Deutschland

Deutsche Telekom rechnet mit neuen Hacker-Angriffen weltweit

Lesezeit: 1 min
29.11.2016 13:37
Nach dem Hacker-Angriff auf die Deutsche Telekom hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schärfere Sicherheitsstandards gefordert.
Deutsche Telekom rechnet mit neuen Hacker-Angriffen weltweit

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Deutsche Telekom macht laut Reuters einen Cyberangriff für den Internet-Ausfall bei knapp einer Million ihrer Kunden verantwortlich. Einen Beleg legte das Unternehmen allerdings nicht vor, auch konnte die Deutsche Telekom nicht sagen, wer hinter den Angriff gesteckt haben soll.

. Der Konzern habe den Angriff unbekannter Täter vereitelt, die die Internet-Einwahlgeräte (Router) seiner Kunden kapern wollten, sagte Thomas Tschersich, Leiter der IT-Sicherheit bei der Telekom, am Dienstag. Doch sei nicht nur Deutschland betroffen gewesen. „Irgendwo auf der Welt wird die Attacke erfolgreich gewesen sein.“

Von den infizierten Routern dürften in den nächsten Monaten neue Angriffe ausgehen, die ganze Computersysteme aus dem Internet werfen können. „Angriffe, bei denen Internet-Verbindung absichtlich überlastet werden - sogenannte Denial of Service-Attacken -, werden massiv zunehmen und eine ganz andere Qualität bekommen.“ Falls der Telekom-Angriff gelungen wäre, hätten die Kriminellen auf einmal die Hoheit über viele schnelle Internet-Anschlüsse gehabt.

Gleichzeitig schilderte der Bonner Konzern neue Details über den Zwischenfall am Wochenende. Am Sonntagnachmittag sei den Telekom-Spezialisten klar gewesen, dass ein ferngesteuertes Computernetz (Botnet) sich in das Telekom-Netz einschleichen wollte, sagte Telekom-Sicherheitsmanager Dirk Backofen. Der heimliche Vorstoß sei nicht gegen die Telekom-Infrastruktur selbst erfolgt, sondern gegen die DSL-Router, mit denen sich Kunden von Zuhause ins Datennetz einklinken.

„Das Botnet wollte sich vergrößern und neue Internet-Geräte unterwandern.“ Es wollte über die Router-Wartungsschnittstelle unbemerkt von Kunden eine Art Virus installieren. Die Software derTelekom habe aber reagiert und die Verbindung abgebrochen. „Ansonsten hätten wir jetzt viele infizierte Geräte.“ Die Lücke in den Routern wurde gleichzeitig gestopft. Seit Sonntagmittag kam es bei rund 900.000 ihrer mehr als 20 Millionen Festnetzkunden zu Internet-Ausfällen.

„Je vernetzter die Welt ist und je allgemeiner Massenprodukte wie Router weltweit baugleich im Netz eingesetzt werden, desto verwundbarer sind unsere Netz-Infrastrukturen“, sagte BSI-Chef Arne Schönbohm der Welt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Neuer Preisschock voraus? USA werfen ihre strategische Ölreserve auf den Markt

In insgesamt vier unterirdische Salzkavernen in der Golfküstenregion der Vereinigten Staaten lagern die strategischen Erdölreserven des...

DWN
Finanzen
Finanzen Credit Suisse: Kreditausfallversicherungen steigen sprunghaft an

Der neue Chef von Credit Suisse versucht, die Märkte zu beruhigen, nachdem die Kosten ihrer Kreditausfallversicherungen auf den höchsten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kampf um Gasvorkommen im Mittelmeer

Aufgrund der Energiekrise werden die Gasvorkommen im Mittelmeer wieder interessanter für Staaten als auch Unternehmen. Aktuell werden die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Zentrale Gefahren für die Fed und China

Es ist verführerisch, der US Federal Reserve ihre jüngste Kehrtwende im Kampf gegen die Inflation zugutezuhalten. Es ist gleichermaßen...

DWN
Finanzen
Finanzen Zollfreilager für Edelmetalle: Lohnt sich das für Privatanleger?

Mit der Lagerung im Zollfreilager sparen Privatanleger die Mehrwertsteuern auf die Weißmetalle Silber, Platin und Palladium. Ein guter...

DWN
Politik
Politik Die Vorbereitung auf den langen Krieg

Zwar sind einige Beobachter vorsichtig optimistisch, dass die Ukraine den Krieg bis zum Frühjahr gewinnen könnte. Aber Putins jüngste...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die nächste Energiekrise kündigt sich schon an

Europa steht sicherlich vor einem kalten Winter. Doch die wahre Energiekrise wird erst im nächsten Jahr beginnen, wenn die Speicher leer...

DWN
Technologie
Technologie Wirtschaftlicher Abschwung droht: Deutschland verschläft neue Technologien

Während Digitalisierung in Skandinavien fester Bestandteil im Alltag ist, verschläft Deutschland laut Digitalisierungsexperte Heiko...