Deutscher Paketdienst bringt Postsendungen auf den Mond

Die DHL plant ein neues Geschäftsmodell: Ab 2019 können Privatkunden ihre Pakete auf den Mond schicken.

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DHL übernimmt den gesamten Logistikprozess um die Mond-Sonde herum. (Foto: Astrobotic)

DHL übernimmt den gesamten Logistikprozess um die Sonde herum. (Foto: Astrobotic)

Deutsche Postsendungen genießen weltweit einen guten Ruf. Nicht umsonst liefert die DHL bereits in insgesamt 220 Länder weltweit. Doch der Konzern will mehr. Ab dem Jahr 2019 bietet der Lieferdienst ein außergewöhnliches neues Ziel an: den Mond.

Der Flug mit einer Kapsel wird von dem Start-up Astrobotic organisiert. An Bord befindet sich ausschließlich Nutzlast zu Forschungszwecken. Der restliche Platz steht Privatkunden zur Verfügung, die nun die Möglichkeiten erhalten, kleine Gegenstände für ein relativ geringes Entgelt auf den Mond zu schicken. Die Betonung liegt dabei auf „klein“: Denn die Maße der DHL Moonbox betragen in der kleinen Variante 0,5 x 0,125 Inches (1,3 x 0,3 cm) für geringe 460 US-Dollar. Soll die Länge einen ganzen Inch groß sein, kostet die Sendung bei gleicher Höhe 1660 US-Dollar. Weitere Größen seien möglich, aber auch entsprechend kostenintensiv. Als Beweis bekommt jeder Kunde eine Mondkarte, auf der der genaue Fundort eingezeichnet ist, so das Innovationsportal Trends der Zukunft. Zudem plant Astrobotic eine Echtzeit-Sendung an die Erde, sodass jeder den Erfolg der Mission verfolgen kann.

Das Privatkundenangebot ist aber nur ein Teilaspekt des Projektes. „Durch unsere kommerzielle Mondmission erhalten Institutionen und Staaten ohne eigenes lunares Raumfahrtprogramm weltweit erstmals die Möglichkeit, den Mond zu historisch geringen Kosten zu erreichen“, erklärt Dan Hendrickson, Vice President Business Development von Astrobotic. Für den ersten Start im Jahr 2019 rechnet Hendrickson mit einer starken Nachfrage nach der DHL MoonBox durch Privatkunden sowie etwa 35 Kilogramm gebuchter Transportlast für Forschung und Wissenschaft. Bei späteren Missionen soll die Nutzlast des Raumtransporters auf bis zu 265 Kilogramm steigen. Pro Kilogramm Weltraumfracht fallen Kosten von derzeit etwa 1,2 Millionen US-Dollar an. Im Vergleich zu den Kosten, die bei der Planung und Durchführung einer eigenen unbemannten Mondmission anfallen würden, ist dieser Preis niedrig. Damit ermöglicht Astrobotic auch neuen Forschungsprojekten und Ideen erstmals den Zugang zum Mond.

Das Unternehmen Astrobotic ist ein Vorreiter für unbemannte, kommerzielle Flüge und will diese Strategie in naher Zukunft als Geschäftsmodell etablieren. Die DHL soll dabei die gesamte Logistikkette auf der Erde übernehmen – vom Versenden der Boxen bis hin zum Transport des eigentlichen Landers.

Diese außergewöhnliche Möglichkeit ist jedoch nicht ganz risikofrei: Im Falle eines Scheiterns könne man das Geld nicht zurückerstatten.

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