Finanzen

Krisenbank Monte dei Paschi bittet EZB um mehr Zeit

Lesezeit: 1 min
08.12.2016 11:08
Monte dei Paschi steckt in einer Krise. Nun soll die Frist für Rettungsplan verlängert werden. Die EZB-Sitzung wird mit Spannung erwartet.
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Die Europäische Zentralbank soll einmal mehr Italien unter die Arme greifen, berichtet Reuters. Sie könnte Insidern zufolge im Tagesverlauf darüber entscheiden, ob das Geldhaus, Monte dei Paschi, etwas mehr Zeit bekommt, um sich wie gefordert frisches Kapital zu besorgen. Monte dei Paschi hat die EZB nach eigenen Angaben um eine Fristverlängerung bis zum 20. Januar gebeten. Hintergrund ist die Unsicherheit darüber, wie es nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum mit der neuen Regierung weitergeht. Ministerpräsident Matteo Renzi hat seinen Rücktritt eingereicht.

An der Börse überwog am Donnerstagmorgen die Zuversicht: Monte-Aktien starteten mit einem Plus von fast fünf Prozent in den Handel. Das Traditionshaus ächzt unter einem Berg fauler Kredite und braucht dringend frisches Kapital. Der Rettungsplan war ursprünglich bis Ende Dezember angelegt und setzte auf eine privatwirtschaftliche Lösung: Die Bank wollte am Markt fünf Milliarden Euro einsammeln - über eine Kapitalerhöhung und einen Anleihetausch. Doch die Suche nach neuen Ankerinvestoren gestaltet sich wegen der Regierungskrise schwieriger als gedacht. Aus Finanzkreisen verlautete zuletzt, de facto hätten die begleitenden Investmentbanken das Vorhaben erst einmal auf Eis gelegt.

Die Regierung liebäugelt deshalb mit einer Teilverstaatlichung der Bank, wie Insider berichten. Demnach könnte das Finanzministerium Nachrang-Anleihen von etwa 40.000 Kleinanlegern aufkaufen und diese Bonds dann in Aktien umwandeln. Damit stiege der Staatsanteil an der Bank von derzeit vier auf bis zu 40 Prozent. Bis zum Wochenende sei eine solche Transaktion - insgesamt zwei Milliarden Euro schwer - durchaus möglich, hatte es geheißen. Der Vorteil: Kleinsparer würden ihr Risiko begrenzen, mit Monte dei Paschi sehr viel Geld zu verlieren. Zugleich könnte die Unterstützung durch den Staat dazu führen, dass doch noch einige große Profi-Investoren Geld in das Institut pumpen.

Ob ein solcher Weg mit den neuen EU-Regeln im Einklang steht, wonach der Steuerzahler bei künftigen Bankenrettungen außen vor bleiben soll, ist umstritten. Mit Spannung warten die Finanzmärkte deshalb darauf, ob sich die Europäische Zentralbank am Nachmittag zur Lage in Italien und den italienischen Banken äußern wird. Am Vormittag berät die Notenbank in Frankfurt über die Zinsen in der Euro-Zone und eine Verlängerung der umstrittenen Anleihekäufe.

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