Italien setzt Rückzahlung von Anleihen bei Veneto Banca aus

Die italienische Regierung gewährt der Krisenbank Veneto Banca mehr Zeit, ihre Schulden zurückzuzahlen. Italien muss gleichzeitig mehrere Banken retten.

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Italien hat zur Entlastung des angeschlagenen Geldhauses Veneto Banca die Frist für eine Rückzahlung von nachrangigen Anleihen verlängert. Die Entscheidung der Regierung vom Freitag betrifft Papiere mit einem Volumen von 86 Millionen Euro, die am kommenden Mittwoch fällig gewesen wären. Der neuen Notverordnung zufolge können sie die Zahlung um sechs Monate verschieben ab dem Zeitpunkt, an dem sie Staatshilfe beantragt hatten. Das tat Veneto am 17. März. Damit wäre das Geld nun erst im September fällig.

Die Regierung in Rom versucht eine Lösung für die beiden venezianischen Banken Veneto und Popolare di Vicenza zu finden, die insgesamt 6,4 Milliarden Euro frisches Kapital benötigen. Um grünes Licht der EU-Kommission für Staatshilfen zu erhalten, müssen sie dabei 1,2 Milliarden Euro an Mitteln von privaten Geldgebern einsammeln.

Dies gestaltet sich aber offenbar schwieriger als gedacht, weil viele potentielle Geldgeber zunehmend misstrauisch auf die Stabilität des italienischen Bankensystems blicken. So wurde am Freitag bekannt, dass die Sanierung der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena einem Insider zufolge ohne die Hilfe privater Investoren geschehen muss, weil diese offenbar abgesprungen sind. Drei mit dem Vorgang vertraute Personen sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Investmentfonds Fortress und Elliott hätten die Gespräche über einen Kauf von faulen Krediten abgebrochen. Nun überlege der von Banken und Versicherern getragene Rettungsfonds Atlante, ob er der viertgrößten Bank des Landes allein zu Hilfe eilt. Insgesamt sieht sich Monte mit faulen Krediten in Höhe von 26 Milliarden Euro konfrontiert.

Misstrauisch macht potentielle Investoren zudem, dass nach den seit Anfang 2016 geltenden europaweiten Regeln zur Abwicklung von Banken bestimmte Anleihe-Gläubiger und Aktionäre der Banken Verluste hinnehmen müssen, bevor der Staat mit Steuergeldern einspringen kann. Vor wenigen Tagen erst kam es in Spanien mit der Abwicklung und dem anschließenden Verkauf der Banco Popular zum ersten Fall eines sogenannten Bail-in in Europa.

Eine Hilfestellung durch den Atlante-Rettungsfonds bei der Veneto Banca und der Popolare di Vicenza wird durch den Umstand erschwert, dass beide Banken bereits im vergangenen Jahr insgesamt 3,4 Milliarden Euro von dem Fonds erhalten hatten. Frisches Geld wollten die im Fonds vereinigten italienischen Geldhäuser deshalb bislang nicht beisteuern. Entsprechende Forderungen wiesen sie wiederholt zurück.

Eine Abwicklung der beiden Kriseninstitute wäre jedoch wahrscheinlich deutlich teurer: Bei einem Zusammenbruch müssten die anderen italienischen Banken elf Milliarden Euro zuschießen, um die Einlagen der Sparer abzusichern, wie zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Nach italienischem Recht sind Guthaben bis zu 100.000 Euro durch den Einlagensicherungsfonds der italienischen Banken geschützt. Ende 2016 lagen auf Spar- und Festgeldkonten der beiden venezianischen Institute 24 Milliarden Euro.

Die italienische Regierung versucht deshalb die Großbanken Intesa Sanpaolo und UniCredit zu überzeugen, sich an der Rettung zu beteiligen. Andere Geldhäuser würden dann dem Beispiel der Großbanken folgen, so die Hoffnung in Rom. Der Beitrag jedes einzelnen Instituts würde sich dem Plan zufolge nach der Höhe der jeweiligen Einlagen richten. UniCredit-Chef Jean Pierre Mustier spiele eine aktive Rolle und habe sowohl mit der Regierung in Rom als auch mit EU-Behörden Gespräche geführt, sagte ein Insider.

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