Unternehmen

Der deutsche Mittelstand entdeckt den Roboter als Mitarbeiter

Lesezeit: 2 min
08.06.2016 01:09
2015 konnte die Robotik- und Automationsbranche einen Rekordumsatz erzielen.Die steigende Nachfrage im deutschen Mittelstand nach Industrie-Robotern wird der Branche in diesem Jahr weiteren Aufwind geben. Die Diskussion um eine Übernahme von Kuka durch einen chinesischen Investor zeigt die Potentiale, die die deutsche Industrie hier freisetzen kann.
Der deutsche Mittelstand entdeckt den Roboter als Mitarbeiter
Quelle: VDMA Robotik + Automation
Foto: Anika Schwalbe

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Übernahmeanfrage des chinesischen Klimaanlagen- und Hausgeräte-Hersteller Midea bei dem deutschen Unternehmen Kuka hat für großes Aufsehen gesorgt. Selbst die deutsche Regierung versuchte, sich einzumischen, und machte deutlich, einen europäischen Investor vorzuziehen. Kuka zeigt, wie bedeutend die Robotikbranche in den vergangenen zwei Jahren geworden ist. Im Zuge der Digitalisierung werden Roboter auch zunehmend für den deutschen Mittelstand interessant. Und die Technik, die deutsche Unternehmen produzieren, hat im Zuge der Industrie 4.0 auch international einen hohen Stellenwert.

Im vergangenen Jahr erreichte die deutsche Robotik- und Automationsbranche einen Rekordumsatz in Höhe von 12,2 Milliarden Euro. Das entspricht einer Zunahme um sieben Prozent. In diesem Jahr soll das Umsatzvolumen eine Größenordnung von 12,5 Milliarden Euro erreichen. Vor 11 Jahre lag der Umsatz in der Branche noch bei 6,9 Milliarden Euro. „Der große weltweite Bedarf an Robotik, Industrieller Bildverarbeitung und Integrated Assembly Solutions lässt unsere Branche optimistisch in die Zukunft blicken“, sagt Norbert Stein vom VDMA.

Das liegt auch daran, dass der deutsche Mittelstand sich immer stärker nach Möglichkeiten für den Einsatz von Automation und Robotertechnik umsieht. Die Mehrheit der Industrie-Manager rechnen mit einem Roboter-Boom im deutschen Mittelstand (81 %). Dabei spielen die neuen Leichtbauroboter eine große Rolle. Diese sind mittlerweile kostengünstiger als die klassischen Industrie-Roboter und sind darauf ausgelegt, mit den Mitarbeiter quasi Hand in Hand zu arbeiten.

86 Prozent der Industriemanager schätzen, dass digital vernetzte Industrie-Roboter die Fertigungsmethoden revolutionieren werden. „Stückkostenfragen und die einfache Bedienbarkeit stehen bei den Entscheidern hoch im Kurs, wenn es um die Frage nach dem Einsatz kollaborativer Roboter geht, die mit den Werkern Hand-in-Hand zusammenarbeiten“, heißt es in einer aktuelle Studie der AUTOMATICA, der Fachmesse für Automatisierung.

Das zeigt sich bereits bei den Absatzmärkten für 2015: 45 Prozent der Umsätze erwirtschaftete die Branche auf dem heimischen Markt. In Europa waren es 24 Prozent. In den kommenden Jahren ist vor allem aus China eine steigende Nachfrage zu erwarten. Die Industrie des Landes steht vor einem Wechsel. Automation wird immer bedeutender, auch im Zuge der geplanten Wirtschaftsreformen.

Weltweit wurden zwischen 2010 und 2015 etwa 1,1 Millionen neue Industrieroboter installiert. Insgesamt wurden 240.000 Roboter im vergangenen Jahr verkauft (8 %), wie aus dem aktuellen Bericht der International Federation of Robotics hervorgeht. In den USA stiegen die Verkäufe um 11 Prozent. In China stieg die Nachfrage nach Industrierobotern am stärksten: Die Verkäufe erreichten ein Plus von 16 Prozent. „Trotz allgemeiner Investitionszurückhaltung baute das Reich der Mitte mit rund 66.000 Einheiten inklusive chinesischer Hersteller seine Position als Nachfragemarkt Nummer Eins überdurchschnittlich aus“, so die IFR. In Europa lagen die Verkaufszahlen bei knapp 50.000.

„Im Zeitalter der Industrie 4.0 spielt die Automobilbranche eine führende Rolle, um mit neuester Robotertechnik die direkte Mensch-Maschine-Kollaboration zu verwirklichen“, sagt Stefan Lampa von der KUKA Roboter GmbH. Darüber hinaus steige die Nachfrage nach Automatisierung in neuen Marktfeldern, in denen diese Lösungen bisher eine geringere Rolle gespielt haben. „Ein besonders wichtiger Markt ist hier für uns der Elektroniksektor.“ Die IFR schätzt, dass 2018 weltweit 2,3 Millionen Industrieroboter in Fabriken arbeiten werden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Russland drosselt Lieferungen um 50 Prozent: EU-Erdgaspreise explodieren, Kohlekraft wird benötigt

Russland hat die Gaslieferungen nach Europa über die Jamal-Europa-Pipeline, die durch Weißrussland verläuft, um etwa 50 Prozent...

DWN
Politik
Politik Baerbock und Habeck wollen „Klima-Ministerium“ gründen, welches alle anderen Ministerien beherrscht

Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen ein „Klimaschutz-Ministerium“ aufbauen, welches künftig faktisch alle Politikbereiche...

DWN
Politik
Politik Bulgarische Zeitung zur Brüsseler Klima-Politik: „Die Zeiten, in denen wir hinfahren können, wo wir möchten, enden“

Die bulgarische Zeitung Trud kommentiert die von der EU-Kommission angeordnete Abschaffung des Verbrennungsmotors mit spitzer Feder.

DWN
Politik
Politik Bericht: Iran und Saudi-Arabien vor Wiederaufnahme von Beziehungen

Der Iran und Saudi-Arabien stehen nach einem Bericht des iranischen Online-Portals Etemad vor einer Wiederaufnahme der diplomatischen...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold als Inflationsschutz? Dieses Jahr ist alles anders

Deutlich besser als Gold haben sich 2021 Industriemetalle wie Kupfer und Nickel entwickelt. Ist das der Beginn des nächsten Superzyklus...

DWN
Finanzen
Finanzen Eurozone: Erzeugerpreise verzeichnen stärksten Anstieg in diesem Jahrhundert

Die Erzeugerpreise in der Eurozone sind im Juni sehr stark angestiegen.

DWN
Finanzen
Finanzen IWF: Rekord-Ausschüttung neuer Sonderziehungsrechte nimmt letzte Hürde

Die rekordhohe Erhöhung der IWF-Sonderziehungsrechte hat die letzte Hürde genommen. Deutschland geht einen Sonderweg.

DWN
Finanzen
Finanzen BMW mit Chip- und Rohstoffwarnung: Dax stemmt sich mächtig gegen Einbruch

Die Börse kommt nicht voran. Später kommen Konjunkturdaten aus den USA.