Türkei: Chefankläger gegen Gülen stirbt bei Auto-Unfall

Der türkische Chefankläger gegen die Gülen-Bewegung ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

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Der Chefankläger im Gerichtsverfahren gegen die Gülen-Bewegung in der türkischen Stadt Denizli, Mustafa Alper, und sein Chauffeur sind am Mittwoch bei einem Autounfall ums Leben gekommen, berichtet die Zeitung Hürriyet. Alpers Bodyguard Ramazan Uğur überlebte den Unfall. Das Fahrzeug des Oberstaatsanwalts war auf dem Weg zu einem Termin im Zusammenhang mit den Untersuchungen zur Gülen-Bewegung.

Ein Lkw soll von einer Seitenstraße, ohne an einem Stoppschild zu warten, auf die Straße gefahren sein. Kurz darauf kam es zur Kollision. Der Lkw war mit Schutt und Sand beladen. Der Lkw-Fahrer Uğur T. ergriff zunächst die Flucht vom Unfallort. Er wurde jedoch wenig später von den Behörden festgenommen. Der Gouverneur von Denizli teilte der Presse mit, dass der Lkw-Fahrer keinen Führerschein habe. Sein Führerschein sei eigentlich wegen Alkohol am Steuer bis zum Jahr 2019 gesperrt. Die türkischen Behörden gehen zunächst von einem Unfall aus.

Der türkische Richter Adem Arslan sagte dem Nachrichtenportal OdaTV, dass Alper nach dem Verfassen der Klageschrift gegen die Gülen-Bewegung gesagt haben soll: „Ich denke nicht, dass ich noch lange zu Leben habe.“

Die Oppositionszeitung Sözcü titelt: „Attentat oder Unfall? Oberstaatsanwalt Mustafa Alper wurde das letzte Geleit gegeben.“

Die türkische Regierung und Staatschef Recep Tayyip Erdogan werfen der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen vor, dass diese den Putsch vom 15. Juli 2016 organisiert und durchgeführt habe. Der in den USA lebende Prediger weist diesen Vorwurf entschieden zurück. Tatsächlich hat Erdogan bisher keinerlei Belege über die Gülen-Verwicklung vorlegen können. Bei dem Putschversuch wurden 249 Bürger von den Putschisten getötet und weitere 1.536 Bürger verletzt wurden.

 

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