Katar-Krise kann globale Aktienmärkte schwer belasten

Katar hat damit begonnen, Beteiligungen seines Staatsfonds umzuschichten.

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Herrscher in der Katar-Krise: Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani (rechts) und Kuwaits Emir, Scheich Sabah Al Ahmad Al Sabah (links), am 07.06.2017 in Doha (Katar). (Foto: dpa)Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani (rechts) und Kuwaits Emir, Scheich Sabah Al Ahmad Al Sabah (links), am 07.06.2017 in Doha (Katar). (Foto: dpa)

Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani (rechts) und Kuwaits Emir, Scheich Sabah Al Ahmad Al Sabah (links), am 07.06.2017 in Doha (Katar). (Foto: dpa)

Die von den Golfstaaten verhängte Blockade gegen Katar setzt das Emirat unter wachsenden wirtschaftlichen Druck. Je länger sich die Katar-Krise hinzieht, desto eher wird die Regierung versucht sein, einen Teil ihrer umfangreichen Beteiligungen an Unternehmen auf der ganzen Welt zu veräußern, um an Liquidität und Dollar-Devisen zu kommen. Dies könnte zu einem erheblichen Verkaufsdruck führen und die Aktienmärkte in einer Phase belasten, die sich ohnehin durch rekordhohe Bewertungen und damit durch ein erhebliches Abwärtspotential auszeichnet.

Zu den ersten spürbaren Folgen der Katar-Krise und der erfolgten Blockade gehört ein Engpass bei der Versorgung mit Dollar. Dieser war bereits kurz nach Ausbruch der diplomatischen Verstimmungen entstanden und scheint sich weiter verschärft zu haben, berichtet das Finanzportal Zerohedge. Als Indiz für diesen Befund wird auf den deutlichen Anstieg der Interbank-Zinsraten verwiesen, zu dem sich die katarischen Banken gegenseitig kurzfristig Geld leihen. Diese Rate lag für 3-monatige Ausleihungen in den vergangenen Jahren stets zwischen 1 und 1,2 Prozent und ist seit Anfang des Monats sprunghaft auf etwa 2,4 Prozent angestiegen.

Wie Reuters berichtet, hatte die Regierung Katars bereits vor Ausbruch der Krise damit begonnen, Beteiligungen des Staatsfonds an 18 katarischen Unternehmen im Gesamtwert von etwa 30 Milliarden Dollar an das Finanzministerium zu überweisen. Spekuliert wird, ob diese Beteiligungen verkauft werden sollten, um Devisen einzunehmen.

Da Katar aktuell vor deutlich größeren Herausforderungen als noch vor wenigen Monaten steht, ist denkbar, dass künftig auch Beteiligungen an ausländischen Konzernen veräußert werden. „Unter der Herrschaft von Scheich Tamim hat Katar eine Ära größerer Kontrolle der Regierung über die Beteiligungen des Landes eingeleitet. Das Finanzministerium hat einen sehr pragmatischen Ansatz bezüglich der Anteile“, wird eine Quelle von Reuters zitiert.

Eine solche Entscheidung der Regierung hätte weitreichende Auswirkungen, weil Katars Staatsfonds nach Angaben von Reuters angeblich über rund 300 Milliarden Dollar an internationalen Beteiligungen hält und damit zu den größten Investoren weltweit gehört. Informationen von Bloomberg zufolge besitzt der Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) beispielsweise bedeutende Anteile am russischen Ölkonzern Rosneft, dem Schweizerischen Rohstoffhändler Glencore, der britischen Barclays Bank sowie dem Ölkonzern Royal Dutch Shell. In Deutschland halten die Kataris große Beteiligungen unter anderem bei Volkswagen, Siemens und der Deutschen Bank.

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