Generalstreik in Belgien legt Brüssel lahm

Lesezeit: 1 min
15.12.2014 17:36
Ein Generalstreik in Belgien hat am Montag das öffentliche Leben lahmgelegt. Sogar der Luftraum über Belgien musste geschlossen werden. Die Demonstranten wenden sich gegen die Sparpolitik ihrer Regierung. Doch diese wurde von der EU-Kommission angeordnet.
Generalstreik in Belgien legt Brüssel lahm

Aufgrund eines Generalstreiks in Belgien sind am Montag alle Hochgeschwindigkeitszüge von Brüssel nach London, Paris und Amsterdam, Straßen- und U-Bahnen und Busverbindungen ausgefallen. Auch der belgische Luftraum musste geschlossen werden. Die Streikenden protestieren gegen Kürzungen im öffentlichen Sektor.

Zahlreiche Schulen, Behörden und Unternehmen werden am Montag ebenfalls geschlossen bleiben. Rund um Brüssel und Antwerpen werden Staus auf den Straßen erwartet. Die Verkehrsgewerkschaften fordern alle LKW-Fahrer auf, sich am Streik zu beteiligen, um das „Land zu lähmen“, berichtet EU Observer.

Im vergangenen Monat demonstrierten die Gewerkschaften gegen öffentliche Einsparungen in Höhe von 11 Milliarden Euro, die in den kommenden fünf Jahren anfallen sollen. Die Regierung kündigte eine Indexbindung der Löhne und die Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahren an. Bei einer Indexbindung der Löhne werden die Löhne an den Verbraucherpreis-Index für die Lebenshaltung angepasst. Das fördert im Regelfall die Inflation. Jedenfalls kam es damals zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei-Beamten und Gewerkschafts-Mitgliedern.

Brüssel will, dass Belgien zusammen mit Italien und Frankreich bis März seinen Haushalt in Ordnung bringt. Andernfalls drohen restriktive Kontrollmaßnahmen der EU-Kommission.

Im Gegensatz zu Frankreich ist Belgien an die dreiprozentige Defizit-Regel gebunden. Die Staatsverschuldung des Staats wird im Jahr 2017 auf 107,8 Prozent des BIPs ansteigen. Im vergangenen Jahr lag dieser Anteil bei 104,5 Prozent. Doch nach EU-Recht müssen die Länder ihre Staatsverschuldung unter 60 Prozent des BIP halten. Zudem verlangt die EU-Kommission, dass Belgien das „vollständige Tarifverhandlungssystem“ in einer strukturellen Weise reformiert.

Am vergangenen Freitag hatte ein Generalstreik in Italien das öffentliche Leben ebenfalls lahmgelegt. Landesweit fanden 54 Demonstrationen statt. Die Bürger protestierten gegen den Sparkurs und Arbeitsmarktreformen der Regierung Renzi. Diese wiederum werden von der EU-Kommission gefordert. Italien müsse seine Schuldenlast abbauen.



DWN
Finanzen
Finanzen Anatomie einer Jahrhundert-Blase, Teil 3: Eine Dunkelziffer namens Inflation – das gesamte Finanzsystem basiert auf morschem Zahlenwerk

Die Entwicklung der Teuerung stellt einen der Ankerpunkte des gesamten weltweiten Finanzsystems dar. Schaut man sich ihre Berechnung an...

DWN
Politik
Politik Türkei: Neue Parteien sollen Sturz Erdogans herbeiführen

Ehemalige Weggefährten des türkischen Präsidenten Erdoğan gründen zwei neue Parteien. Sie wollen die Regierung und in der Folge...

DWN
Politik
Politik Europäische Umweltagentur will Ernährung, Energiekonsum und Mobilität der Menschen radikal ändern

Der Europäischen Umweltagentur zufolge wird Europa die Klimaschutzziele nicht erreichen, wenn keine “dringenden Maßnahmen” ergriffen...

DWN
Deutschland
Deutschland Münchner Gericht: Klickarbeit ist keine richtige Arbeit

Der Niedriglohnsektor in Deutschland wird immer größer. Dazu gehört die Klickarbeit, wo Mitarbeiter auf Internetplattformen Mikrojobs...

DWN
Finanzen
Finanzen Hälfte der Deutschen erwartet Altersarmut, hat aber kein Geld zur Vorsorge

Einer aktuellen Studie zufolge sorgt sich etwa jeder Zweite vor Armut im Alter – kann aber aufgrund von Geldmangel nicht privat vorsorgen.

DWN
Deutschland
Deutschland Neue Industriestrategie: Staat fordert mehr Kontrolle bei Firmenverkäufen

Die erneuerte Industriestrategie zielt neben einigen Updates insbesondere auf eine verstärkte Kontrolle der Bundesregierung bei...

DWN
Politik
Politik Marsch in Richtung „FREXIT“? Frankreich kann sein üppiges Sozialsystem nicht mehr finanzieren

Frankreich kommt nicht zur Ruhe. Aus Protest gegen geplanten Reformen im Rentensystem haben die Gewerkschaften mehrere Generalstreiks...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Wirtschaftswissenschaft versteht den modernen Finanzkapitalismus nicht mehr

Seit der Krise von 2008 haben sich die Spielregeln im Finanzsystem und in der Weltwirtschaft grundlegend verändert. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Seen als Wärmequelle: Energieverbände fordern Masterplan für die Geothermie

Deutschland läuft Gefahr, die Klimaziele zu verfehlen. Jetzt taucht plötzlich wieder eine Form der Energiegewinnung in der Diskussion...

DWN
Politik
Politik Ein neuer Kalter Krieg? Auf den Weltmeeren wird kräftig aufgerüstet

Sowohl die Nato-Staaten als auch Russland und weitere Mächte haben in den vergangenen Jahren eine deutliche Aufrüstung ihrer maritimen...

DWN
Politik
Politik Deutsche bunkern Bargeld: Tresor-Hersteller erleben Hochkonjunktur

Die Deutschen bunkern ihr Bargeld vermehrt in Tresoren und Safes. Ein führender Tresorhersteller nennt die Angst der Bürger vor Niedrig-...

DWN
Politik
Politik Das Schicksal der Welt in den Händen von 5 Staaten

Die UN dient faktisch als Instrument von fünf Staaten, die international ihre eigenen Interessen verfolgen. Im UN-Sicherheitsrat verfügen...

DWN
Finanzen
Finanzen Termingeschäfte eingeschränkt: Weltgrößter Pensionsfonds geht gegen Spekulanten vor

Mit einer Neuregelung zu seinem Aktienportfolio macht Japans staatlicher Pensionsfonds Leerverkäufern einen Strich durch die Rechnung....

DWN
Finanzen
Finanzen Russland: Ausländer investieren zunehmend in Rubel-Anleihen

Der Anteil der ausländischen Anleger an den Rubel-Staatsanleihen hat die 30-Prozent-Marke überschritten.

celtra_fin_Interscroller