Griechenland geht nächsten Schritt bei Bargeld-Abschaffung

Die griechische Regierung geht gegen den Gebrauch von Bargeld vor. Steuerrabatte sind fortan nur noch möglich, wenn bestimmte Zahlungen elektronisch ausgeführt werden.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die griechische Regierung schränkt die Nutzung von Bargeld indirekt ein. Den seit Jahresbeginn geltenden neuen Gesetzen zufolge sind Nachlässe und Rückerstattungen bei der Steuer nur noch möglich, wenn ein bestimmter Teil aller im Jahr geleisteten Zahlungen elektronisch ausgeführt werden, berichtet die Zeitung Kathimerini.

„Seit Beginn dieses Jahres sind Steuerzahler nur noch dann zum jährlichen Steuerrabatt von 1.900 bis 2.100 Euro berechtigt, wenn sie zwischen 10 Prozent und 20 Prozent ihres Jahreseinkommens durch elektronische Überweisungen abwickeln – der jeweilige Prozentsatz hängt vom Einkommen ab. Wenn sie das nicht tun, riskieren sie eine Strafe – außer sie wohnen in abgeschiedenen Gegenden des Landes oder sind über 70 Jahre alt“, schreibt Kathimerini.

Die Nachrichtenseite Keep Talking Greece listet die jeweiligen Abstufungen bei Einkommen auf: Bei einem Jahreseinkommen von bis zu 10.000 Euro beträgt der Mindestanteil elektronischer Zahlungen 10 Prozent, bei einem Jahreseinkommen zwischen 10.000 Euro und 30.000 Euro 15 Prozent und bei einem Jahreseinkommen über 30.000 Euro 20 Prozent. Die Regelung betreffen nicht nur Angestellte, sondern auch Rentner, Landwirte und Arbeitslose. Angeblich wird eine Strafe von 22 Prozent auf jenen Fehlbetrag erhoben, der bis zur Mindesttransaktionssumme der jeweiligen Kategorie fehlt, berichtet die Nachrichtenseite.

Bemerkenswert ist, dass nicht alle Transaktionen zu Steuernachlässen berechtigen. So können die eher höheren Ausgaben für Miete, Kreditrückzahlungen, Stromrechnungen, Heizung und Telefon nicht zu den elektronischen Zahlungen hinzugezählt werden, berichtet Keep Talking Greece. Dafür kommen vielmehr Ausgaben etwa für Lebensmittel, elektronische Haushaltswaren, Schuhe und Kleidung sowie Rechnungen für Elektriker, Werkstätten oder Anwälte in Frage. Damit zwingt die griechische Regierung die Bürger praktisch, die Nutzung von Bargeld zu reduzieren, um in den Genuss von Steuerrückzahlungen zu kommen.

Regierungen auf der ganzen Welt gehen derzeit mit verschiedensten Maßnahmen gegen die Nutzung von Bargeld vor. Bargeld stellt für die Bürger die praktikabelste Art und Weise dar, ihre Ersparnisse vor dem Zugriff von Regierungen und Banken zu schützen.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***