Politik

Londoner Theater streicht jüdisches Film-Festival

Lesezeit: 1 min
08.08.2014 00:44
Das Tricycle Theater in London wird das diesjährige jüdische Filmfestival nicht veranstalten. Auslöser der Entscheidung sei der Gaza-Konflikt. Das Festival wird von der israelischen Regierung teilfinanziert. Kritiker werfen dem Theater Antisemitismus vor.
Londoner Theater streicht jüdisches Film-Festival

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Das Tricycle Theater in London hat das jüdische Film-Festival aus seinem Programm gestrichen. Auslöser dieser Entscheidung soll der Gaza-Konflikt sein. Denn das Festival wird teilweise von der israelischen Regierung finanziert.

In einer Mitteilung schreibt das Theater, dass es „unangemessen“ sei, finanzielle Hilfen von Regierungen zu erhalten, die in den Konflikt verwickelt sind.

Doch die Organisatorin des Festivals, Jude Ironside, übt Kritik am Tricylce Theater. Es sei unverständlich, warum Juden in London für die Politik der israelischen Regierung bestraft würden. Die New York Times zitiert Ironside:

„Wir haben immer versucht, eine breite Perspektive auf die Konflikte im Nahen Osten zu vermitteln und einen offenen Dialog mit unseren Zielgruppen und Gastrednern zu initiieren. Die israelische Botschaft hat uns schon immer in dieser Angelegenheit unterstützt. Das Tricycle Theater hat sich geweigert, dies bei seiner Entscheidung zu berücksichtigen.“

Der Journalist vom The Jewish Chronicle, Stephen Pollard, wirft dem Theater Antisemitismus vor. Die Schauspielerin Maureen Lipman schließt sich dieser Ansicht an. Das Tricycle Theater strafe die Juden in der Diaspora ab, zitiert der Guardian Lipman.

Dabei bestünden große Teile der Stammbesucher des Theaters aus Juden. Die BBC berichtete am Mittwoch, dass die Musik-Gruppe Megadeth und der Sänger CeeLo Green ihre Konzerte in Israel abgesagt hätten.

Auch der Verband der Filmemacher Großbritanniens kritisiert die Entscheidung und verweist darauf, dass das jüdische Festival viele Kreative aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Religionen zusammenbringe. Es sei nicht einzusehen, warum Filmemacher, die mit nichts anderem bewaffnet seien als mit einer Kamera, für das Verhalten der israelischen Regierung zur Verantwortung gezogen würden.

Auch in anderen europäischen Ländern werden Juden in Haftung für die israelische Regierung genommen: Ein belgischer Arzt lehnte die Behandlung einer Jüdin mit der Bemerkung ab, man solle die Frau in den Gaza-Streifen bringen.

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