Folge der Sanktionen: Russland will Ukraine-Kredite fällig stellen

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
29.01.2015 01:15
Russland erinnert Kiew an Schulden in Höhe von drei Milliarden Dollar, die Moskau in ukrainischen Staatsanleihen hält. Der Chef des Präsidial-Amts in Moskau sagte, Russland müssen wegen der Sanktionen an liquide Mittel kommen, weil den russischen Banken der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten versperrt wurde.
Folge der Sanktionen: Russland will Ukraine-Kredite fällig stellen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der russische Präsidialamtschef Sergej Iwanow hat am Dienstag im polnischen Oświęcim gesagt, dass die Ukraine dem russischen Staat nicht nur drei Milliarden Dollar schulde, die das Land unter Präsident Janukowitsch erhalten hatte. Die Ukraine habe zudem Kredite von russischen Banken in Höhe von 25 Milliarden Dollar aufgenommen.

„Das Problem geht über die drei Milliarden Dollar an Schulden hinaus“, zitiert Ukrinform Iwanow. Allerdings hätte Russland insbesondere die drei Milliarden Dollar in der derzeitigen Situation „sehr nötig“.

Im Jahr 2013 hatte die damalige Janukowitsch-Regierung Staatsanleihen in Höhe von drei Milliarden Dollar begegeben, die von Russland erworben wurden und 2015 auslaufen. Im Kaufvertrag wurde allerdings vereinbart, dass die Staatsschulden der Ukraine nicht über 60 Prozent des BIP liegen dürfen.

Andernfalls dürfe Moskau die Rückzahlung der drei Milliarden Dollar verlangen. Die Ukraine müsste dann die EU- und IWF-Kredite teilweise an Russland weiterleiten. Eine andere Möglichkeit bestünde darin, die drei Milliarden Dollar aus den Devisen-Reserven der ukrainischen Notenbank zu finanzieren. Doch die Devisenreserven der Notenbank sind ohnehin sehr knapp. Sie sind Ende Dezember ohnehin um 2,433 Milliarden Dollar auf 7,533 Milliarden Dollar zurückgegangen.

Die externe Staatsverschuldung der Ukraine lag nach Angaben des IWF bis Ende 2014 bei 102,2 Prozent des BIP. im Jahr 2015 wird sie voraussichtlich auf 106,4 Prozent steigen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte schon im vergangenen Jahr in einem Interview mit dem NDR-Journalisten Hubert Seipel gesagt, dass russische Banken der ukrainischen Wirtschaft insgesamt 25 Milliarden Dollar geliehen hätten.

Er kritisierte, dass der Westen die russischen Banken vom internationalen Finanzmarkt ausschließen wollen. Denn dadurch würden sie auch die Ukraine von liquiden Mitteln aus Russland abschneiden, zitiert die Financial Times Putin.

Die staatliche russische VTB-Bank meldete im September, dass sie aufgrund der Ukraine-Krise 672 Millionen Dollar verloren hätte. Der Verlust von weiteren 1,4 Milliarden Dollar schloss sie nicht mehr aus. „Wir erhalten nur die Hälfte unserer Kredite zurück“, zitiert das Wall Street Journal den VTB-Präsidenten Andrej Kostin. Die Bank hat in den vergangenen Jahren in der Ukraine sehr viele Kredite vergeben, die ausfallgefährdet sind.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Politik
Politik Poseidons verdrecktes Paradies: Die Tragik eines rechtsfreien Raums

Diese Woche befasst sich Ronald Barazon mit der Verschmutzung der Weltmeere. Ein eindrucksvoller Essay: Tiefgehende Analyse und flammende...

DWN
Politik
Politik Immer noch unangreifbar, aber nicht mehr Zentrum der Welt: Die USA werden ihr Imperium aufgeben müssen

In Folge vier der großen geopolitischen DWN-Serie analysiert Moritz Enders, wie die geografische Lage der USA ihre Außen-, Sicherheits-...

DWN
Finanzen
Finanzen Größte Krise seit hundert Jahren: Jetzt hilft nur noch ein radikaler Schuldenschnitt

Weder unser Geld noch unsere Forderungen sind noch durch reale Wirtschaftsleistungen gedeckt - ein Nährboden für gesellschaftliche...

DWN
Politik
Politik Ein Licht im Osten, Teil zwei: Putin wird ein Weißrussland ohne Lukaschenko akzeptieren

Lukaschenko läuft die Zeit davon: Das sagt der ehemalige polnische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident, Donald Tusk, im zweiten Teil...

DWN
Finanzen
Finanzen Nach Verzweiflungs-Tat: Türkische Zentralbank auf Konfliktkurs mit Erdogan

Die Zentralbank hat die Leitzinsen deutlich angehoben und damit gegen den Willen von Präsident Erdogan gehandelt.

DWN
Technologie
Technologie Vollständig transparente Sonnenkollektoren revolutionieren die Solar-Technologie

Mit einer neuen Technologie ist es möglich, Fenster an Gebäuden anzubringen, die gleichzeitig als Sonnenkollektoren genutzt werden, um...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Nach dem Brexit: Entsteht ein neuer Handelsraum zwischen Lissabon und Wladiwostok?

Ein verstärkter Handel mit den Ländern der Eurasischen Wirtschaftsunion könnte den Brexit für Deutschland und Europa wirtschaftlich...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Finanzelite profitiert von angeblichem Enthüllungsbericht: Frontalangriff auf die Deutsche Bank

Das Medienportal "Buzzfeed" behauptet, bisher unbekannte Verfehlungen der Deutschen Bank aufgedeckt zu haben. DWN-Kolumnist Ernst Wolff...

DWN
Politik
Politik Polen und die USA, 1. Teil: Vereint gegen Deutschland und Russland

Polen begegnet Deutschland und Russland traditionell mit Argwohn. Warschau ist längt nach Washington ausgeschwenkt, um bald eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Coronas Erbe: Schulden, Schulden und noch mehr Schulden

Seit Jahren steigen die Schulden weltweit deutlich an. Seit Jahresbeginn sind nun alle Dämme gebrochen. Die EU hat derweil Eurobonds durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Japans aggressive Geldpolitik ist gescheitert: Werden EZB und EU daraus lernen?

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe ist zurückgetreten, weil er mit seiner Wirtschaftspolitik gescheitert ist. EZB und EU können aus den...

DWN
Politik
Politik USA wütend: Vatikan will an Geheimabkommen mit China festhalten

Der Vatikan will an einem Geheimabkommen mit China festhalten. Doch die USA fordern vom Papst, dass dieser das Abkommen auslaufen lässt....

DWN
Deutschland
Deutschland „Photovoltaik-Sozialismus“: Ausbau der Erneuerbaren Energien geht am Verbraucher vorbei

Ein Änderungsantrag zum EEG-Gesetzt verspricht Großes für die Zukunft, macht die Eigenversorgung mit Solarstrom aber unattraktiv. Aus...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung plant Pflicht zu CO2-freiem Kerosin im Flugverkehr

Die Bundesregierung treibt den Klimakampf schneller voran, als von der EU vorgegeben. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen bis 2030...

celtra_fin_Interscroller