Gemischtes

IT-Experte: Watson hilft, unsere Ressourcen zu schonen

Lesezeit: 2 min
12.09.2016 07:59
„Optimierung“ ist der allgegenwärtige Schlüsselbegriff, wenn es um den Einsatz lernender Systeme geht. Und sehr oft sind damit wichtige Ressourcen gemeint. Rohstoffe aller Art, Energie, Wasser, saubere Luft: Ihr Verbrauch kann durch die Optimierung von Explorations-, Produktions- und Logistikprozessen auf ein Minimum reduziert werden. Eine klassische Aufgabe für Watson. Anwendungsfelder, die in den kommenden Jahren im Fokus stehen, sind unter anderem die Automobilindustrie, die Logistik und Grundstoffindustrien.
IT-Experte: Watson hilft, unsere Ressourcen zu schonen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Deutschland soll eine Vorreiterrolle beim ökologischen Umbau der Industriegesellschaft einnehmen. Das fordert der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) in seinem aktuellen „Umweltbericht 2016“. Der SRU attestiert Deutschland und seinen Unternehmen hierfür hervorragende Voraussetzungen. Das kognitive System IBM Watson kann hier branchenübergreifend Unterstützung leisten.

„Die Sachverständigen fordern eine 'anspruchsvolle und integrative Umweltpolitik'. Der Druck durch den Klimawandel sei so groß, dass er mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr bewältigt werden könne“, schreibt die Bundesregierung. Notwendig seien demnach strukturelle Veränderungen in Bereichen wie Landwirtschaft, Energie und Wohnen. Der Umbau bedeute auch die Abkehr von „technologisch 'ausgereizten' Entwicklungspfaden“ - etwa die Verstromung von Braunkohle oder die hochintensive Landwirtschaft, sagte Martin Faulstich, SRU-Vorsitzender. Ziel der Politik müsse sein, Ressourcen, Emissionen und Abfälle deutlich zu senken.

Alternativen werden also dringend gebraucht: IBM investiert schon seit langem

in die Entwicklung energieeffizienter Technologien. Ziel ist es, den steigenden Energieverbrauch und die Kosten für Energiegewinnung mit Hilfe von Informationstechnologie drastisch zu verringern. Auch hierbei kommt dem Einsatz kognitiver Systeme eine immer wichtigere Rolle zu. Denn ebenso wie dem Berater in der Bank, dem Mitarbeiter im Kundendienst oder dem Mediziner bei der Diagnose hilft Watson mit seinen analytischen Fähigkeiten und seinem Expertenwissen letztlich auch, sorgsamer und effektiver mit vorhandenen Ressourcen umzugehen.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Es sind eine ganze Reihe von Branchen denkbar, die mit Hilfe von Watson-Technologien Ressourcen schonen und die Umwelt entlasten könnten: Im produzierenden Gewerbe ebenso wie dem Gesundheits- und Finanzwesen, in Logistik, Handel, Pharma oder den Grundstoffindustrien. Watson könnte beispielsweise helfen, die Einspeisung regenerativer Energien in die Stromversorgungsnetze zu optimieren oder durch die Auswertung entsprechender Wetterdaten die Steuerung von Heizsystemen oder Klimaanlagen in Gebäuden präziser zu regeln. Durch die Übernahme von The Weather Company“ sind genauere Prognosen von Wetterentwicklungen möglich. Auch der Kerosinverbrauch von Flugzeugen könne damit exakter vorausberechnet werden.

Watson hilft beim ökonomischen Management

„Darüber hinaus kann der Einsatz von Rohstoffen in den Produktionsprozessen besser geplant oder Wertschöpfungsketten und -netzwerke sehr viel ökonomischer gemanagt werden. So kann ein lernendes System unter anderem rechtzeitig davor warnen, wenn es zu Lieferengpässen kommt oder – im Gegenteil – die Lagerbestände reduziert werden sollten“, sagt Dirk Heitmann, Director IBM Cognitve Solutions im deutschsprachigen Raum. Im Hinblick auf den Einsatz von Ressourcen laute das Prinzip in jedem Fall Optimierung – und das bedeute immer auch einen sorgsameren Umgang.

Watson-Lösungen könnten also einen Beitrag leisten, um aktuellen Entwicklungen zu begegnen. Denn: Die Menschheit strapaziert die ökologischen Belastungsgrenzen der Erde immer mehr. Seit dem 8. August 2016 sind nach Berechnungen von Forschern sämtliche Ressourcen aufgebraucht, welche die Erde dieses Jahr ersetzen könnte. Bildlich gesprochen ist damit für den Rest des Jahres das verfügbare natürliche Budget überzogen, berichtet die AFP.

Effektive Erschließung und Produktion fossiler Brennstoffe

Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang ist die möglichst effektive und damit auch umweltschonende Exploration von Öl und Gas. IBM hat dafür eigens ein „Natural Ressources Solutions Centre“ für die Öl- und Gasindustrie in Kanada gegründet. Hier spielt die Entwicklung kognitiver Lösungen für die speziellen Belange dieser Industrie eine zentrale Rolle: Etwa, um ein besseres Verständnis über die Beschaffenheit von Öl- und Gasfeldern zu erlangen, die Entwicklung und das Design von Explorationsstätten und -prozessen zu verbessern oder neue Erkenntnisse über die Anlage geeigneter Lagerstätten zu gewinnen.

Einige der weltweit größten Unternehmen wie Statoil in Norwegen, Woodside in Australien oder der spanische Erdölkonzern Repsol nutzen bereits solche kognitive Technologien. Sie setzten Watson unter anderem dafür ein, um ihre Entscheidungsfindung im Hinblick auf die Erschließung neuer Ölfelder zu unterstützen, ihre Öl-Produktion zu optimieren oder ihre Geschäfts- und Handelsprozesse zu verbessern.

 


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Technologie
Technologie Petrochemie: Rettungsleine der Ölindustrie - und Dorn im Auge von Umweltschützern
24.04.2024

Auf den ersten Blick sieht die Zukunft des Erdölmarktes nicht rosig aus, angesichts der Abkehr von fossilen Treibstoffen wie Benzin und...

DWN
Politik
Politik Sunaks Antrittsbesuch bei Kanzler Scholz - strategische Partnerschaft in Krisenzeiten
24.04.2024

Rishi Sunak besucht erstmals Berlin. Bundeskanzler Scholz empfängt den britischen Premierminister mit militärischen Ehren. Im Fokus...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank-Präsident: Zinssenkungspfad unklar, digitaler Euro erstrebenswert
24.04.2024

Spannende Aussagen von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel: Ihm zufolge wird die EZB nach einer ersten Zinssenkung nicht unbedingt weitere...

DWN
Technologie
Technologie Habeck sieht großes Potenzial in umstrittener CO2-Einlagerung
24.04.2024

Die Technologie "Carbon Capture and Storage" (CO2-Abscheidung und -Speicherung) ist in Deutschland ein umstrittenes Thema. Inzwischen gibt...

DWN
Politik
Politik Chinesische Spionage: Verfassungsschutz mahnt Unternehmen zu mehr Vorsicht
24.04.2024

Der Verfassungsschutz warnt vor Wirtschaftsspionage und Einflussnahme aus China. Vor allem für deutsche Unternehmen wäre eine naive...

DWN
Panorama
Panorama Fahrraddiebe nehmen vermehrt teure E-Bikes und Rennräder ins Visier
24.04.2024

Teure E-Bikes und Rennräder sind seit Jahren immer häufiger auf den Straßen zu sehen - die Anzahl von Diebstählen und die...

DWN
Technologie
Technologie KI-Hype in Deutschland: Welle von neuen Startups formiert sich
24.04.2024

Obwohl die Finanzierung von Jungfirmen allgemein ins Stocken geraten ist, werden in Deutschland gerade unzählige KI-Startups gegründet....

DWN
Politik
Politik USA kündigen massive Waffenlieferungen in die Ukraine an - Selenskyj äußert Dank
24.04.2024

Der US-Kongress hat die milliardenschweren Ukraine-Hilfen gebilligt. Jetzt könnte es laut Pentagon bei der ersten Lieferung sehr schnell...