Finanzen

Bundesregierung dementiert Zustimmung zu Euro-Bonds

Lesezeit: 1 min
23.08.2017 17:08
Das Bundesfinanzministerium hat einen Bericht dementiert, wonach neue Gemeinschaftsschulden für andere Euro-Staaten vorbereitet werden.
Bundesregierung dementiert Zustimmung zu Euro-Bonds

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das Bundesfinanzministerium hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach Ressortchef Wolfgang Schäuble (CDU) eine Kehrtwende in der Euro-Politik mit neuen Ausgabenprogrammen für Südeuropa plant, berichtet Reuters. „Wir arbeiten nicht an neuen Milliardentöpfen“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Mittwoch. Der Bericht der Bild-Zeitung über neue Gemeinschaftsschulden oder Euro-Bonds sei falsch.

Für die anvisierte Vertiefung der Euro-Zone seien derartige Instrumente nicht erforderlich. Schäuble habe mehrmals die Umwandlung des Euro-Rettungschirms ESM zu einem Europäischen Währungsfonds vorgeschlagen. „Dieser kann dann bei der Krisenprävention im Euro-Raum eine stärkere Rolle spielen“, sagte die Sprecherin. Zugleich müsse aber jedes Mitgliedsland selbst seine nötigen Reformen angehen.

Laut Bild plant Schäuble nach der Bundestagswahl einen Umbau des ESM, um ihn zu einer Art zusätzlichem EU-Haushalt zu machen. Staaten dürften diesen auch dann anzapfen, wenn sie nicht pleite seien, um in schlechten Zeiten die Konjunktur anzukurbeln oder die Folgen von Naturkatastrophen abzufedern.

Der Umbau des ESM zu einem Fonds nach Vorbild des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist schon länger im Gespräch. Der IWF vergibt Kredite an Länder, die in Schieflage geraten und sichert sich bei der Rückzahlung einen Vorrang den anderen Gläubigern. ESM-Chef Klaus Regling wirbt zudem schon länger für einen Finanztopf nach Vorbild der „rainy day funds“ in den USA, um asymmetrische Schocks abzufedern. Auch diese Mittel müssten nach einer Krise zurückgezahlt werden. Permanente Transfers oder eine Vergemeinschaftung von Schulden wären damit nach seiner Ansicht nicht verbunden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Biden sieht Russland als Feind - und wird Waffen an die Ukraine liefern

DWN-Kolumnist Ronald Barazon analysiert die zukünftige Außenpolitik der USA unter ihrem neuen Präsidenten Joe Biden.

DWN
Politik
Politik US-Firma mit engen Kontakten zu russischen Staatsunternehmen verbietet Mitarbeitern Teilnahme an Protesten

Das Unternehmen hat Angst, seinen Ruf als "politisch neutrale" Organisation zu verlieren.

DWN
Politik
Politik Schwere Unruhen in Russland gegen die Regierung ausgebrochen – Lage ist ernst

In Russland sind in zahlreichen Städten schwere Unruhen gegen den Kreml ausgebrochen. Die Demonstranten fordern die Freilassung des...

DWN
Deutschland
Deutschland Vermummte greifen Rathaus in Berlin an - linksradikale Internet-Plattform berichtet live

Vermummte sind ins Rathaus des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg eingedrungen. Die linksradikale Internet-Plattform „Indymedia“...

DWN
Finanzen
Finanzen „Jeder vierte Selbstständige von Berufsunfähigkeit betroffen“

Selbstständige müssen noch mehr als Angestellte eine Berufsunfähigkeit fürchten, da sie in der Regel wenig Anspruch auf staatliche...

DWN
Deutschland
Deutschland Ökonomen: Aufschwung erst ab dem zweiten Quartal / In Innenstädten wird es nie mehr "so werden, wie es war"

2021 wird nach Meinung von Experten ein Jahr der wirtschaftlichen Erholung werden. Aber erst ab dem zweiten Quartal - vorher stehen den...

DWN
Politik
Politik VIRUS-TICKER: In diesem Jahr wird es für Westdeutsche keine Renten-Erhöhung geben

Im Folgenden lesen Sie den Virus-Ticker von Sonnabend, 23. Januar, den wir für Sie selbstverständlich laufend aktualisieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Es wird knallen: In der Euro-Zone erhebt sich ein großer Berg aus faulen Krediten

In der Euro-Zone werden zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen aufgrund der Corona-Krise untergehen. Das Problem ist nur, dass...

DWN
Technologie
Technologie ZEITREISEN, TEIL 1: Zurück in die Zukunft und vorwärts in die Vergangenheit

Zeitreisen sind Stand heute nur ein beliebter Stoff in der Science-Fiction. Jüngste Forschungsergebnisse zeigen allerdings, dass...

DWN
Politik
Politik Serbien verbietet den Verkauf von T-Shirts, die den Genozid von Srebrenica feiern

Die serbische Regierung hat den Verkauf von T-Shirts verboten, die den Genozid von Srebrenica feiern. Im Juli 1995 hatten...

DWN
Politik
Politik Corona-Lockdown: Wie aus einer angeblichen „Fake News“ bittere Realität wurde

Am 14. März 2020 teilte das Bundesgesundheitsministerium mit: „! Achtung Fake News ! Es wird behauptet und rasch verbreitet, das...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Nicht normal: Am Tag des „Sturms auf das Kapitol“ gab es Kursgewinne an den US-Börsen

Wenn von einem „Sturm auf das Parlament“, einem „Sturm auf das Kapitol“ oder einem „Putschversuch“ die Rede ist, krachen die...

DWN
Politik
Politik Ursprung des Corona-Virus: China zeigt mit dem Finger auf „Fort Detrick“ in den USA

Das chinesische Außenministerium fordert, dass das US-Biolabor „Fort Detrick“ geöffnet wird, um den Ursprung des Corona-Virus...

DWN
Technologie
Technologie Durchbruch: Uni Bayreuth entwickelt neue Theorie zur Entstehung des Sonnensystems

Forscher der Uni Bayreuth haben gemeinsamen mit Forschern der University of Oxford, der LMU München, der ETH und der Universität Zürich...