Bitcoin-Kurs steigt trotz drohender Spaltung deutlich

Trotz der drohenden Spaltung steigt der Bitcoin-Kurs seit einigen Tagen wieder stark.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
In den letzten Wochen verzeichnete Bitcoin extreme Preisschwünge. Hintergrund ist der Streit um ein geplantes Software-Upgrade. (Grafik: BitcoinWisdom)

In den letzten Wochen verzeichnete Bitcoin extreme Preisschwünge. Hintergrund ist der Streit um ein geplantes Software-Upgrade. (Grafik: BitcoinWisdom)

Seit Sonntag ist der Bitcoin-Kurs wieder um rund 25 Prozent angestiegen und liegt am Mittwochmorgen bei rund 2.300 Dollar. In den Wochen davor war er von seinem bisherigen Allzeithoch von rund 3.000 Dollar Mitte Juni um knapp 40 Prozent eingebrochen.

Hintergrund der extremen Kursbewegungen ist der Streit in der Bitcoin-Community um verschiedene Vorschläge für ein Software-Upgrade, das mehr Transaktionen ermöglichen soll. Denn im Verlauf dieses Jahres ist Bitcoin erstmals an seine Kapazitätsgrenze von knapp 300.000 Transaktionen pro Tag geraten.

Der derzeit aussichtsreichste Vorschlag ist BIP 91 (Bitcoin Improvement Proposal). Wenn 80 Prozent der Rechenpower im Bitcoin-System (Mining Hashrate) Unterstützung für diesen Vorschlag signalisieren, so würde zwei Wochen später das Upgrade mit dem Namen „Segregated Witness“ (SegWit) automatisch aktiviert.

Die SegWit-Technologie wurde bereits 2015 vorgeschlagen, konnte sich jedoch bisher nicht durchsetzen. Ein Grund dafür war die alternative Forderung nach einer Anhebung der Blockgröße, um auf diese Weise mehr Transaktionen zu ermöglichen. Dem trägt Vorschlag BIP 91 nun Rechnung, indem er neben der Aktivierung von SegWit gleichzeitig auch den Weg für eine Vergrößerung der Blockgröße auf zwei Megabyte noch im Verlauf dieses Jahres frei machen würde.

Ursprünglich sollten die Inhaber der Rechenpower, die sogenannten Bitcoin-Miner, ihre Zustimmung zu Vorschlag BIP 91 erst ab Freitag, den 21. Juli, signalisieren. Doch einige Miner haben bereits am Montag damit begonnen. Stand Mittwochmorgen haben rund 75 Prozent der Bitcoin-Rechenpower ihre Unterstützung für Vorschlag BIP 91 signalisiert.

Man kann also damit rechnen, dass die notwendigen 80 Prozent bis zum 1. August zustande kommen und somit die befürchtete Aufspaltung von Bitcoin in zwei unabhängige Währungen abgewendet werden kann.

Als die vorzeitige Zustimmung vieler Miner zu BIP 91 bekannt geworden war, stieg der Bitcoin-Kurs am Montag stark an und setzte seine Kursgewinne am Dienstag fort. Seit Sonntag ist der Kurs um mehr als ein Viertel angestiegen. Doch nicht nur Bitcoin verzeichnete extreme Kursgewinne, sondern praktisch alle Kryptowährungen, darunter auch Ethereum, Ripple und Litecoin.

Noch ist nicht sicher, ob BIP 91 tatsächlich die nötigen 80 Prozent Unterstützung findet. Sollte dies bis zum 1. August nicht geschehen, soll SegWit durch den alternativen Vorschlag BIP 148 durchgesetzt werden. Dieser droht Bitcoin in zwei Netzwerke mit zwei Blockchains zu spalten. Nutzer hätten dann möglicherweise digitale Guthaben in zwei verschiedenen Kryptowährungen, die auch zu unterschiedlichen Preisen gehandelt würden.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***