US-Wahl bringt Währungen weltweit zum Absturz

Die Währungen wichtiger Schwellenländer haben zum Dollar deutlich an Wert eingebüßt. Der Sieg Donald Trumps hat die Devisenmärkte erschüttert.

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Nach dem Sieg des Präsidentschaftskandidaten Donald Trump in den USA sind die Wechselkurse wichtiger Schwellenlandwährungen zum Dollar unter Druck geraten. Sowohl der chinesische Yuan – dessen Kurs bereits seit etwa drei Jahren schrittweise sinkt – wie auch die indische Rupie markierten deutliche Verluste. Auch die Landeswährungen Brasiliens, Indonesiens, Singapurs, Südkoreas, Mexikos und der Türkei schwächten sich deutlich ab.

Viele Beobachter verweisen auf die protektionistische Handelspolitik Donald Trumps als Hauptgrund für die Schwäche der Währungen. Diese kann aber nicht ausschließlich dadurch erklärt werden. Denn auch durch den Renditeanstieg von US-Staatsanleihen verlieren diese Länder an relativer Attraktivität, weil Investoren ihre Gelder nun profitabler im Dollarraum anlegen können und aus anderen Regionen abziehen. Eine Beruhigung an den Anleihemärkten würde den Schwellenländern daher helfen.

Zudem wird erwartet, dass die von Trump angekündigten milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur zu einem deutlichen Anstieg der Inflationsraten in den USA führen und damit den Druck auf die Zentralbank Federal Reserve erhöhen, die Leitzinsen anzuheben. Höhere Leitzinsen wiederum führen zu verbesserten Anlagebedingungen im Dollarraum und dadurch zu einem Zufluss in den Dollar.

„Wir erkennen Verwerfungen in den asiatischen Devisenmärkten. Dies erinnert uns daran, dass nicht der Kurs des S&P 500 das Barometer für die Risikoaversion nach Trumps Wahl ist, sondern asiatische Währungen“, wird ein Analyst vom Finanzblog Zerohedge zitiert.

„Es gab eine große Rotation raus aus Schwellenlandwährungen rein in den US-Dollar. Ein Schwellenland ist ein Markt, aus dem man im Notfall nur noch schwer herauskommt. Dies ist eine der Lehren, die ich nach 30 Jahren im Devisenhandel gelernt habe. Wenn jeder zur gleichen Zeit zur Tür rennt, dann ist die Tür viel zu klein“, sagte ein Händler.

Indonesien:

Die Rupie sank am Freitag auf ein Sieben-Wochen-Tief zum Dollar bei 67,10 Rupien. Indonesiens Zentralbank ist bereits am Markt aktiv, um die Landeswährung zu stabilisieren. Besonders hohe Abflüsse von Kapital seien derzeit nicht zu beobachten.

Indien:

Die indische Rupie fiel am Freitag um bis zu 3 Prozent zum Dollar und erreichte ein Fünfmonats-Tief von 13.545 Rupien. Die Zentralbank begann damit, Dollar zu verkaufen, um den Kurs unter Kontrolle zu behalten.

Südkorea:

Der südkoreanische Won fiel am Freitag um 1,2 Prozent.

Malaysia:

Der malaysische Zentralbankchef sagte, dass es die Aufgabe der Bank sei, die „extreme Volatilität im Markt für Ringgit in den Griff zu bekommen.“

Türkei:

Die türkische Lira hat seit der Wahl Trumps ebenfalls deutlich von etwa 3,15 Lira auf jetzt 3,25 Lira zum Dollar nachgegeben.

China:

Der chinesische Renminbi fiel von einem Wert um 6,76 Dollar vor der Wahl Trumps auf jetzt etwa 6,80 Dollar.

Südafrika:

Der Rand fiel im gleichen Zeitraum von etwa 13.400 auf aktuell 14.200 Dollar.

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