Trump will Dan Coats als Chef der US-Geheimdienste

Der designierte US-Präsident Trump will den früheren US-Botschafter in Deutschland zum neuen Geheimdienstkoordinator bestellen.

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Der Ex-Senator und frühere US-Botschafter in Deutschland, Dan Coats, soll laut Medienberichten den einflussreichen Posten des US-Geheimdienstkoordinators übernehmen. Der künftige US-Präsident Donald Trump werde den 73-Jährigen zum Nachfolger von Geheimdienstdirektor James Clapper ernennen, berichteten mehrere US-Medien am Donnerstag.

Der Republikaner Coats, der bis Dienstag für den Bundesstaat Indiana im Senat saß, war unter dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush von 2001 bis
2005 US-Botschafter in Deutschland. Er war einer von sechs Politikern und drei Mitarbeitern des Weißen Hauses, die 2014 als Reaktion auf US-Sanktionen gegen Russland von Moskau mit einem Einreiseverbot belegt wurden. Coats, der harte Strafmaßnahmen gegen Russland wegen der Annektion der ukrainischen Schwarzleerhalbinsel Krim befürwortete, nannte die Strafe damals eine Ehre.

Der bisherige Geheimdienstdirektor James Clapper hatte im November seinen Rücktritt erklärt. Der Geheimdienstkoordinator ist der wichtigste Berater des Präsidenten in nachrichtendienstlichen Angelegenheiten. Er überwacht die Arbeit von gut einem Dutzend Behörden. Dazu gehören der Auslandsgeheimdienst CIA und die auf Lauschangriffe spezialisierte NSA. Clapper hatte seinerzeit den neuen Sicherheitsberater von Trump, Michael Flynn, als CIA-Chef gefeuert.

Clapper zeigte sich am Donnerstag bei einem Hearing (Video am Anfang des Artikels) mürrisch und wenig auskunftsfreudig über die angeblichen russischen Hacker-Angriffe. Er wiederholte jedoch seine Vorwürfe und verwies auf den Bericht, den er im Auftrag von US-Präsident Barack Obama erstellt hat. Außerdem behauptete er, Nordkorea sei für den Hacker-Angriff gegen Sony von vor zwei Jahren verantwortlich gewesen – eine zweifelhafte Einschätzung, weil Sicherheitsexperten zu einem anderen Ergebnis gekommen sind. Allerdings war das Hearing für Clapper ein Heimspiel, weil die Neocons, angeführt von Senator John McCain, in dem Ausschuss den Ton angeben und Clapper mit ausgesuchter Höflichkeit behandelten. Unterschwellig sparten die Neocons nicht mit Kritik an Donald Trump, der bei der Bestätigung seiner Personalien mit einigen Schwierigkeiten rechnen muss.

Coats hat in seiner Zeit als Senator mit seiner Aktion „Verschwendung der Woche“ für Aufsehen gesorgt. Er präsentierte jede Woche einen besonders krassen Fall von Steuerverschwendung oder Steuermissbrauch. So stellte er einmal dar, dass es in den USA tausende über 100-Jährige geben muss, die sich für einen Job bewerben – weil nämlich die Sozialversicherungsnummern von Verstorbenen missbraucht worden waren:

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