Nach der Pleite: Easyjet will Slots von Air Berlin übernehmen

Easyjet könnte einer der Profiteure der Air Berlin-Pleite sein. Ryanair protestiert gegen einen Deal mit der Lufthansa.

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Ein Easyjet-Flieger am Flughafen Berlin-Schönefeld. (Foto: dpa)

Ein Easyjet-Flieger am Flughafen Berlin-Schönefeld. (Foto: dpa)

Die britische Billigfluglinie Easyjet will Assets der insolventen Air Berlin übernehmen. Es gebe Gespräche, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Damit sollten vor allem die Start- und Landerechte von Air Berlin auf deren Heimatflughafen in Berlin sowie in Düsseldorf gesichert werden. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Slots soll der Staatskredit zurückgezahlt werden, hofft die Bundesregierung. Über die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt laufen 30 Prozent des Flugverkehrs von Air Berlin. „Ziel war es, Ryanair draußen zu halten“, sagte der Insider. Easyjet wollte sich dazu nicht äußern.

Tatsächlich dürften die Reste der Air Berlin zwischen der Lufthansa und Easyjet aufgeteilt werden, um ein Kartellverfahren zu vermeiden.

Der irische Billigflieger Ryanair hat das Vorgehen der Bundesregierung beim Insolvenzverfahren von Airberlin kritisiert. „Der Insolvenzantrag von Airberlin wurde ganz eindeutig mit dem Ziel arrangiert, dass die Lufthansa Airberlin übernehmen kann“, sagte Ryanair-Kommunikationschef Robin Kiely der „Bild“-Zeitung. „Dies wird gegen alle bekannten deutschen und EU-Wettbewerbsregeln verstoßen.“

Kiely prangerte auch den Überbrückungskredit der Bundesregierung in Höhe von 150 Millionen Euro als „staatliche Beihilfen“ an. Auf die Fluggäste in Deutschland würden teurere Inlandsflüge zukommen. „Deutsche Reisende sowie Deutschland-Besucher werden höhere Ticketpreise erdulden und für dieses Lufthansa-Monopol bezahlen müssen“, sagte er.

Airberlin hatte am Dienstag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt, weil der bisherige Großaktionär Etihad die finanzielle Unterstützung aufkündigte. Um den Flugverkehr aufrecht zu erhalten, unterstützt die Bundesregierung die zweitgrößte deutsche Airline mit einem Übergangskredit in Höhe von 150 Millionen Euro. Die Lufthansa verhandelt mit Airberlin über den Kauf von Teilen des Geschäfts.

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