Unternehmen bauen weltweit hunderte neue Kohlekraftwerke

Unternehmen auf der ganzen Welt bauen zahlreiche neue Kohlekraftwerke.

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Kohlekraftwerke wie das Kraftwerk Jänschwalde bei Cottbus erleben einen neuen Boom. (Foto: dpa)

Das Kraftwerk Jänschwalde bei Cottbus. (Foto: dpa)

Ungeachtet des Klimaabkommens von Paris planen Unternehmen weltweit den Bau mehr als 1.600 neuer Kohlekraftwerke. Ein Teil dieser Anlagen sei bereits in Konstruktion, heißt es in einer veröffentlichten Studie der Umweltschutzorganisation Urgewald, so AFP. Würden alle diese Anlagen tatsächlich gebaut, würde dies die derzeitige Kapazität der Kohlekraftwerke weltweit um mehr als 840.000 Megawatt oder rund 42,8 Prozent erhöhen.

„Wenn diese Kraftwerke gebaut werden, werden wir die Klimaschutzziele nicht erreichen“, sagte die Geschäftsführerin von Urgewald, Heffa Schücking. „Selbst wenn nur ein Teil der Projekte umgesetzt wird, ist das Abkommen von Paris wertlos“, sagte Schücking. Sie hob hervor, die weltweiten Klimaschutzpläne ließen sich nur umsetzen, wenn der Anteil von Kohle an der Stromerzeugung deutlich verringert werde.

Die Neubaupläne betreffen der Studie zufolge 62 Länder. Auch Projekte in Deutschland wie das neue Steinkohlekraftwerk in Datteln sind enthalten. Die größten Einzelinvestitionen plant demnach die National Thermal Power Corporation (NTPC) mit Sitz in Indien, auf den nächsten Plätzen folgen mehrere chinesische Unternehmen. Letztere zeichnen zusammen für 43 Prozent der insgesamt geplanten Anlagen verantwortlich, von denen ein Teil außerhalb Chinas entstehen soll.

Angeführt wird die Rückkehr zur Kohle von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte kurz nach seiner Amtsübernahme die gesetzlichen Voraussetzungen für den Weiterbetrieb und Neubau von Kohlekraftwerken durchgesetzt. Mit dem von ihm betriebenen Austritt verlässt zudem die größte Wirtschaftsmacht der Welt das Abkommen von Paris.

Deutschland hingegen hält an seinem Kurs der Energiewende fest. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat US-Forderungen zurückgewiesen, das Pariser Klimaschutzabkommen neu zu verhandeln. „Das Pariser Abkommen ist unumkehrbar, und es ist nicht verhandelbar“, sagte Merkel in einer Regierungserklärung zum G20-Gipfel in Berlin. Sie erwarte schwierige Gespräche und einen Konflikt. „Es wäre unaufrichtig, wenn wir ihn übertünchen würden. Das werde ich jedenfalls nicht tun.“ Sie sei entschlossen, die Beratungen so zu führen, dass sie „Inhalt und Ziel des Pariser Abkommens“ dienten. Auch der EU-Gipfel hatte sich hinter das Klimaschutzabkommen gestellt.

In der jüngeren Vergangenheit hatten große Investoren wie der Allianz-Konzern oder der Norwegische Pensionsfonds ihren Rückzug aus Kohlekraft-Projekten angekündigt. Der Studie zufolge bleibt dies allerdings häufig wirkungslos, da es sich bei vielen der Kohlekraftwerke-Entwickler um große Mischkonzerne handele, bei denen der Umsatzanteil der Kohle unter 30 Prozent liege. Damit würden sie von den Ausschlusskriterien der Investmentfonds nicht erfasst.

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