Türkei startet Razzia auf US-Luftwaffenstützpunkt

Die Staatsanwaltschaft von Ankara hat am späten Montagnachmittag eine Untersuchung auf der US-Luftwaffenbasis Incirlik im Süden der Türkei angeordnet. Die türkische Regierung verdächtigt den US-Gelehrten Gülen als Drahtzieher. Der Kommandant von Incirlik hatte in den USA um Asyl angesucht - und wurde verhaftet.

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Sieben Staatsanwälte sollen in Begleitung von türkischen Spezialeinheiten der Polizei auf die Luftwaffenbasis gefahren sein, um den Stützpunkt zu untersuchen, berichtet die Oppositionszeitung Birgün.

Der türkische General der türkischen Einheiten in Incirlik, Bekir Ercan Van, wurde festgenommen. Er soll in den Putsch verwickelt sein und hatte Asyl in den USA beantragt, berichtet die Zeitung Cumhuriyet.

Die Kampfjets der Klasse F-16, die in der Putschnacht das Parlament in Ankara bombardiert haben sollen, sollen von Tanker-Flugzeugen aus Incirlik versorgt worden sein, berichtet die regierungsnahe Zeitung Stargazete. Offiziell nutzen die USA die Basis im Kampf gegen die Terror-Miliz ISIS. Die Zeitung Karar berichtet, dass die Staatsanwaltschaft unter anderem an die Radarbilder der Putschnacht herankommen will. Acht Soldaten sollen festgenommen worden sein, berichtet Daily Sabah.

Dabei handelt es sich offenbar um türkische Soldaten, die sich mit den Amerikanern auf Incirlik befanden. „Es gibt ganz offensichtlich Anforderungen der Nato bei der Achtung der Demokratie“, sagte US-Außenminister John Kerry am Montag.

Wenige Stunden nach dem Putschversuch hatte die Regierung in Ankara die US-Luftwaffenbasis Incirlik abgeriegelt und den Strom abgestellt.

Der türkische Arbeitsminister hatte am Sonntag gesagt, dass die USA hinter dem Putsch stecke. US-Außenminister Kerry wies die Anschuldigung zurück.

Am Montag sperrten die Amerikaner den US-Luftraum für die Turkish Airlines und ermahnten Erdogan, die Demokratie zu achten. Dies sei die Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der Nato. 

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