehmen - eine Übersicht

Die Virus-Krise erfasst immer mehr Unternehmen: Ob gestrichene Gewinnziele, Einstellungsstopps oder Schutzausrüstung für Mitarbeiter....

DWN
Deutschland
Deutschland Zahl der Verkehrstoten sinkt auf historischen Tiefstand

Im letzten Jahr sind in Deutschland 3.059 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Damit erreicht die Zahl der...

DWN
Politik
Politik Athen reagiert auf Ausschreitungen gegen Migranten-Lager auf Ägäisinseln

Nach schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und aufgebrachten Einwohnern hat die Regierung in Athen am Donnerstag reagiert.

DWN
Politik
Politik Deutschlands neue Machtpolitik: Kooperation oder Hegemonie?

Die DWN sprachen mit dem geopolitischen Experten und Buchautor Erhard Crome über Deutschlands außenpolitische Ambitionen, sein...

DWN
Deutschland
Deutschland Bauindustrie geht mit vollen Auftragsbüchern ins Jahr 2020

Die deutsche Bauindustrie erwartet für das aktuelle Jahr steigende Umsätze. Die Auftragsbücher der Betriebe sind nach wie vor prall...

celtra_fin_Interscroller