Politik

Deutscher Geheimdienst warnt vor russischen Hacker-Attacken

Lesezeit: 1 min
13.03.2016 01:20
Der Verfassungsschutz warnt die deutschen Wirtschaftsverbände vor Hackerangriffe, die die Stromversorgung in Deutschland lahmlegen könnten. Urheber könnten nach Auffassung der Dienste die russischen Geheimdienste sein. Sie wollen Deutschland destabilisieren. Belege für die Behauptung legt der Verfassungsschutz nicht vor.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der deutschen Energiewirtschaft drohen angeblich Hacker-Attacken, die von russischen Geheimdiensten gesteuert werden. Reuters berichtete am Samstag unter Berufung auf einen "Cyber-Brief" des Bundesamtes für Verfassungsschutz an deutsche Wirtschaftsverbände, derzeit liefen Vorbereitungen für eine "Angriffkampagne" der Hackergruppe Sofacy. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen könnten dadurch im schlimmsten Fall Kraftwerke und Leitungsnetze lahmgelegt werden. Hinter "Sofacy" stehe der russische Inlandsgeheimdienst FSB und der Militärgeheimdienst GRU.

Über 32 Internetadressen solle nach Angaben des Verfassungsschutzes Schadsoftware auf Firmenrechner eingeschleust werden. Sofacy sei die Hackergruppe, die im Frühjahr 2015 auch einen großangelegten Angriff auf den Bundestag unternommen habe.

Der SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka sagte laut Reuters in einem Zeitungsinterview, Russland wolle das Unsicherheitsgefühl in Teilen der deutschen Bevölkerung massiv verstärken. Würde eine Hackergruppe ein Kraftwerk lahmlegen, "wäre erst recht eine Destabilisierung zu befürchten". Einen Plan des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Destabilisierung Deutschlands sieht auch der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster, berichtet Reuters.

Welche Anhaltspunkte die Politiker der großen Koalition für eine Destabilisierung Deutschlands durch den Kreml haben, geben sie nicht bekannt. Die Warnungen stimmen jedenfalls mit den Befürchtungen der US-Dienste überein: Diese haben erst kürzlich eine Untersuchung in Auftrag gegeben, dass die rechten, rechtsextremen und Nato-kritischen Parteien in der EU auf Verbindungen zu Russland hin durchleuchtet werden sollen. Aus der entsprechenden Kongress-Vorlage geht nicht hervor, ob die Amerikaner auch die AfD auf Verbindungen zu Moskau hin abgeklopft werden soll.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Kindergrundsicherung: Wird die Reform zum leichten Facelift?
21.07.2024

Kindergeld und Sofortzuschlag werden ab dem nächsten Jahr um fünf Euro erhöht. Das ist der erste Schritt. Doch welche weiteren...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold verkaufen steuerfrei: 7 wichtige Tipps und Tricks
21.07.2024

Anlagegold ist steuerfrei - allerdings nur unter gewissen Bedingungen. Wer etwa beim Goldverkauf keinen Herkunftsnachweis hat, kann vom...

DWN
Politik
Politik Sonneninsel Zypern: Seit 50 Jahren ein geteiltes Urlaubsparadies
21.07.2024

Seit 50 Jahren befindet sich die in einen Süd- und einen Nordteil gespaltene Mittelmeer-Insel Zypern in einem Schwebezustand. Eine Lösung...

DWN
Immobilien
Immobilien Grundsteuer 2025: Unsicherheit über Hebesätze und Belastungen
21.07.2024

Ab nächstem Jahr ist die neue Grundsteuer gültig. Allerdings ist bis heute noch nicht klar, wie sie ausfallen wird, da bislang fast keine...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Von teurer Schokolade bis Olivenöl: Der bittere Geschmack des Klimawandels
21.07.2024

Der Lieblingsschokoriegel bald so teuer wie ein Steak und Olivenöl die neue Goldwährung? Der Klimawandel hat weitreichende Auswirkungen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Gerücht oder Wahrheit? Verbreitung von Corona-Hinrichtungsnachrichten
21.07.2024

Eine US-amerikanische Webseite gibt an, Satire zu betreiben und verbreitet regelmäßig Falschmeldungen, beispielsweise über Hinrichtungen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Erdgas: Können die russischen Lieferungen durch die Ukraine doch noch aufrechterhalten werden?
21.07.2024

Zum Jahresende läuft ein bedeutendes Transitabkommen zwischen Kiew und Moskau aus, welches seit 2019 die Lieferung von russischem Erdgas...

DWN
Politik
Politik Project 2025: Trumps radikaler Plan für eine zweite Amtszeit als US-Präsident
20.07.2024

Als Trump nach der Wahl 2016 ins Weiße Haus einzog, konnte er viele Ideen nicht umsetzen. Ihm fehlte ein richtiger Plan. Das könnte bei...