USA: Neocons sind frustriert über Sieg von Donald Trump

Die US-Neocons sind unzufrieden über den Trump-Sieg. Sie wollen im Beamten-Apparat Widerstand leisten.

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Die US-Neocons sind unzufrieden mit dem Wahlerfolg von Donald Trump. Einer der führende neokonservativen Denker vom American Enterprise Institute, Michael Rubin, zweifelt in einem aktuellen Artikel des Commentary Magazine an der Fähigkeit Trumps, die USA auch richtig „zu führen“. Trump sei ein ungewöhnlicher Republikaner. Doch er sei auf die Experten innerhalb der Republikanischen Partei angewiesen. Es sei jedoch unklar, wie viel Unterstützung er von diesen Experten erhalten werde. Unklar sei auch, ob sich diese Trump gegenüber loyal verhalten werden. „Der öffentliche Dienst und die professionelle Bürokratie wird überwiegend von Demokraten besetzt (…) Normalerweise sind sie den republikanischen Präsidenten gegenüber feindselig gesinnt. Unter der Bush-Regierung machten die Bürokraten des US-Außenministeriums noch nicht einmal ein Geheimnis aus ihrer Ablehnung. Doch Trumps Groll wird diesen bürokratischen Aufstand auf eine neue Ebene heben (…) Die eigentliche Frage an Trump und seine Unterstützer lautet: ,Sie könnten zwar gewinnen. Aber wie wollen sie eigentlich am nächsten Tag regieren?‘“, so Rubin.

Der ehemalige US-Chefdiplomat Joseph A. Mussomeli schrieb im Juni in einem Washington Post-Artikel über das Verhältnis der Neocons zu Trump: „Unser Kader von neokonservativen Außenpolitik-Experten, die uns in einen rücksichtslosen Irak-Krieg und einen schlecht geplanten Afghanistan-Krieg führten, die applaudierten, als wir Libyen bombardierten und die höchst besorgt waren, dass wir Baschar al-Assad in Syrien nicht bombardieren konnten, haben Angst.“

Der Präsident der konservativen Trump-nahen Heritage Foundation, Jim DeMint, schreibt in einem Gastbeitrag im Daily Signal: „Sehr früh in der Kampagne ignorierte Clinton politische Argumente und konzentrierte sich auf persönliche Angriffe. Budget-Überschreitungen, der Misserfolg von Schulen, Steuererhöhungen, illegale Einwanderung und andere Fragen, die sich tief verwurzelt hatten, wurde  beiseitegelegt. Stattdessen wurde eine persönliche Kampagne geführt. Aber die Öffentlichkeit mochte die Person hinter der Persönlichkeit nicht. Die Beziehungen der Clinton-Stiftung enthüllten eine störende Treue zu globalen Eliten, während geleakte E-Mails die Verachtung ihrer Kampagne für die Prioritäten und den Glauben der regulären Amerikaner zeigten (…) Seit Monaten haben wir mit dem Trump-Übergangsteam zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass sie über das beste Personal und beste institutionelle Kenntnisse der Exekutive verfügen.“

Der republikanische Wortführer und US-Senator Lindsey Graham, der sich im Syrien-Konflikt sowohl für eine Bewaffnung der Söldner als auch für eine Militärintervention gegen Syrien einsetzt, meldete per Twitter, dass er seine Stimme nicht Trump gegeben habe. Graham trat während des gesamten Wahlkampfs als Gegner Trumps auf.

The Daily Caller berichtet, dass US-Senator McCain, der ebenfalls als Trump-Kritiker bekannt ist, nach seiner Stimmenabgabe nicht sagen wollte, für wen er gestimmt hat.

abc 15 Arizona berichtet, dass McCain am Wahlabend zwar von Reportern um ein Kommentar bezüglich Trump gebeten wurde, doch nicht antworten wollte. „Es sei allerdings sehr unwahrscheinlich, dass McCain Trump gewählt hat“, berichtet der Sender. Charles Lister von der Brookings Institution, der den Neocons nahe steht, meldet per Twitter, dass er sich aufgrund des Wahlsiegs von Trump „schäme“.

„Die Welt (und ja, Amerika) werden bald in eine Periode der schwächenden Unsicherheit eintreten. Niemand weiß, was eine Trump-Präsidentschaft bringen wird“, so Lister auf Twitter.

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