EZB verstärkt Kontrolle über Pensionsfonds

Die EZB möchte ihre Einsichtsmöglichkeiten in die Geschäfte von Pensionsfonds deutlich ausbauen.

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Die EZB will die kräftig wachsenden Pensionsfonds in der Euro-Zone stärker durchleuchten, berichtet Reuters. Die Währungshüter wollen zu diesem Zweck die statistischen Berichtspflichten für diese Fonds erhöhen und vereinheitlichen, wie die Europäische Zentralbank am Mittwoch mitteilte. „Es gibt rund 50 Millionen Bürger im Euro-Raum, die Mitglieder eines solchen Pensionsfonds sind“, begründete EZB-Chefstatistiker Aurel Schubert den Vorstoß.

Mit mehr Daten zu diesem Zweig der Finanzindustrie könne die EZB künftig besser abschätzen, wie wichtig Pensionsfonds für die Geldpolitik und die Finanzstabilität seien. „Wir werden beispielsweise viel mehr über den Anteil ihres Anlagevermögens wissen, der in Staatsanleihen investiert ist,“ so Schubert.

Die Bedeutung von Pensionsfonds für die private Altersvorsorge nimmt angesichts des zunehmenden Durchschnittsalters der Bevölkerung immer mehr zu. Dazu kommt vielerorts ein schwindendes Vertrauen in staatliche Rentensysteme – das medial seit Jahren vorbereitet wurde. Seit 2008 hat sich laut EZB das Anlagevermögen von Pensionsfonds in der Euro-Zone auf 2,5 Billionen Euro annähernd verdoppelt. Der Regulierungsvorschlag der EZB sieht unter anderem vor, dass Fonds künftig quartalsmäßig Daten zu ihrem Anlagevermögen, zu Wertanpassungen und Transaktion liefern. Zudem sollen sie auf Jahresbasis über ihre finanziellen Verpflichtungen und Pensionskontrakte informieren.

Für kleinere Fonds soll es allerdings viele Ausnahmen von den Berichtspflichten geben. Insgesamt würden laut Schubert weniger als zwei Prozent aller Gesellschaften – etwa 1500 bis 2000 Fonds – die kompletten Berichtsvorgaben zu erfüllen haben. Am 21. September soll es eine öffentliche Anhörung zu dem Regelungsvorschlag geben. Im Dezember soll das neue Regelwerk dann auf den Weg gebracht werden.

Der Vorstoß der EZB ist bemerkenswert, weil sich die Rentensysteme in ganz Europa in einer Schieflage befinden. Beobachter gehen davon aus, dass große Teile der Bevölkerungen in Altersarmut enden werden.